Lokalaugenschein auf der Tauernautobahn am 19. Februar 2026 – Fremdenpolizeiliche Kontrollen im Fokus
Innenminister Karner informiert gemeinsam mit der Kärntner Polizeiführung über aktuelle Grenzschutzmaßnahmen bei einem Lokalaugenschein auf der A10.
Das Bundesministerium für Inneres verstärkt seine Präsenz an strategisch wichtigen Verkehrsknotenpunkten in Österreich. Am 19. Februar 2026 findet auf der Tauernautobahn (A10) in Kärnten ein groß angelegter Lokalaugenschein bei einer fremden- und grenzpolizeilichen Schwerpunktaktion statt. Innenminister Gerhard Karner wird dabei gemeinsam mit der Landespolizeidirektorin von Kärnten, Michaela Kohlweiß, sowie dem Leiter der Fremden- und Grenzpolizeilichen Abteilung (FGA) Kärnten, Armin Lukmann, die aktuellen Sicherheitsmaßnahmen präsentieren.
Der Termin findet am Verkehrskontrollpunkt (VKP) Kellerberg statt, der sich auf der Tauernautobahn in Fahrtrichtung Salzburg befindet. Dieser Standort gilt als einer der wichtigsten Kontrollpunkte im Süden Österreichs, da die A10 eine zentrale Transitroute zwischen Italien, Slowenien und den nördlichen Bundesländern sowie Deutschland darstellt.
Die Tauernautobahn verbindet als Teil des transeuropäischen Verkehrsnetzes den Großraum Villach mit Salzburg und stellt damit eine der meistbefahrenen Fernverkehrsrouten Österreichs dar. Täglich passieren tausende Fahrzeuge diese Strecke, was den Standort besonders relevant für grenzpolizeiliche Maßnahmen macht.
Die angekündigte Schwerpunktaktion ist Teil der kontinuierlichen Bemühungen des Innenministeriums, die Grenzsicherheit in Österreich zu gewährleisten. Fremdenpolizeiliche Kontrollen an Hauptverkehrsrouten dienen dabei mehreren Zielen: der Bekämpfung illegaler Migration, der Verhinderung von Schlepperei sowie der allgemeinen Erhöhung der öffentlichen Sicherheit.
Im Rahmen des Lokalaugenscheins wird zunächst eine Lageeinweisung für die anwesenden Medienvertreterinnen und Medienvertreter stattfinden. Dabei werden die Einsatzkräfte vor Ort ihre Arbeitsweise und die technischen Möglichkeiten der Kontrollen demonstrieren. Anschließend werden Innenminister Karner, Landespolizeidirektorin Kohlweiß und FGA-Leiter Lukmann in Statements die aktuelle Situation und die strategische Ausrichtung der Grenzschutzmaßnahmen erläutern.
Die Fremden- und Grenzpolizeiliche Abteilung (FGA) ist eine zentrale Organisationseinheit innerhalb der österreichischen Landespolizeidirektionen. Sie ist zuständig für alle Angelegenheiten des Fremdenrechts, der Grenzkontrolle sowie der Bekämpfung der Schlepperkriminalität. In Kärnten kommt dieser Abteilung aufgrund der geografischen Lage des Bundeslandes eine besondere Bedeutung zu.
Kärnten grenzt im Süden an Italien und Slowenien, beides Mitgliedstaaten der Europäischen Union und des Schengen-Raums. Dennoch finden im Rahmen der sogenannten Binnengrenzkontrollen, die seit der Migrationskrise 2015 mehrfach verlängert wurden, verstärkte Überprüfungen statt. Diese Kontrollen werden von Österreich mit Verweis auf die anhaltende Bedrohung durch irreguläre Migration und Schlepperei begründet.
Verkehrskontrollpunkte wie jener in Kellerberg sind feste Einrichtungen entlang der Autobahnen, die speziell für polizeiliche Kontrollen konzipiert wurden. Sie ermöglichen es den Einsatzkräften, Fahrzeuge aus dem fließenden Verkehr herauszuziehen und systematische Überprüfungen durchzuführen, ohne den gesamten Verkehrsfluss zu beeinträchtigen.
An diesen Kontrollpunkten werden modernste technische Hilfsmittel eingesetzt, darunter Dokumentenlesegeräte, Datenbanksysteme zur Fahndungsabfrage sowie mobile Röntgengeräte zur Überprüfung von Fahrzeugen. Die Beamtinnen und Beamten der Polizei arbeiten dabei häufig in gemischten Teams, die sowohl uniformierte Kräfte als auch Spezialisten der Kriminalpolizei umfassen.
Die Grenzschutzpolitik Österreichs steht im Spannungsfeld zwischen europäischer Integration und nationalen Sicherheitsinteressen. Während der Schengen-Raum grundsätzlich den freien Personenverkehr ohne Grenzkontrollen vorsieht, hat Österreich – wie auch andere Mitgliedstaaten – in den vergangenen Jahren verstärkt von der Möglichkeit temporärer Binnengrenzkontrollen Gebrauch gemacht.
