Tierschutzombudsstelle Wien warnt vor mangelnder Transparenz bei Fischprodukten und gibt Tipps für bewussten Konsum
Zum traditionellen Heringsschmaus mahnt die Stadt Wien zu mehr Bewusstsein beim Fischeinkauf. Ein Ratgeber hilft bei der ethischen Kaufentscheidung.
Mit dem Ende der Faschingszeit steht der traditionelle Heringsschmaus wieder auf dem Speiseplan vieler österreichischer Haushalte. Doch was als kulinarische Tradition gefeiert wird, verdient aus Sicht des Tierschutzes einen kritischeren Blick. Die Tierschutzombudsstelle Wien nimmt den Anlass zum Anlass, um auf die problematischen Hintergründe des Fischkonsums aufmerksam zu machen und Konsumentinnen und Konsumenten praktische Hilfestellung zu bieten.
Knapp acht Kilogramm Fisch verzehren Menschen in Österreich durchschnittlich pro Jahr. Eine Zahl, die angesichts der globalen Situation der Fischbestände nachdenklich stimmen sollte. Die Wiener Tierschutzombudsfrau Eva Persy mahnt zur Besonnenheit: „In Zeiten heillos überfischter Heringsbestände in den Ozeanen und hochtechnisierter Fangmethoden, die großes Leid bei den Tieren verursachen, sollte diese Tradition zeitgemäßer gelebt werden."
Die industrielle Fischerei hat in den vergangenen Jahrzehnten Ausmaße angenommen, die viele Fischpopulationen an den Rand des Zusammenbruchs gebracht haben. Moderne Fangflotten sind mit Technologien ausgestattet, die kaum einem Fischschwarm eine Chance lassen. Schleppnetze, die über den Meeresboden gezogen werden, zerstören dabei nicht nur die Lebensräume am Grund, sondern fangen auch unzählige Tiere als sogenannten Beifang, die tot oder sterbend wieder über Bord geworfen werden.
Tierschutzstadtrat Jürgen Czernohorszky appelliert daher an die Wienerinnen und Wiener: „Starten Sie mit gutem Gewissen in die Fastenzeit und setzen Sie mit der Wahl Ihres Fischgerichts ein Zeichen für Tier- und Umweltschutz."
Wer beim Heringsschmaus auf Nachhaltigkeit und Tierwohl achten möchte, steht vor einem grundlegenden Problem: Die Kennzeichnung von Fischprodukten ist lückenhaft und für Verbraucher oft undurchschaubar. Eine aktuelle Recherche der Tierschutzombudsstelle Wien zeigt, dass Transparenz und Nachvollziehbarkeit bei verarbeiteten Fischprodukten kaum gegeben sind.
„Verarbeitete Produkte wie Konserven oder Salate sind von der EU-Kennzeichnungspflicht ausgenommen. Die Rückverfolgbarkeit sowie das Treffen einer ethischen Kaufentscheidung sind daher viel schwieriger