Die Montanuniversität Leoben hat am 23. März 2026 eine europaweit einzigartige Forschungsanlage am Lehrstuhl für Verfahrenstechnik des industriellen Umweltschutzes in Betrieb genommen. Die Anlage dient der Erforschung und Weiterentwicklung von Sustainable Aviation Fuels (SAF) und wurde mit Mitteln des Bundesministeriums sowie durch finanzielle Beteiligung der OMV ermöglicht.
Die Montanuniversität Leoben hat am 23. März 2026 eine europaweit einzigartige Forschungsanlage am Lehrstuhl für Verfahrenstechnik des industriellen Umweltschutzes in Betrieb genommen. Die neue Infrastruktur widmet sich der Erforschung und Weiterentwicklung verschiedener Prozesswege zur Herstellung von Sustainable Aviation Fuels (SAF). Ermöglicht wurde die Anlage durch Mittel des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur sowie durch die finanzielle Beteiligung der OMV.
Die Anlage erstreckt sich über ein ganzes Universitätsgebäude und bietet Flexibilität: Verschiedene Herstellungsprozesse von SAF können realitätsnah abgebildet, verglichen und hinsichtlich Effizienz, Kosten und Skalierbarkeit bewertet werden, um die technisch und wirtschaftlich vielversprechendsten Produktionsprozesse zu identifizieren und weiterzuentwickeln.
Die experimentellen Arbeiten werden durch Methoden der Prozesssimulation und Machine-Learning-Modelle unterstützt. Diese digitale Begleitung beschleunigt die Entwicklung, minimiert Risiken beim Hochfahren und schafft die Grundlage, um Technologien effizient in den industriellen Maßstab zu überführen.
Die Planung und Errichtung der Anlage erfolgten in Zusammenarbeit mit der OMV. Als Partner der Montanuniversität Leoben bringt OMV technologische Expertise in diese Forschungsanlage ein. Die Partnerschaft bündelt wissenschaftliche und industrielle Erfahrung entlang der Wertschöpfungskette von SAF. OMV treibt die Entwicklung nachhaltiger Flugtreibstoffe (SAF) voran und verfolgt das Ziel, bis spätestens 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen.
Die Initiative wird von Bund, Land und Stadt getragen und stärkt die Position Österreichs als Innovationsstandort für klimafreundliche Mobilität. Innovations- und Mobilitätsminister Peter Hanke erklärte, das Projekt sei eine von zahlreichen Flagship-Initiativen und nannte eine Förderung über die FFG von rund 1,2 Millionen Euro. Wirtschafts- und Forschungslandesrat Willibald Ehrenhöfer sowie Bürgermeister Kurt Wallner hoben die Bedeutung der Anlage für Forschung, Kooperation zwischen Wissenschaft und Industrie und den Standort hervor.
Der weltweite Flugverkehr verursacht rund zwei Prozent der CO₂-Emissionen. Die Europäische Kommission verfolgt mit der Initiative „ReFuelEU Aviation“ das Ziel, die zivile Luftfahrt bis 2050 klimaneutral zu gestalten. Nachhaltige Flugtreibstoffe werden in diesem Zusammenhang als ein zentraler Hebel genannt. SAF ist synthetisch hergestelltes Kerosin, das in bestehenden Flugzeugen und Infrastrukturen eingesetzt werden kann und nach Angaben der OTS CO₂-Emissionen über den gesamten Lebenszyklus um mehr als 80 % reduzieren kann.
Die Prozessketten zur Herstellung von SAF sind in vielen Bereichen noch nicht vollständig ausgereift: Effizienzen sind gering, Produktionsmengen begrenzt und die Kosten gegenüber fossilem Kerosin höher. Genau hier setzt die neue Forschungsinfrastruktur der Montanuniversität Leoben an.
Weitere Informationen
Univ.-Prof. Dr. Markus Lehner
Lehrstuhl für Verfahrenstechnik des industriellen Umweltschutzes
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Tel.: 03842 402 5000