Österreichs Handelsszene sorgt für Schlagzeilen: Mit 92.000 Händlern liegt das Land im EU-Spitzenfeld. Doch was bedeutet das für den Alltag der Bürger und wie sieht die Zukunft des Handels aus? Diese Fragen beantworten wir in unserem ausführlichen Bericht.Die Bedeutung des Handels für ÖsterreichDer
Österreichs Handelsszene sorgt für Schlagzeilen: Mit 92.000 Händlern liegt das Land im EU-Spitzenfeld. Doch was bedeutet das für den Alltag der Bürger und wie sieht die Zukunft des Handels aus? Diese Fragen beantworten wir in unserem ausführlichen Bericht.
Der Handel ist ein entscheidender Motor der österreichischen Wirtschaft. Laut dem Jahrbuch Handel 2025 stellt der Handel mit 92.000 Unternehmen und Umsätzen von fast 303 Milliarden Euro nicht nur die meisten Unternehmen der marktorientierten Gesamtwirtschaft, sondern ist auch der zweitgrößte Arbeitgeber des Landes. Diese Zahlen unterstreichen die enorme volkswirtschaftliche Bedeutung des Handels. Laut einem Experten ist der Handel mit einem Anteil von 17% an der österreichischen Wertschöpfung ein unverzichtbarer Sektor.
Innerhalb des Handels ist der Einzelhandel besonders hervorzuheben. Mit 52.500 Unternehmen und 345.000 Beschäftigten ist er der größte Bereich. Der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) spielt dabei eine zentrale Rolle. Mit 9.400 Verkaufsstandorten sichert er die Nahversorgung der rund neun Millionen Menschen in Österreich. Ein Branchenkenner betont: „Der Lebensmittelhandel verzichtet trotz hoher Inflation auf eine systematische Erhöhung der Gewinnmargen und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Lebensqualität.“
Ein Blick auf die Bundesländer zeigt, dass Wien, Niederösterreich und Oberösterreich als Hochburgen des Handels gelten. Diese drei Regionen vereinen einen Großteil der Handelsumsätze und Arbeitsstätten auf sich. Insbesondere Wien sticht als Zentrum des Großhandels hervor, während Niederösterreich und Oberösterreich bedeutende Anteile an den Handelsumsätzen halten.
Im EU-Vergleich nimmt Österreich eine starke Position ein. Während Deutschland und Italien in Bezug auf Umsatz und Beschäftigung führend sind, zeigt sich Österreich mit einem Anteil von 2% an den Handelsunternehmen und 3% am Umsatz als gut aufgestellt. Ein Experte erklärt, dass Österreichs Handel im europäischen Vergleich robust ist, jedoch durch unfairen Wettbewerb, insbesondere im E-Commerce, bedroht wird.
Die letzten Jahre waren für den Handel nicht einfach. Geopolitische Umbrüche und Rezessionen haben die Anzahl der Unternehmen reduziert und die Umsatzrentabilität auf 5,2% gedrückt. Besonders Kleinstunternehmen und der Lebensmittelhandel stehen unter Druck. Ein Branchenbeobachter weist darauf hin, dass der Lebensmittelhandel trotz sinkender Umsätze inflationsdämpfend agiert hat.
Die wirtschaftlichen Prognosen für die kommenden Jahre sind verhalten optimistisch. Das reale Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) wird für 2025 auf 0,6% und für 2026 auf 1,2% geschätzt. Die Sparquote soll bei rund 12% konstant bleiben. Ein Experte betont die Notwendigkeit von politischen Maßnahmen zur Unterstützung des Handels und zur Förderung von mehr Transparenz und weniger Bürokratie.
Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer setzt sich für die Abschaffung der 150-Euro-Zollfreigrenze ein, um faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen. Zudem wird auf die Umsetzung europäischer Regelwerke wie des Digital Services Act gedrängt. Ein Branchenvertreter erklärt, dass gleiche Chancen für heimische Betriebe und Wahlfreiheit für Konsumenten das Ziel sind.
Der Handelsverband fordert einen entschlossenen Bürokratieabbau. Österreich zählt laut EU-Kommission zu den am stärksten regulierten Ländern im Einzelhandel. Ein Branchenkenner erklärt, dass die Bürokratie die Wettbewerbsfähigkeit hemmt und besonders kleine und mittelständische Betriebe belastet. Der Handelsverband hat 16 Beispiele für Bürokratiewahnsinn aufgelistet und konkrete Lösungsvorschläge erarbeitet.
Der österreichische Handel steht vor großen Herausforderungen, aber auch Chancen. Die Branche hofft auf eine wirtschaftliche Erholung und die Normalisierung der Inflation. Ein Experte fasst zusammen: „Der Handel kann von steigenden Reallöhnen und einer Lockerung der Geldpolitik profitieren. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für den Schulterschluss von Politik und Handel, um den Aufschwung zu stärken.“
Der vollständige Bericht des Jahrbuchs Handel 2025 bietet weitere Einblicke in die Daten und Analysen des Handelssektors und ist über den Original-Link verfügbar.