Diese Maßnahmen werden von der österreichischen Bundesregierung als notwendig erachtet, um auf die anhaltenden Migrationsströme sowie die damit verbundene Schlepperkriminalität zu reagieren. Kritiker hingegen bemängeln, dass dauerhafte Kontrollen den Grundgedanken des Schengen-Abkommens untergraben und den freien Waren- und Personenverkehr behindern.
Das Bundesland Kärnten nimmt aufgrund seiner geografischen Lage eine Schlüsselposition im österreichischen Grenzschutz ein. Als südlichstes Bundesland Österreichs ist es das erste Eintrittsgebiet für Reisende, die aus Italien über den Karawankentunnel oder aus Slowenien einreisen. Die Tauernautobahn wiederum ist die Hauptverbindung in den Norden des Landes.
Diese Transitfunktion bringt besondere Herausforderungen mit sich. Die Polizeikräfte in Kärnten müssen nicht nur die klassische Grenzkontrolle bewältigen, sondern auch den enormen Transitverkehr überwachen, der täglich durch das Bundesland strömt. Schwerpunktaktionen wie jene am 19. Februar sind daher ein wichtiges Instrument, um Präsenz zu zeigen und potenzielle Straftäter abzuschrecken.
Der gemeinsame Auftritt von Innenminister Karner mit der Landespolizeidirektorin Kohlweiß unterstreicht die enge Zusammenarbeit zwischen dem Bund und den Ländern im Bereich der inneren Sicherheit. Während die grundsätzliche Sicherheitspolitik auf Bundesebene festgelegt wird, obliegt die operative Umsetzung den Landespolizeidirektionen.
Landespolizeidirektorin Michaela Kohlweiß steht seit ihrer Ernennung vor der Aufgabe, die Kärntner Polizei sowohl personell als auch technisch für die aktuellen Herausforderungen zu rüsten. Die Fremden- und Grenzpolizeiliche Abteilung unter der Leitung von Armin Lukmann spielt dabei eine zentrale Rolle, da sie die operativen Einsätze im Bereich Grenzschutz koordiniert und durchführt.
Grenzpolizeiliche Schwerpunktaktionen haben in der Vergangenheit wiederholt zur Aufdeckung von Straftaten geführt. Neben der Feststellung von illegalen Grenzübertritten werden bei solchen Kontrollen regelmäßig auch andere Delikte aufgedeckt, darunter Dokumentenfälschungen, Verstöße gegen das Waffengesetz, Suchtmitteldelikte sowie offene Haftbefehle.
Die Präsenz hochrangiger Vertreter bei einem solchen Einsatz dient nicht zuletzt auch der Motivation der eingesetzten Beamtinnen und Beamten. Sie signalisiert die Wertschätzung ihrer Arbeit durch die politische Führung und unterstreicht die Bedeutung, die der Grenzschutz in der aktuellen Sicherheitspolitik einnimmt.
Das Innenministerium hat Medienvertreterinnen und Medienvertreter zu dem Termin eingeladen. Der Lokalaugenschein beginnt um 9:30 Uhr am Verkehrskontrollpunkt Kellerberg. Aus technischen Gründen wird darauf hingewiesen, dass eine Tonangel für die Aufnahme der Statements erforderlich ist.
Aufgrund der besonderen Verkehrsführung am Kontrollpunkt, der sich in Fahrtrichtung Salzburg befindet, müssen Medienvertreter bei der Abreise über die Raststation Feistritz fahren, um auf die Richtungsfahrbahn nach Klagenfurt zu wechseln. Diese logistische Besonderheit ist bei der Planung der Anreise und Abreise zu berücksichtigen.
Der angekündigte Lokalaugenschein reiht sich in eine Serie von Maßnahmen ein, mit denen das Innenministerium seine Entschlossenheit im Bereich Grenzschutz demonstriert. Es ist zu erwarten, dass Innenminister Karner bei seinen Statements auch auf die zukünftige Ausrichtung der österreichischen Grenzschutzpolitik eingehen wird.
Die Frage, wie lange die temporären Binnengrenzkontrollen noch aufrechterhalten werden und welche Alternativen es gibt, beschäftigt nicht nur die österreichische Politik, sondern auch die Europäische Kommission. Österreich muss seine Maßnahmen regelmäßig begründen und verlängern lassen, was in der Vergangenheit wiederholt zu Diskussionen auf EU-Ebene geführt hat.
Mit dem Termin am 19. Februar 2026 setzt das Innenministerium ein klares Zeichen, dass der Grenzschutz auch weiterhin eine Priorität der österreichischen Sicherheitspolitik bleibt. Die konkrete Ausgestaltung und die aktuellen Zahlen zu Aufgriffen und Kontrollen werden voraussichtlich bei den angekündigten Statements präsentiert werden.