Haider sieht heimische Fischwirtschaft durch neue Vorschriften gefährdet
Die geplante Änderung der EU-Wasserrahmenrichtlinie stößt bei der FPÖ auf scharfe Kritik. Besonders die österreichische Fischwirtschaft sei bedroht.
Die geplante Änderung der EU-Wasserrahmenrichtlinie sorgt für politischen Wirbel in Österreich. Der freiheitliche Europaparlamentarier Mag. Roman Haider übt scharfe Kritik an den neuen Vorschriften und sieht die heimische Fischwirtschaft sowie die Lebensmittelversorgung des Landes bedroht.
Besonders die in der Richtlinie enthaltenen Vorschriften zur Renaturierung bereiten der FPÖ Sorgen. "Wieder einmal versucht die EU Landwirtschaft und Naturschutz gegeneinander auszuspielen und dabei landwirtschaftliche Tätigkeiten zu erschweren oder zu verunmöglichen", kritisierte Haider die Pläne aus Brüssel.
Die Zahlen zur österreichischen Fischproduktion verdeutlichen die Problematik: Derzeit kann der steigende Fischkonsum in Österreich nur zu acht Prozent aus heimischer Produktion gedeckt werden. Diese bereits niedrige Quote könnte durch die neuen EU-Vorschriften weiter sinken, befürchtet die FPÖ.
Die österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) empfiehlt zwei Portionen Fisch pro Woche für eine ausgewogene Ernährung. Diese Empfehlung steht in deutlichem Kontrast zur heimischen Produktionskapazität. "Österreich kann seinen Eigenbedarf an Fisch nicht einmal einen Monat lang decken", stellte Haider fest.
Der Mangel an heimischem Fisch hat laut FPÖ mehrere negative Auswirkungen:
Ein zentraler Kritikpunkt Haiders richtet sich gegen die mangelnde Berücksichtigung nationaler Besonderheiten in der EU-Gesetzgebung. "Es ist eine katastrophale Unsitte geworden, einfach alle EU-Staaten über einen Kamm zu scheren, obwohl es gerade im Bereich der Umwelt substantielle Unterschiede gibt", erklärte der FPÖ-Politiker.
Österreich verfügt über große Wasserreserven und beste Wasserqualität. Jahrzehntelange intensive Bemühungen um Wasserschutz hätten bereits zu hervorragenden Ergebnissen geführt. Dennoch werde das Land auf eine Ebene mit Staaten gestellt, die mit trockenem Klima, geringen Wasserbeständen und größerer Verschmutzung zu kämpfen haben.
Haider zieht Parallelen zur bereits umstrittenen EU-Entwaldungsverordnung. Auch dort seien österreichische Besonderheiten nicht ausreichend berücksichtigt worden. Die neuen Wasservorschriften würden zu ähnlichen Problemen führen:
Die FPÖ fordert eine grundlegende Änderung der EU-Politik in diesem Bereich. Die Produktion heimischen Fischs sowie anderer hochwertiger Lebensmittel müsse endlich als wichtig für das öffentliche Interesse anerkannt werden - ähnlich der Energieversorgung.
"Dieser zunehmende Zentralismus aus Brüssel, wo man alles bis ins kleinste Detail regeln möchte, muss endlich ein Ende haben", stellte Haider fest. Mit "völlig nutzlosen Vorschriften" werde die Wirtschaft in allen Bereichen "geradezu erstickt".
Die geplanten Änderungen der Wasserrahmenrichtlinie könnten weitreichende Folgen für die österreichische Landwirtschaft haben. Fischproduzenten sehen sich bereits jetzt mit "völlig überbordender Bürokratie" konfrontiert. Statt eines dringend benötigten Aufschwungs sei mit einem weiteren Rückgang der heimischen Produktion zu rechnen.
Diese Entwicklung steht im Widerspruch zu den klimapolitischen Zielen der EU. Während einerseits Nachhaltigkeit und regionale Produktion gefördert werden sollen, erschweren andererseits bürokratische Hürden genau diese Bestrebungen.
Die Kritik der FPÖ reiht sich ein in eine breitere Debatte über die Ausrichtung der EU-Politik. Immer wieder wird der Vorwurf laut, Brüssel verkenne die Realitäten in den Mitgliedstaaten und setze auf Einheitslösungen, die lokalen Gegebenheiten nicht gerecht werden.
Die Wasserrahmenrichtlinie ist Teil des European Green Deal und soll zur Erreichung der Klimaziele beitragen. Kritiker sehen jedoch die Gefahr, dass gut gemeinte Umweltschutzmaßnahmen kontraproduktive Effekte haben könnten.
Die weitere Entwicklung der EU-Wasserrahmenrichtlinie wird zeigen, ob die Kritik der FPÖ Gehör findet. Fest steht, dass die Debatte um das richtige Maß zwischen Umweltschutz und wirtschaftlichen Interessen weitergehen wird.
Für die österreichische Fischwirtschaft könnte viel auf dem Spiel stehen. Die Branche kämpft bereits jetzt um ihre Existenz und sieht sich durch neue Vorschriften zusätzlich unter Druck gesetzt. Ob sich die Befürchtungen bewahrheiten oder ob Kompromisse gefunden werden, bleibt abzuwarten.