FPÖ-Politiker fordert am Aschermittwoch starke Neutralität und Sicherheit für Österreich
Beim traditionellen FPÖ-Aschermittwoch in Ried kritisierte Haimbuchner die Bundesregierung scharf und betonte Österreichs Neutralität.
Der traditionelle politische Aschermittwoch der FPÖ Oberösterreich lockte auch heuer wieder Tausende Besucher nach Ried. In der ausverkauften Jahn-Turnhalle versammelten sich rund 2.000 Teilnehmer, um den Reden von Bundesparteiobmann Herbert Kickl und Landesparteiobmann Manfred Haimbuchner zu lauschen. Die Veranstaltung, bei der für 19 Euro Bier und Heringsschmaus serviert wurden, bot wieder die gewohnte Mischung aus politischer Abrechnung und programmatischen Aussagen.
Haimbuchner ging gleich zu Beginn hart mit der aktuellen Bundesregierung ins Gericht, die er als "Verlierer-Koalition" bezeichnete. "Von dieser Koalition brauchen wir eine Befreiung", so der stellvertretende Landeshauptmann. Er warf der Regierung "Demokratieverweigerung" vor, da sich die drei Parteien nur zusammengeschlossen hätten, um "Volkskanzler Kickl" zu verhindern.
Besonders deutlich wurden seine Worte in Richtung der Regierungsspitze. Über Bundeskanzler Stocker sagte er: "Ich habe ständig das Gefühl, der sitzt im Kanzleramt und hofft, dass niemand merkt, dass er Bundeskanzler ist." Vizekanzler Andreas Babler charakterisierte er als "einen Mann, der als Bürgermeister von Traiskirchen gescheitert ist".
Ein zentrales Thema seiner Rede war die österreichische Neutralität. Haimbuchner bekannte sich klar dazu und betonte: "Neutralität ist kein gemütliches Sofa. Sie bedeutet auch Bewaffnung, finanziellen Einsatz und Verantwortung." Als ehemaliger Grundwehrdiener unterstrich er die Bedeutung des Bundesheeres, kritisierte aber gleichzeitig dessen jahrzehntelange Vernachlässigung.
"Jahrzehntelang wurde das Bundesheer schlecht geredet, lächerlich gemacht und herabgewirtschaftet", so Haimbuchner. Dies sei auch ein Grund dafür, dass sich immer weniger junge Männer für den Militärdienst meldeten.
Als Landespolitiker aus dem industriereichen Oberösterreich legte Haimbuchner besonderen Wert auf wirtschaftspolitische Themen. "Oberösterreich ist das industrielle Herz dieses Landes. Hier wird gearbeitet, hier wird produziert, hier wird der Wohlstand erwirtschaftet", betonte er.
Scharfe Kritik übte er am europäischen Green Deal: "Die EU reguliert unsere Wirtschaft zu Tode, belastet Unternehmer mit unnötiger Bürokratie und depperten CO₂-Abgaben." Währenddessen würden sich andere Industrienationen "ins Fäustchen lachen". Seine Forderung war klar: "Die CO₂-Steuer muss weg! Energieabgaben müssen auf ein Niveau, mit dem unsere Betriebe international bestehen können."
Haimbuchner warnte vor den Auswirkungen der europäischen Klimapolitik auf traditionelle Industriezweige. Die Erzeugung von Stahl, Ziegel, Zement, Aluminium, Dünger und Papier müsse auch in Zukunft in Oberösterreich wirtschaftlich möglich sein. "Nur so gibt es Arbeitsplätze und Wohlstand", argumentierte er.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Migrationspolitik. Haimbuchner kritisierte, dass die EU zwar in anderen Bereichen übermäßig reguliere, aber "in der Migrationspolitik alle Schleusen geöffnet" habe. "Wenn jemand sagt, dass Überfremdung und Migrantengewalt um sich greifen, dann ist er kein Hetzer, sondern hat einfach Augen im Kopf", so seine pointierte Aussage.
Zu Diskussionen über Begriffe wie Remigration meinte er: "Wie was am Ende heißt ist mir dann auch wurscht, Hauptsache die Mörder, Vergewaltiger, Belästiger, Drogendealer, die Sozialschmarotzer verschwinden aus unserer schönen Heimat." Gleichzeitig betonte er, dass Menschenrechte selbstverständlich gelten würden, aber mit klarer Priorität für die österreichische Bevölkerung.
Mit einem Augenzwinkern ging Haimbuchner auch auf die Medienlandschaft ein. Die FPÖ habe bereits das Fernsehen "revolutioniert" und nehme nun das Radio in Angriff. "Austria First! Heute ist dieser Radiosender schon eine Legende", spielte er auf den Erfolg von "Immer vorwärts FPÖ" in den Charts an.
Der FPÖ-Politiker sieht seine Partei im Einklang mit internationalen Trends. "Es weht weltweit der Wind der Veränderung", sagte er mit Verweis auf konservative Regierungen und Bewegungen in den USA, Italien, Ungarn und Tschechien. In Frankreich sei der Rassemblement National stärker denn je, die AfD in Deutschland werde stärkste Partei.
"Die politische Wende ist da, es ist eine Wende zur Demokratie", interpretierte Haimbuchner diese Entwicklungen. Es sei völlig normal, dass auch im deutschsprachigen Raum "rechtskonservative, rechtsliberale und patriotische Parteien die Regierungschefs stellen werden".
Trotz aller Kritik endete Haimbuchner mit einer positiven Botschaft: "Wir Freiheitliche sind dafür und treten mit all unserer Kraft dafür ein, dass unser schönes Österreich wieder funktioniert. Dafür, dass sich Leistung lohnt."
Er verwies auf die freiheitliche Regierungsarbeit in Oberösterreich als Beispiel erfolgreicher Politik: "In Oberösterreich zeigen wir seit Jahren, wie freiheitliche Politik geht in den Gemeinden, den Städten oder in der Landesregierung – im Wohnbau, im Verkehr, in der Familienpolitik und in der Finanzpolitik."
Haimbuchner betonte auch die Verlässlichkeit seiner Partei in Regierungsverantwortung: "Ein freiheitlicher Handschlag zählt. Wir sind ein verlässlicher Partner als Nummer Drei gewesen, wir sind ein verlässlicher Partner als Nummer Zwei und wir werden das auch als Nummer Eins sein."
Mit einem emotionalen Appell beendete er seine Rede: "Wir haben nur einmal eine Heimat, ein Oberösterreich und dieses Österreich – schauen wir darauf!" Diese Worte unterstrichen noch einmal das zentrale Anliegen seiner Politik: die Bewahrung und den Schutz der österreichischen Identität und Souveränität.
Die Veranstaltung unterstrich auch die internationalen Verbindungen der FPÖ. Neben österreichischen Politikern waren auch Vertreter der deutschen AfD anwesend, darunter Ansgar Schledde vom Landesverband Niedersachsen und Martin Braukmann aus Sachsen. Dies verdeutlicht die grenzüberschreitende Vernetzung rechtspopulistischer Parteien im deutschsprachigen Raum.
Der Aschermittwoch 2026 zeigte damit einmal mehr die programmatischen Schwerpunkte der FPÖ auf: strikte Neutralität, Wirtschaftsförderung statt Klimaschutz, restriktive Migrationspolitik und die Vision eines "funktionierenden Österreichs" unter freiheitlicher Führung. Ob diese Botschaften bei den anstehenden Wahlen verfangen werden, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.