Sekundärtransportgipfel bringt konkrete Maßnahmen für bessere Patientenversorgung
Niederösterreich reduziert Wartezeiten für Patiententransporte auf durchschnittlich 41 Minuten. Neue Fahrzeuge und optimierte Abläufe zeigen Wirkung.
Die Wartezeiten für Patiententransporte in Niederösterreich konnten in den vergangenen Wochen erheblich verkürzt werden. Im Rahmen eines Sekundärtransportgipfels haben Landesrat Anton Kasser und Landesrat Martin Antauer gemeinsam mit den wichtigsten Partnerorganisationen konkrete Maßnahmen beschlossen, die bereits erste positive Ergebnisse zeigen.
Die durchschnittliche Wartezeit für Patiententransporte konnte auf aktuell rund 41 Minuten gesenkt werden. Mehr als 92 Prozent aller Transporte werden bereits innerhalb von zwei Stunden durchgeführt. Als Richtwert wurde festgelegt, dass die Wartezeit in der Regel zwei Stunden nicht überschreiten soll.
"Unser klares Ziel ist es, dass Patientinnen und Patienten rasch und verlässlich transportiert werden. Die Zahlen zeigen, dass die ersten Maßnahmen bereits wirken", erklärt Landesrat Anton Kasser, der für die Kliniken zuständig ist. "Es gibt jetzt einen klaren Richtwert von zwei Stunden, auf den wir uns geeinigt haben und auf den wir alle gemeinsam hinarbeiten."
Bereits seit Mitte Jänner wurden mehrere konkrete Maßnahmen umgesetzt, um die Situation zu verbessern:
Als weiterer Erfolg des Gipfels konnte die Errichtung eines neuen Standortes im Waldviertel durch die Johanniter erreicht werden. Dieser ist im Bezirk Zwettl geplant und wird die regionale Versorgung weiter stärken.
Wichtig zu betonen ist, dass in Ausnahmefällen bei weniger dringlichen Transporten auch künftig längere Wartezeiten auftreten können. Dies liegt daran, dass Notfälle nicht planbar sind und medizinische Dringlichkeiten im Fokus der Notfallkette stehen müssen.
"Klar ist: Medizinische Dringlichkeit hat immer oberste Priorität und deshalb ist es gut und richtig, dass wir in Niederösterreich gemeinsam an der bestmöglichen Versorgung der Patientinnen und Patienten arbeiten", betont Kasser. Wesentlich dabei ist, dass längere Wartezeiten in medizinisch nicht dringlichen Fällen keine Verzögerung oder Verschlechterung der Behandlungsqualität bedeuten, da Patientinnen und Patienten während ihres Aufenthalts im Klinikum jederzeit bestens betreut sind.
Ein wichtiger Schwerpunkt des Gipfels war die Definition der Versorgungsmöglichkeiten und Leistungsspektren der einzelnen Kliniken. Dadurch soll bereits beim Erstkontakt sichergestellt werden, dass Patientinnen und Patienten direkt in das passende Krankenhaus gebracht werden können.
Der Akutversorgungsnachweis von Notruf Niederösterreich wird laufend gemeinsam mit der Landesgesundheitsagentur aktualisiert, damit Rettungsorganisationen jederzeit wissen, welche Kliniken welche Notfälle behandeln können.
Für besonders kritische Situationen wurde ein neues Verfahren entwickelt: In Fällen, in denen sich nach der Erstdiagnostik eine akute Lebensgefahr oder die Gefahr eines schweren gesundheitlichen Schadens zeigt und eine sofortige Behandlung in einem spezialisierten Zielkrankenhaus notwendig ist, kann durch den Disponenten ein Transport durch die Notfallrettung angefordert werden.
Dafür wird ein klares Regelwerk definiert, das nach einem Jahr evaluiert werden soll. Die Verhandlungen mit den Rettungsorganisationen dazu haben bereits begonnen.
"Das gemeinsame Ziel aller Beteiligten ist es, sicherzustellen, dass Menschen in Niederösterreich rasch und bestmöglich am jeweils geeigneten Versorgungsort behandelt werden - unabhängig davon, wo der Erstkontakt stattfindet", erklärt Kasser.
Die Disposition der Sekundärtransportmittel soll laufend weiter optimiert werden, um Wartezeiten noch weiter zu reduzieren. Dazu gehört eine kontinuierliche Abstimmung über den Ressourceneinsatz sowie die Anpassung der Einsatzzeiten gemeinsam mit den Partnerorganisationen.
Die Dringlichkeitseinstufung wird künftig noch stärker durch den aktiven Einsatz des Leitstellenarztes unterstützt. Gleichzeitig wird die Kommunikation mit den Kliniken verbessert, insbesondere durch eine aktive Information über erwartete Abholzeiten sowie mögliche Verspätungen.
Ein besonders innovativer Ansatz ist die geplante Einrichtung eines öffentlichen Dashboards, das transparent über die durchschnittlichen Wartezeiten informieren soll. Dies schafft nicht nur Transparenz für die Bevölkerung, sondern auch eine kontinuierliche Kontrolle der Qualität.
"Eine moderne Disposition bedeutet, Ressourcen bestmöglich einzusetzen und gleichzeitig Transparenz zu schaffen", betont Landesrat Martin Antauer. "Mit einem öffentlichen Dashboard und der laufenden Optimierung der Abläufe bei unseren Partnerorganisationen wird dafür gesorgt, dass die Qualität der Patiententransporte nachvollziehbar ist und weiter verbessert wird."
Die ersten Ergebnisse des Sekundärtransportgipfels zeigen bereits deutliche Verbesserungen. Mit durchschnittlich 41 Minuten Wartezeit und einer Quote von über 92 Prozent der Transporte innerhalb von zwei Stunden hat Niederösterreich einen wichtigen Schritt zur Verbesserung der Patientenversorgung gemacht.
Die kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen den Landesräten Kasser und Antauer mit den Partnerorganisationen, die laufende Optimierung der Abläufe und die geplanten zusätzlichen Maßnahmen versprechen eine weitere Verbesserung der Situation in den kommenden Monaten.
Für die Patientinnen und Patienten in Niederösterreich bedeutet dies eine deutlich bessere und verlässlichere Versorgung bei Transporten zwischen den Kliniken - ein wichtiger Baustein im niederösterreichischen Gesundheitssystem.