Die österreichische Landwirtschaft steht erneut im Fokus der politischen Debatte. Am 2. Oktober 2025 wurde im Landwirtschaftsausschuss des Parlaments der Grüne Bericht zur Einkommenssituation der Bäuerinnen und Bauern diskutiert. Dieser Bericht, der jährlich veröffentlicht wird, gibt einen detaillie
Die österreichische Landwirtschaft steht erneut im Fokus der politischen Debatte. Am 2. Oktober 2025 wurde im Landwirtschaftsausschuss des Parlaments der Grüne Bericht zur Einkommenssituation der Bäuerinnen und Bauern diskutiert. Dieser Bericht, der jährlich veröffentlicht wird, gibt einen detaillierten Überblick über die wirtschaftlichen Bedingungen in der Landwirtschaft und beleuchtet die Herausforderungen, denen sich Landwirte in Österreich gegenübersehen.
Im Jahr 2024 konnten die landwirtschaftlichen Einkommen in Österreich eine positive Entwicklung verzeichnen. Nach einem Rückgang im Vorjahr stiegen die Einkünfte um durchschnittlich 4,5 Prozent. Dies geht aus dem Grünen Bericht hervor, der vom Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig vorgestellt wurde. Besonders hervorzuheben ist das Impulsprogramm für die österreichische Landwirtschaft, das maßgeblich zur Verbesserung der Einkommenssituation beigetragen hat.
Der Grüne Bericht ist ein umfassendes Dokument, das die wirtschaftliche Lage der Land- und Forstwirtschaft in Österreich analysiert. Er wird jährlich vom Landwirtschaftsministerium veröffentlicht und dient als Grundlage für politische Entscheidungen. Der Bericht enthält Daten zu Einkünften, Produktionswerten und Handelsbilanzen und ist ein wichtiges Instrument für die Agrarpolitik.
Die durchschnittlichen Einkünfte der Land- und Forstwirtschaftsbetriebe betrugen im Jahr 2024 etwa 40.024 Euro pro Betrieb. Besonders Biobetriebe konnten einen Zuwachs von 5,3 Prozent verzeichnen, während Bergbauernbetriebe um 3,2 Prozent zulegten. Dauerkulturbetriebe erzielten den höchsten Einkommenszuwachs von 23,3 Prozent. Trotz eines Rückgangs von 6,3 Prozent erzielten Veredelungsbetriebe mit 96.484 Euro die höchsten Einkünfte.
Der Produktionswert der Land- und Forstwirtschaft betrug insgesamt 12,91 Milliarden Euro, was einem Rückgang von 1,7 Prozent entspricht. Dennoch trug der primäre Sektor rund 1,4 Prozent zur Bruttowertschöpfung der Volkswirtschaft bei. Die Agrarexporte stiegen auf 16,9 Milliarden Euro, während die Importe ebenfalls um 1,3 Milliarden Euro auf 18,9 Milliarden Euro zunahmen, was ein Handelsdefizit von 2 Milliarden Euro zur Folge hatte.
Im Ausschuss gab es unterschiedliche Bewertungen des Berichts. Während die ÖVP die Stabilisierung der Einkommen lobte, äußerte die FPÖ Kritik an der Wirksamkeit der Maßnahmen. Insbesondere die Schließung von neun Betrieben pro Tag wurde als besorgniserregend hervorgehoben. Der Landwirtschaftsminister betonte jedoch, dass die Maßnahmen den Strukturwandel verlangsamt hätten und verwies auf die Ablehnung des Mercosur-Abkommens durch das Parlament.
Das Mercosur-Abkommen ist ein Handelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den Mercosur-Staaten (Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay). Es zielt darauf ab, Handelshemmnisse abzubauen und den Handel zwischen den Regionen zu fördern. Kritiker befürchten jedoch negative Auswirkungen auf die heimische Landwirtschaft, da billigere Agrarprodukte aus Südamerika den Markt überschwemmen könnten.
Ein weiteres Thema des Berichts war der Wildschadensbericht 2024, der über das hohe Niveau von Wildverbiss und Schälschäden in den Wäldern informiert. Die Schäden sind vor allem im Schutzwald ein großes Problem. Der Landwirtschaftsminister betonte die Notwendigkeit weiterer Anstrengungen zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel.
Der Waldfonds, der Maßnahmen zur Entwicklung klimafitter Wälder unterstützt, wurde ebenfalls diskutiert. Der Umsetzungsstand der Maßnahmen liegt bei 86 Prozent, und es wurden bereits 386 Millionen Euro gebunden oder ausbezahlt. Der Fonds zielt darauf ab, die Biodiversität im Wald zu fördern und den Rohstoff Holz als Beitrag zum Klimaschutz zu nutzen.
Die Zukunft der österreichischen Landwirtschaft bleibt ungewiss. Während der Grüne Bericht eine positive Einkommensentwicklung zeigt, gibt es weiterhin Herausforderungen durch den Klimawandel und den internationalen Wettbewerb. Die Regierung plant, die Unterstützung für benachteiligte Gebiete fortzusetzen und die heimische Produktion zu stärken.
Ein Experte erklärte: "Die österreichische Landwirtschaft steht an einem Scheideweg. Es ist entscheidend, dass wir nachhaltige Praktiken fördern und den Strukturwandel aktiv gestalten, um die Existenz der Betriebe zu sichern."
Insgesamt zeigt der Bericht, dass die Landwirtschaft in Österreich vor komplexen Herausforderungen steht, aber auch Chancen bietet, die es zu nutzen gilt.