Vierter Jahrestag der russischen Invasion wird mit ökumenischem Gottesdienst und Requiem begangen
Am 24. Februar 2026 jährt sich der russische Überfall auf die Ukraine zum vierten Mal. Im Wiener Stephansdom finden Gedenkveranstaltungen statt.
Wien gedenkt am 24. Februar 2026 des vierten Jahrestages der russischen Großinvasion in der Ukraine mit einer besonderen Veranstaltung im Stephansdom. Das Zentrum für Ukrainische Initiativen in Kultur, Politik und Wirtschaft organisiert gemeinsam mit der ukrainischen Botschaft einen ökumenischen Gottesdienst und ein musikalisches Requiem.
Der 24. Februar 2022 markierte den Beginn einer neuen Phase des bereits seit 2014 andauernden Konflikts zwischen Russland und der Ukraine. An diesem Tag startete Russland eine großangelegte militärische Invasion, die das Leben von Millionen Menschen nachhaltig veränderte. Vier Jahre später steht dieser Tag symbolisch für das Leid, aber auch für den Widerstand des ukrainischen Volkes.
Die Gedenkveranstaltung im Stephansdom soll an verschiedene Opfergruppen erinnern: an jene, die ihr Leben für die Verteidigung ihres Landes geopfert haben, an Menschen, die in russischer Gefangenschaft Folterungen ausgesetzt sind, und an die Tausenden ukrainischer Kinder, die von Russland verschleppt wurden. Diese Aspekte des Krieges haben internationale Aufmerksamkeit erhalten und sind Gegenstand zahlreicher Menschenrechtsorganisationen und internationaler Untersuchungen.
Die Veranstaltung am Stephansplatz 3 in Wien beginnt um 14:30 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst. Diese Form des interreligiösen Gedenkens unterstreicht die Bedeutung des Ereignisses über konfessionelle Grenzen hinweg und spiegelt die Solidarität verschiedener christlicher Gemeinschaften mit der Ukraine wider.
Um 15:00 Uhr folgt ein musikalisches Requiem, das vom Kammerchor "Sofia" aufgeführt wird. Die Wahl des Requiems als musikalische Form unterstreicht den Gedenkcharakter der Veranstaltung und bietet Raum für stille Erinnerung und Trauer.
Der Stephansdom als Veranstaltungsort ist von besonderer symbolischer Bedeutung. Als eines der wichtigsten religiösen und kulturellen Wahrzeichen Wiens und Österreichs verleiht er der Gedenkveranstaltung zusätzliches Gewicht. Die Kathedrale hat in ihrer Geschichte bereits zahlreiche bedeutsame Ereignisse und Gedenkfeiern beherbergt und steht für Besinnung und Gemeinschaft in schwierigen Zeiten.
Das Zentrum für Ukrainische Initiativen in Kultur, Politik und Wirtschaft fungiert als Hauptveranstalter der Musikveranstaltung. Diese Organisation hat sich seit Beginn des Krieges als wichtige Stimme der ukrainischen Gemeinschaft in Österreich etabliert und organisiert regelmäßig kulturelle und politische Veranstaltungen.
Die Veranstaltung wird von mehreren prominenten Institutionen unterstützt. Die Botschaft der Ukraine in der Republik Österreich verleiht dem Ereignis offiziellen Charakter und unterstreicht die diplomatische Dimension des Gedenkens. Die Beteiligung der Vienna Insurance Group und des WIENER STÄDTISCHE Versicherungsvereins zeigt das Engagement der österreichischen Wirtschaft bei der Unterstützung solcher Gedenkveranstaltungen.
Vier Jahre nach Beginn der russischen Großinvasion hat der Konflikt tiefgreifende Auswirkungen auf Europa und die internationale Ordnung. Millionen von Ukrainern haben ihre Heimat verlassen müssen, viele davon haben in Österreich Zuflucht gefunden. Die österreichische Gesellschaft hat dabei eine bemerkenswerte Solidarität gezeigt, sowohl durch staatliche Programme als auch durch private Initiativen.
Die Situation der ukrainischen Kinder, die nach internationalen Berichten systematisch nach Russland deportiert wurden, bleibt eines der gravierendsten Menschenrechtsprobleme des Konflikts. Internationale Organisationen sprechen von Tausenden betroffenen Kindern, deren Schicksal oft ungewiss bleibt.
Für die ukrainische Gemeinschaft in Österreich haben solche Gedenkveranstaltungen eine besondere Bedeutung. Sie bieten nicht nur Raum für Trauer und Erinnerung, sondern auch für Gemeinschaftsgefühl und Solidarität. Viele Ukrainer in Österreich haben Familienangehörige oder Freunde im Kriegsgebiet und erleben den Konflikt daher sehr unmittelbar.
Die Veranstaltung im Stephansdom symbolisiert auch die Integration der ukrainischen Gemeinschaft in die österreichische Gesellschaft und die Anerkennung ihrer Anliegen durch wichtige österreichische Institutionen.
Gedenkveranstaltungen wie diese haben mehrere wichtige Funktionen: Sie halten die Erinnerung an aktuelle Konflikte wach, bieten Betroffenen Raum für Trauer und Gedenken, und sensibilisieren die Öffentlichkeit für andauernde Menschenrechtsverletzungen. In einer Zeit, in der sich die mediale Aufmerksamkeit oft schnell neuen Themen zuwendet, sind solche Ereignisse wichtig, um das Bewusstsein für anhaltende Krisen aufrechtzuerhalten.
Die Wahl des Jahrestages unterstreicht die Kontinuität des Konflikts und die Notwendigkeit, das Thema nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Für die internationale Gemeinschaft bleibt der Ukraine-Konflikt eine der größten Herausforderungen für Frieden und Stabilität in Europa.
Interessierte können sich für weitere Informationen an Dr. Oleksandra Saienko vom Zentrum für Ukrainische Initiativen wenden. Die Veranstaltung ist öffentlich zugänglich und lädt alle ein, gemeinsam der Opfer zu gedenken und ein Zeichen der Solidarität zu setzen.