Die österreichische Wirtschaft steckt tiefer in der Krise als viele annehmen. Während andere EU-Länder bereits wieder auf Wachstumskurs sind, kämpft der heimische Einzelhandel weiterhin mit rückläu...
Die neuesten Zahlen der Statistik Austria für Februar 2024 zeigen: real sanken die Einzelhandelsumsätze im Vergleich zum Vorjahr um 0,3 Prozent (nominell: +0,9 Prozent). Bereits im Jänner fiel das reale Wachstum mit +0,9 Prozent schwach aus. Im Nonfood-Handel waren die Umsätze im Februar sowohl nominell (-0,2 %) als auch inflationsbereinigt (-0,9 %) rückläufig.
Bei der Wirtschaftsstimmung belegt Österreich laut dem Economic Sentiment Indicator der EU-Statistikbehörde aktuell den drittletzten Platz in der Eurozone.
„Österreich zählt zu den Schlusslichtern bei der Wirtschaftsstimmung – und das Finanzministerium diskutiert ernsthaft über neue Steuern. Das ist das völlig falsche Signal zur falschen Zeit", sagt Rainer Will, Geschäftsführer des freiwilligen, überparteilichen und unabhängigen Handelsverbandes. "In dieser schwierigen Situation braucht es Entlastung statt neuer Belastungen. Wir appellieren an die Bundesregierung, auf zusätzliche Abgaben wie die neue Plastiksteuer zu verzichten.“
Laut dem von der Statistik Austria veröffentlichten Großhandelspreisindex stiegen die Einkaufspreise für Primär-Kunststoffe und Gummi von Februar auf März im Schnitt um 10,6 Prozent. Eine zusätzliche Steuer würde nach Ansicht der Branche diese Entwicklung weiter verschärfen und letztlich auch die Konsumentenpreise erhöhen. In den bisher vorliegenden Plänen aus dem Finanzministerium würde beispielsweise eine handelsübliche PET-Getränkeflasche um bis zu 6 Cent zusätzlich teurer werden.
Gleichzeitig hat die Landwirtschaft angekündigt, aufgrund der stark gestiegenen Diesel- und Gaspreise ihre Verkaufspreise an den Handel teilweise um 15 bis 20 Prozent anzuheben.
„Wir warnen an diesem für die gesamte Wirtschaft sehr kritischen Zeitpunkt, zusätzliche finanzielle Belastungen einzuführen. Mit einer neuen Plastiksteuer würde die Entlastung durch die Mehrwertsteuer-Halbierung für Grundnahrungsmittel genauso verpuffen wie die Spritpreisbremse“, schließt Handelssprecher Will.