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NÖ Landwirtschaftsschulen räumen bei Ab-Hof-Messe ab

24. März 2026 um 12:39
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Ein wahrer Medaillenregen für die niederösterreichischen Landwirtschaftlichen Fachschulen: Mit 46 Auszeichnungen bei der renommierten Ab-Hof-Messe in Wieselburg haben die Bildungseinrichtungen einm...

Ein wahrer Medaillenregen für die niederösterreichischen Landwirtschaftlichen Fachschulen: Mit 46 Auszeichnungen bei der renommierten Ab-Hof-Messe in Wieselburg haben die Bildungseinrichtungen einmal mehr ihre herausragende Qualität unter Beweis gestellt. Besonders die Bergbauernschule Hohenlehen glänzte mit drei Kategoriensiegen, während der Mostviertler Bildungshof Gießhübl mit der begehrten Goldenen Birne für seinen Apfelmost ausgezeichnet wurde.

Speckkaiser und Goldenes Stamperl für Hohenlehen

Die Bergbauernschule Hohenlehen im Bezirk Melk hat sich als absoluter Star der diesjährigen Prämierung erwiesen. Gleich zweimal durfte sich die Schule über den prestigeträchtigen Speckkaiser freuen – einmal für den Bio-Bauchspeck und einmal für die Wild-Streichwurst. Darüber hinaus holte der hauseigene Nusslikör aus dem Ybbstal das Goldene Stamperl. "Mit drei Kategoriensiegen stellen wir die besten Produkte Österreichs – eine außergewöhnliche Auszeichnung für unser gesamtes Team", betont Direktorin Maria Ottenschläger stolz.

Doch damit nicht genug: Weitere fünf Silbermedaillen gingen an Hohenlehen für Zwetschkenbrand, Himbeerlikör, Bio-Karreespeck, Hirsch-Rohschinken und Blunzn. Eine Bronzemedaille holte der Hirschbeißer. Diese beeindruckende Bilanz unterstreicht die jahrzehntelange Expertise der Schule in der Fleischverarbeitung und Brennerei.

Tradition trifft moderne Technik

Der Erfolg kommt nicht von ungefähr. Die landwirtschaftlichen Fachschulen in Niederösterreich verbinden seit jeher traditionelle bäuerliche Handwerkskunst mit modernster Technik. Bei der Fleischverarbeitung etwa werden jahrhundertealte Rezepturen mit präzisen Reifeprozessen und hygienischen Standards auf höchstem Niveau kombiniert. Der Bio-Bauchspeck von Hohenlehen beispielsweise reift unter streng kontrollierten Bedingungen und wird ausschließlich aus Fleisch von Tieren aus biologischer Landwirtschaft hergestellt.

Gießhübl triumphiert mit Goldener Birne

Der Mostviertler Bildungshof Gießhübl im Bezirk Lilienfeld konnte ebenfalls einen spektakulären Erfolg verbuchen. Die Goldene Birne für den Apfelmost extratrocken ist eine der begehrtesten Auszeichnungen der österreichischen Obstweinbranche. "Die Goldene Birne für unseren Apfelmost sowie zweimal Gold für den Birnenmost belegen das hohe Niveau unserer Obstweinerzeugung", freut sich Direktor Thomas Krenn.

Die Qualitätsanforderungen in der Obstweinproduktion sind in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen. Moderne Kellereitechnik, versiertes Personal und fachgerechte Arbeitsweise sind heute unerlässlich, um den hohen Ansprüchen gerecht zu werden. Die Schule Gießhübl hat sich über Jahre hinweg als Kompetenzzentrum für Most- und Obstverarbeitung etabliert und bildet Fachkräfte aus, die später in der gesamten Region als Experten tätig sind.

Most – das flüssige Gold des Mostviertels

Der Most ist nicht nur ein traditionelles Getränk des Mostviertels, sondern auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Die Region zwischen Enns und Erlauf gilt als größtes Mostanbaugebiet Europas. Über 20.000 Hektar Streuobstwiesen prägen das Landschaftsbild und liefern die Rohstoffe für die Mostproduktion. Die LFS Gießhübl spielt dabei eine zentrale Rolle in der Ausbildung und Weiterentwicklung der Mostkultur. Hier lernen Schülerinnen und Schüler nicht nur die praktische Herstellung, sondern auch die wissenschaftlichen Hintergründe der Gärung und Qualitätssicherung.

Rekord-Medaillenausbeute für NÖ Fachschulen

Insgesamt konnten die niederösterreichischen Landwirtschaftlichen Fachschulen 46 Auszeichnungen einheimsen – ein neuer Rekord. Die Bilanz im Detail: 12 Goldmedaillen, 24 Silbermedaillen und 10 Bronzemedaillen. Den Spitzenplatz in der Medaillenwertung belegt die LFS Pyhra mit insgesamt 16 Auszeichnungen in verschiedenen Kategorien.

Neben den bereits erwähnten Schulen Hohenlehen und Gießhübl wurden auch die LFS Pyhra, Mistelbach, Obersiebenbrunn und Langenlois mit Medaillen ausgezeichnet. Diese breite Streuung der Erfolge zeigt die hohe Qualität der landwirtschaftlichen Ausbildung in ganz Niederösterreich.

Die Ab-Hof-Messe als Qualitätsbenchmark

Die Ab-Hof-Messe in Wieselburg gilt als wichtigste Fachmesse für Direktvermarkter in Österreich und darüber hinaus. Jährlich präsentieren hier rund 650 Aussteller aus Österreich und den Nachbarländern ihre Produkte. Die Prämierung der besten Erzeugnisse erfolgt durch eine unabhängige Fachjury, die nach strengen Kriterien bewertet. Geschmack, Qualität, Verarbeitung und Präsentation fließen in die Bewertung ein.

