Die österreichische Bahnindustrie erlebt einen bemerkenswerten Aufschwung: Über 34.000 Menschen arbeiten mittlerweile in diesem Sektor – das entspricht einem Zuwachs von 22 Prozent seit 2023. Mit einer Bruttowertschöpfung von rund 3,02 Milliarden Euro und einer Exportquote von 68 Prozent etabliert sich die Branche als einer der wichtigsten Industriezweige des Landes.
Die österreichische Bahnindustrie erlebt einen bemerkenswerten Aufschwung: Über 34.000 Menschen arbeiten mittlerweile in diesem Sektor – das entspricht einem Zuwachs von 22 Prozent seit 2023. Mit einer Bruttowertschöpfung von rund 3,02 Milliarden Euro und einer Exportquote von 68 Prozent etabliert sich die Branche als einer der wichtigsten Industriezweige des Landes. Am ersten Parlamentarischen Tag der Bahnindustrie machte der Verband der Bahnindustrie in Österreich (VBI) gemeinsam mit Nationalratsabgeordneten diese Schlüsselbranche sichtbar und forderte klare politische Rahmenbedingungen für die Zukunft.
Die Bahnindustrie umfasst Unternehmen, die Komponenten, Systeme oder Dienstleistungen für den Schienenverkehr herstellen oder anbieten. In Österreich vertritt der Verband der Bahnindustrie in Österreich (VBI) rund 60 Mitgliedsunternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette und macht damit die Bedeutung der Branche für Produktion, Forschung und Entwicklung sichtbar.
Der Austrian Rail Report 2025 dokumentiert Kennzahlen zur Leistungsfähigkeit der österreichischen Bahnindustrie: über 34.000 Beschäftigte (Anstieg um 22 Prozent seit 2023), eine Bruttowertschöpfung von rund 3,02 Milliarden Euro, 1,17 Milliarden Euro an Steuern und Abgaben, eine Exportquote von 68 Prozent sowie einen ausgewiesenen F&E-Wert von 16,5 Euro pro Kopf. Damit gehört die Bahnindustrie zu den international wettbewerbsfähigen und forschungsintensiven Industriezweigen Österreichs.
Trotz der starken Position steht die Branche laut Bericht unter zunehmendem Druck durch steigende Kosten, globalen Wettbewerb und zunehmende regulatorische Komplexität. Der Austrian Rail Report vermerkt zudem, dass Österreich im globalen Exportvergleich zuletzt von Platz 4 auf Platz 7 zurückgefallen ist. Angesichts dieser Entwicklung spricht sich der VBI für eine klare industriepolitische Ausrichtung in Europa aus: Öffentliche Mittel sollten gezielt zur Stärkung der europäischen Wertschöpfung eingesetzt werden.
Im Rahmen des Parlamentarischen Tags besuchten Abgeordnete gemeinsam mit Vertretern aus Politik und Industrie drei Mitgliedsunternehmen des VBI im Süden und Südwesten Österreichs, um praxisnahe Einblicke in Produktion, Forschung und Entwicklung sowie in die Herausforderungen der Branche zu erhalten. Die Besuche unterstreichen die regionale Verankerung der Branche.
Christian Diewald, Präsident des VBI, sagte: „Die Bahnindustrie ist eine Zu(g)kunftsindustrie für den Wirtschaftsstandort Österreich und Europa. Sie steht für Innovation, Klimaschutz und internationale Wettbewerbsfähigkeit. Der heutige Austausch mit der Politik zeigt klar: Um diese Stärke langfristig zu sichern, braucht es jetzt klare und verlässliche Rahmenbedingungen.“
Wolfgang Moitzi, Nationalratsabgeordneter und Vorsitzender des Verkehrsausschusses, erklärte: „Daher haben wir die Bahnindustrie als wichtige Zukunftsbranche in der Industriestrategie verankert.“
Bundesminister für Innovation, Mobilität und Infrastruktur Peter Hanke betonte: „Die österreichische Bahnindustrie ist eine tragende Säule unseres Standorts. Über 30.000 Arbeitsplätze hängen direkt und indirekt von ihr ab. Als Bundesregierung stehen wir hinter dieser Branche und werden auch in Zukunft die richtigen Rahmenbedingungen schaffen, um fairen Wettbewerb in Europa zu garantieren.“
Andreas Matthä, CEO der ÖBB-Holding AG, sagte: „Für ein leistungsfähiges Bahnsystem braucht es eine starke österreichische Bahnindustrie. Sie sichert Qualität, Innovationskraft und Versorgungssicherheit und ist damit ein zentraler Partner der ÖBB, um nachhaltige Mobilität für die Menschen in Österreich bereitzustellen.“
Der Verband der Bahnindustrie plädiert für eine klare „Europe First“-Strategie im Umgang mit öffentlichen Mitteln: Investitionen aus Steuergeldern sollten stärker an europäische Wertschöpfung und industrielle Kapazitäten gekoppelt werden. Anil W. Rai, Geschäftsführer des VBI, sagte dazu: „Europäische Wertschöpfung ist mehr als ein wirtschaftlicher Faktor – sie ist eine Frage der strategischen Resilienz und Sicherheit. Wer in die Bahn investiert, investiert auch in industrielle Stärke, technologische Souveränität und in die Versorgungssicherheit in Europa.“
Der Verband der Bahnindustrie in Österreich (VBI) ist die größte Interessenvertretung der österreichischen Schienenzulieferindustrie. Er vertritt rund 60 Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von Fahrzeugherstellern und Komponentenlieferanten über Systemtechnik bis hin zu Digitalisierung und Service. Gemeinsam engagieren sich die Mitglieder für faire Wettbewerbsbedingungen, Innovationsförderung, Nachhaltigkeit und eine starke industrielle Basis für den Bahnstandort Österreich.