Die Kollektivvertragsverhandlungen für Österreichs Hotel- und Gastgewerbe sind am 10. Dezember 2024 ohne Einigung zu Ende gegangen. Während die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) mit einem Angebot ...
Die Kollektivvertragsverhandlungen für Österreichs Hotel- und Gastgewerbe sind ohne Einigung zu Ende gegangen. Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) ist mit einem Angebot von durchschnittlich 3 % Lohnerhöhung an die Gewerkschaften herangetreten, konnte jedoch keine Einigung erzielen.
Steigerungen bei Nächtigungszahlen und nominellen Umsätzen sind nicht mit steigenden realen Umsätzen oder gar steigenden Betriebsergebnissen gleichzusetzen. Die Kosten für Vorleistungen wie Energie, Lebensmittel und Mitarbeiter:innen sind in den letzten Jahren massiv gestiegen, und nur jeder zehnte Betrieb kann diese Kostensteigerungen über Preisanpassungen weitergeben. Die Folge: Die Betriebsergebnisse stagnieren seit 2019 oder sind rückläufig – sowohl in der Gastronomie als auch in der Hotellerie. Ebenso ist die reale Bruttowertschöpfung in den letzten beiden Jahren gesunken: 2024 um 0,3 %, für 2025 liegt die Prognose bei einem Minus von 0,6 %.
Zusätzlich belastet die aktuelle geopolitische Lage die Branche, da mit keinen Erleichterungen bei den Energiekosten zu rechnen ist und die Gefahr besteht, dass es auch auf Nachfrageseite zu weiteren Einbrüchen kommt.
„In dieser Situation sind KV-Abschlüsse mit Augenmaß das Gebot der Stunde. Insbesondere, da die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber in den letzten Jahren, trotz Corona- und darauffolgender Energiekrise, kontinuierlich und erheblich in ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter investiert haben“, so Alois Rainer und Georg Imlauer, Obmänner und Chefverhandler der gastgewerblichen Fachverbände in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). So wurden unter anderem die Mindestlöhne und -gehälter im Vorjahr, im Unterschied zu vielen anderen Branchen, deutlich - um einen Prozentpunkt - über der Inflation angehoben. Insgesamt betrug die Steigerung der Mindestlöhne und -gehälter in den letzten vier Jahren 27,1 Prozent und lag damit deutlich über der Inflation.
Zusätzlich ist in den letzten beiden Jahren stufenweise ein neuer Rahmenkollektivvertrag in Kraft getreten, der neben weiteren deutlichen Reallohnerhöhungen - durch erhöhte Sonderzahlungen, ausgeweitete Nachtarbeitszuschläge und Anrechnung von Vordienstzeiten - zahlreiche weitere Anliegen der Arbeitnehmerseite berücksichtigt und massive strukturelle Verbesserungen für Arbeitnehmer:innen mit sich bringt.
„Unsere Betriebe haben in den letzten Jahren Verantwortung für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übernommen und hart an besseren Rahmenbedingungen gearbeitet, denn wir wissen, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Herzstück unserer Betriebe sind", betonen die Obleute und weiter: "Für viele Unternehmen waren diese zusätzlichen Kosten angesichts der wirtschaftlichen Gesamtlage eine enorme Herausforderung. Umso unverständlicher ist es, dass diese Leistungen von den Gewerkschaften negiert werden."
„Wir appellieren an unsere Sozialpartner, im Sinne der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wie auch der Unternehmerinnen und Unternehmer, unser Angebot nochmals umfassend zu bewerten, sodass wir zum Wohle der gesamten Branche einen Lohn- und Gehaltsabschluss erzielen können", so Rainer und Imlauer abschließend.