Für die landwirtschaftlichen Fachschulen ist die Teilnahme an dieser Messe mehr als nur ein Wettbewerb. Sie dient als Gradmesser für die Qualität der Ausbildung und als Motivation für Lehrende und Lernende gleichermaßen. Die Schülerinnen und Schüler erhalten direktes Feedback zu ihren Produkten und können sich mit den besten Direktvermarktern des Landes messen.

Bildungslandesrätin würdigt Erfolge

Bildungs-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP) zeigte sich begeistert von den Ergebnissen: "Die Produkte unserer Landwirtschaftlichen Fachschulen zählen seit Jahren zur österreichischen Spitzenklasse. Die Auszeichnungen bei der Ab-Hof-Messe setzen diese Erfolgsgeschichte eindrucksvoll fort und sind eine Anerkennung für die engagierte sowie qualitätsvolle Arbeit."

Die Landesrätin betont besonders den Bildungsaspekt: "Die Schülerinnen und Schüler profitieren unmittelbar davon, landwirtschaftliche Produkte auf diesem Niveau zu veredeln." Tatsächlich erhalten die Jugendlichen durch die praktische Arbeit in schuleigenen Betrieben eine fundierte Ausbildung, die weit über theoretisches Wissen hinausgeht.

Praxisnahe Ausbildung mit Zukunftsperspektive

Die landwirtschaftlichen Fachschulen in Niederösterreich haben sich in den vergangenen Jahren zu modernen Bildungszentren entwickelt. Neben der klassischen landwirtschaftlichen Ausbildung werden auch Schwerpunkte in Bereichen wie Lebensmittelverarbeitung, Direktvermarktung, Tourismus und erneuerbare Energie angeboten. Diese breite Ausrichtung ermöglicht es den Absolventen, flexibel auf die Anforderungen des Marktes zu reagieren.

Die Erfolge bei der Ab-Hof-Messe sind auch ein Beleg für die hohe Qualität der Lehrkräfte und der technischen Ausstattung der Schulen. Moderne Fleischverarbeitungsräume, professionelle Brennereien und Keltereien ermöglichen es den Schülern, unter Bedingungen zu arbeiten, die denen in der Praxis entsprechen.

Direktvermarktung als Wirtschaftschance

Die prämierten Produkte sind nicht nur Aushängeschilder für die Schulen, sondern auch wichtige Einnahmequellen. Viele der ausgezeichneten Erzeugnisse können im Landhauskeller im St. Pöltner Regierungsviertel erworben werden – jeweils dienstags und donnerstags von 9 bis 12 Uhr und von 13 bis 16 Uhr. Zusätzlich ist eine Online-Bestellung über den Webshop der NÖ Landesweingüter möglich.

Diese Vermarktungsschiene zeigt den Schülern praxisnah, wie aus hochwertigen Rohstoffen marktfähige Produkte entstehen. Sie lernen nicht nur die Produktion, sondern auch die Verpackung, Bewerbung und den Verkauf ihrer Erzeugnisse. Diese ganzheitliche Betrachtung der Wertschöpfungskette ist ein wichtiger Baustein für eine erfolgreiche Zukunft in der Landwirtschaft.

Regionale Wertschöpfung stärken

Die Erfolge der niederösterreichischen Fachschulen tragen auch zur Stärkung der regionalen Wertschöpfung bei. Wenn hochqualitative Produkte in der Region erzeugt und vermarktet werden, profitiert die gesamte heimische Wirtschaft. Die Absolventen der Schulen gründen oft eigene Betriebe oder übernehmen Familienbetriebe, die sie mit dem erworbenen Know-how modernisieren und erfolgreich führen.

Darüber hinaus fungieren die Schulen als Innovationsmotoren für die Landwirtschaft in der Region. Neue Verfahren und Technologien werden hier getestet und weiterentwickelt, bevor sie in die Praxis übernommen werden. Die enge Verzahnung zwischen Ausbildung, Forschung und Praxis macht die niederösterreichischen landwirtschaftlichen Fachschulen zu wichtigen Partnern für die gesamte Agrarbranche.

Ausblick: Nachhaltigkeit und Innovation im Fokus

Die aktuellen Erfolge sind Ansporn für die Zukunft. Themen wie Nachhaltigkeit, Klimaschutz und innovative Produktionsmethoden werden in der landwirtschaftlichen Ausbildung immer wichtiger. Die Schulen reagieren darauf mit neuen Ausbildungsschwerpunkten und der Anschaffung modernster Technik.

Besonders die biologische Landwirtschaft gewinnt an Bedeutung. Der prämierte Bio-Bauchspeck aus Hohenlehen ist nur ein Beispiel dafür, wie sich die Schulen auf die wachsende Nachfrage nach biologisch erzeugten Lebensmitteln einstellen. In den kommenden Jahren werden weitere Betriebszweige auf biologische Produktion umgestellt, um den Schülern auch in diesem Bereich praxisnahe Ausbildung zu ermöglichen.

Die beeindruckende Medaillenbilanz der niederösterreichischen Landwirtschaftlichen Fachschulen bei der Ab-Hof-Messe ist mehr als nur ein Erfolg im Wettbewerb. Sie ist ein Beleg für die hohe Qualität der landwirtschaftlichen Ausbildung in Niederösterreich und ein Versprechen für die Zukunft der heimischen Landwirtschaft. Mit ihrer Kombination aus Tradition und Innovation bereiten die Schulen ihre Absolventen optimal auf die Herausforderungen einer modernen, nachhaltigen Agrarwirtschaft vor.

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