Österreich steht an einem entscheidenden Punkt: Die industrielle Zukunft hängt stark von der Integration neuer Technologien ab. Besonders die Künstliche Intelligenz (KI) bietet eine Fülle an Möglichkeiten, doch gleichzeitig drohen hohe Kosten und geopolitische Spannungen die Wettbewerbsfähigkeit zu
Österreich steht an einem entscheidenden Punkt: Die industrielle Zukunft hängt stark von der Integration neuer Technologien ab. Besonders die Künstliche Intelligenz (KI) bietet eine Fülle an Möglichkeiten, doch gleichzeitig drohen hohe Kosten und geopolitische Spannungen die Wettbewerbsfähigkeit zu untergraben. Die Industriellenvereinigung (IV) hat daher eine Task Force ins Leben gerufen, um die Chancen der KI zu nutzen und notwendige Reformen einzufordern.
Die IV-Task Force Künstliche Intelligenz vereint die führenden Unternehmen Österreichs, um den KI-Reifegrad der heimischen Industrie zu erhöhen. Mit über 100 Leitbetrieben, die sich bereits angeschlossen haben, wird ein Raum für Peer Learning und den Austausch konkreter Anwendungsfälle geschaffen.
Christoph Neumayer, Generalsekretär der Industriellenvereinigung, beschreibt die Situation bildhaft: „Mit der Künstlichen Intelligenz rollt eine Welle auf uns zu. Wir haben zwei Möglichkeiten: Entweder wir lassen uns von ihr überrollen oder wir springen rechtzeitig auf und nutzen ihre Kraft, um voranzukommen.“ Diese Aussage unterstreicht die Dringlichkeit, mit der Europa im globalen Technologiewettbewerb konfrontiert ist. Während in den USA im Vorjahr 40 große Foundation Modelle entwickelt wurden und in China 15, waren es in der EU lediglich drei.
Österreich verfügt über eine starke industrielle Basis, die es zu schützen und zu transformieren gilt. Viele heimische Leitbetriebe sind Weltmarktführer, vernetzt und forschungsstark. Dennoch sind Maßnahmen nötig, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Eine kürzlich vorgelegte Studie weist Österreich beim KI-Reifegrad mit 30 Punkten unter dem EU- und Weltdurchschnitt aus. Ein Weckruf, wie Thomas Arnoldner, Deputy CEO der A1 Group und Vorsitzender der IV-Task Force KI, betont. „Ein Großteil der Unternehmen muss noch eine klar ausformulierte KI-Strategie entwickeln. Aber wir haben auch Stärken: Österreich liegt bei Datensicherheit und Compliance über dem EU-Schnitt. Das sind wertvolle Startpunkte.“
Richtig eingesetzt, könnte KI ein „Motor für Wachstum und Innovation“ sein. Sie macht Prozesse effizienter, spart Ressourcen und eröffnet völlig neue Geschäftsmodelle. Gerade für ein exportstarkes Land wie Österreich ist das entscheidend. Doch das Zeitfenster ist klein. Wer zu spät handelt, wird abgehängt.
Christoph Knogler ergänzt: „Wir wissen – KI ist ein Gamechanger. Auch für unsere heimische Industrie hat sie das Potential der Gamechanger zu werden. Wenn wir sie klug und aktiv nutzen, verbessert sie unsere Wettbewerbsfähigkeit und stärkt somit unseren Industriestandort Österreich.“
Die IV-Task Force hat zentrale Handlungsfelder für den Standort definiert:
„Österreich ist ein starker Produktionsstandort und genau hier liegt unser Vorteil und unsere große Chance: Wenn wir unser tiefes Produktionswissen mit KI verbinden, entsteht ein Vorsprung, den andere nicht kopieren können“, betont Arnoldner.
Entscheidend sei zudem die Einbindung der Belegschaften, betont Knogler: „Die Mitarbeitenden müssen von Anfang an mitgenommen werden. Durch gezielte Schulungen, Weiterbildungsprogramme und eine offene Kommunikationskultur können Vorbehalte abgebaut und Vertrauen geschaffen werden. Das vorhandene Domänenwissen ist ein Schatz, kombiniert mit KI-Methoden entsteht hier echter Mehrwert.“
Um das volle Potenzial ausschöpfen zu können, braucht es eine breit angelegte Bildungs- und Qualifizierungsoffensive:
„Die IV-Task Force KI zeigt, wie es geht: Peer Learning, konkrete Use Cases, Austausch zwischen Branchen. Aber für den großen Sprung braucht es mutige Reformen und ein investitionsfreundliches Umfeld“, so Neumayer abschließend.