Grenzübergreifendes Projekt stärkt Unternehmen mit 1,25 Millionen Euro EU-Förderung
Zwischen Passau und Oberösterreich entsteht ein vernetzter Innovationsraum für Künstliche Intelligenz, Robotik und Sensorik.
Ein ambitioniertes grenzübergreifendes Projekt nimmt Fahrt auf: Mit InnRaum³ entsteht zwischen Bayern und Oberösterreich ein vernetzter Innovationsraum, der Unternehmen, Start-ups und Studierenden Zugang zu modernsten Technologien ermöglichen soll. Das Vorhaben wird mit 1,25 Millionen Euro aus EU-Mitteln des Interreg-Programms Bayern-Österreich gefördert.
Das Herzstück des Projekts bilden drei strategisch positionierte Innovationszentren: der INN.KUBATOR in Passau, das Techno-Z Ried im Innkreis sowie das Raiffeisen Techno-Z in Schärding. Diese Standorte werden zu einem gemeinsamen Netzwerk verbunden, das die Grenzen zwischen Deutschland und Österreich für Innovationen durchlässig macht.
"Wie kann europäische Zusammenarbeit die Innovationskraft ländlicher Grenzregionen stärken?", lautet die zentrale Frage, die das Projekt zu beantworten sucht. Die Antwort liegt in der intelligenten Vernetzung bestehender Infrastrukturen und der gemeinsamen Nutzung von Ressourcen über nationale Grenzen hinweg.
Jeder der drei Standorte wird sich auf spezifische Technologiebereiche konzentrieren, die für kleine und mittlere Unternehmen oft schwer zugänglich sind. In Passau liegt der Schwerpunkt auf Künstlicher Intelligenz und digitalen Technologien, Ried im Innkreis fokussiert sich auf Robotik, während Schärding als Kompetenzzentrum für Sensorik fungiert.
Diese Spezialisierung ermöglicht es den beteiligten Unternehmen, je nach Bedarf auf die passenden Technologien und das entsprechende Know-how zuzugreifen. Gleichzeitig können sie von den Synergieeffekten profitieren, die durch die Vernetzung der verschiedenen Technologiebereiche entstehen.
Neben dem Zugang zu modernster Infrastruktur plant InnRaum³ ein umfassendes Bildungs- und Veranstaltungsprogramm. Hackathons und Makeathons sollen kreative Lösungsansätze fördern und den Austausch zwischen verschiedenen Akteuren intensivieren. Ein grenzübergreifendes Weiterbildungsprogramm wird in enger Kooperation mit regionalen Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft entwickelt.
Diese Formate sprechen sowohl etablierte Unternehmen als auch Start-ups und Studierende an. Dadurch entsteht ein lebendiges Ökosystem, in dem Wissen und Erfahrungen zwischen verschiedenen Generationen und Unternehmensgrößen ausgetauscht werden können.
Das Projekt InnRaum³ ist ein anschauliches Beispiel dafür, wie EU-Kohäsionspolitik konkret wirkt. Die Förderung aus dem Interreg-Programm Bayern-Österreich 2021-2027 ermöglicht es, Innovationsräume zu schaffen, die ohne europäische Unterstützung kaum realisierbar wären.
Koordiniert wird das Vorhaben von der Universität Passau als Lead Partner. Diese akademische Führung gewährleistet, dass wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Anwendungen eng miteinander verzahnt werden. Gleichzeitig profitieren Studierende von direktem Zugang zu realen Unternehmensprojekten und modernster Technologie.
Besonders bemerkenswert ist der Fokus auf ländliche Grenzregionen. Oft konzentrieren sich Innovationszentren auf große Metropolregionen, während strukturschwächere Gebiete vernachlässigt werden. InnRaum³ zeigt einen anderen Weg auf: Durch gezielte Förderung und intelligente Vernetzung können auch kleinere Städte und Regionen zu Innovationsmotoren werden.
Die Innregion zwischen Passau, Ried im Innkreis und Schärding bietet ideale Voraussetzungen für ein solches Vorhaben. Die geografische Nähe der drei Standorte ermöglicht persönlichen Austausch und gemeinsame Projekte, während gleichzeitig die jeweiligen nationalen Stärken und Besonderheiten genutzt werden können.
Für die teilnehmenden Unternehmen ergeben sich vielfältige Vorteile. Sie erhalten Zugang zu Technologien und Infrastrukturen, die sie sich allein nicht leisten könnten oder wollten. Gleichzeitig können sie von der Expertise der anderen Standorte profitieren und neue Kooperationen eingehen.
Besonders kleine und mittlere Unternehmen, die das Rückgrat der regionalen Wirtschaft bilden, profitieren von diesem Angebot. Sie können Zukunftstechnologien testen, bevor sie eigene Investitionen tätigen, und erhalten Unterstützung bei der digitalen Transformation ihrer Geschäftsmodelle.
Auch für Start-ups und Gründer bietet InnRaum³ attraktive Möglichkeiten. Sie erhalten nicht nur Zugang zu modernster Infrastruktur, sondern können auch von der Nähe zu etablierten Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen profitieren. Dies erleichtert den Zugang zu Kunden, Investoren und Kooperationspartnern.
Die grenzübergreifende Ausrichtung eröffnet zusätzlich neue Märkte und Möglichkeiten. Start-ups können von Beginn an international denken und agieren, ohne die Vorteile einer regionalen Verankerung zu verlieren.
InnRaum³ adressiert eine der zentralen Herausforderungen unserer Zeit: die digitale Transformation der Wirtschaft. Gerade für etablierte Unternehmen in traditionellen Branchen kann der Wandel überwältigend sein. Das Projekt bietet einen strukturierten und unterstützenden Rahmen für diese Transformation.
Durch die Kombination verschiedener Technologiebereiche – von Künstlicher Intelligenz über Robotik bis hin zur Sensorik – können Unternehmen ganzheitliche Lösungsansätze entwickeln. Diese Integration verschiedener Technologien entspricht den Anforderungen der Industrie 4.0 und des Internet of Things.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Nachhaltigkeit des Projekts. Durch die Vernetzung bestehender Strukturen und die gemeinsame Nutzung von Ressourcen wird eine effiziente und umweltschonende Entwicklung gefördert. Gleichzeitig trägt das Projekt zur Stärkung der regionalen Wirtschaftsstruktur bei und reduziert die Abhängigkeit von externen Zentren.
Die grenzübergreifende Zusammenarbeit fördert auch das Verständnis für verschiedene nationale Ansätze und Regulierungen. Dies ist besonders wichtig in einer Zeit, in der europäische Integration nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich und technologisch vorangetrieben werden muss.
Das Projekt InnRaum³ läuft über einen Zeitraum von mehreren Jahren und soll nachhaltige Strukturen schaffen, die auch nach Ende der Förderperiode Bestand haben. Die Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem Projekt können als Blaupause für ähnliche Initiativen in anderen Grenzregionen dienen.
Besonders interessant wird es sein zu beobachten, wie sich die drei Standorte entwickeln und welche neuen Kooperationen und Geschäftsmodelle entstehen. Die Kombination aus akademischer Führung, praktischer Anwendung und grenzübergreifender Vernetzung bietet optimale Voraussetzungen für Innovation und Wachstum.
InnRaum³ zeigt, dass europäische Integration nicht nur auf der großen politischen Bühne stattfindet, sondern auch ganz konkret in der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Universitäten und regionalen Akteuren. Das Projekt ist ein ermutigendes Beispiel dafür, wie EU-Fördermittel gezielt eingesetzt werden können, um Innovation zu fördern und Regionen zu stärken.