Die Industriellenvereinigung (IV) hat in einer aktuellen Pressemitteilung die immense Bedeutung der europäischen Forschungs- und Innovationspolitik für Österreich betont. Diese ist nicht nur ein entscheidender Standortfaktor, sondern auch ein wesentlicher Treiber für die Wettbewerbsfähigkeit des Lan
Die Industriellenvereinigung (IV) hat in einer aktuellen Pressemitteilung die immense Bedeutung der europäischen Forschungs- und Innovationspolitik für Österreich betont. Diese ist nicht nur ein entscheidender Standortfaktor, sondern auch ein wesentlicher Treiber für die Wettbewerbsfähigkeit des Landes. Vor den anstehenden Verhandlungen zum nächsten EU-Forschungsrahmenprogramm FP10 und dem nationalen FTI-Pakt ist klar, dass langfristige Planungssicherheit, exzellente Forschungsförderung und gezielte Zukunftsinvestitionen unerlässlich sind.
Das europäische Forschungsrahmenprogramm gilt als eine echte Erfolgsstory. Es ist der größte Hebel für Forschung und Innovation in Europa. Sabine Herlitschka, Vizepräsidentin der IV, betont, dass es ein einzigartiger Wettbewerbsvorteil (USP) für Europas Forschungsakteure sei und ein entscheidender Standortfaktor für Österreich. Bereits in der laufenden Periode konnte Österreich 1,44 Milliarden Euro an Rückflüssen verzeichnen, insbesondere durch erfolgreiche Projekte in der zweiten Säule, die Kooperationen zwischen Universitäten, Forschungseinrichtungen, Industrie und Start-ups ermöglicht.
Die EU-Forschungsrahmenprogramme existieren seit den 1980er Jahren und haben sich über die Jahrzehnte stetig weiterentwickelt. Sie wurden ins Leben gerufen, um die wissenschaftliche und technologische Basis der europäischen Industrie zu stärken und die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu fördern. Von bescheidenen Anfängen hat sich das Budget der Programme kontinuierlich erhöht, was die Bedeutung von Forschung und Innovation für die Europäische Union unterstreicht.
Das kommende Forschungsrahmenprogramm FP10, das von 2028 bis 2034 laufen soll, muss ein eigenständiges Programm mit einem zweckgebundenen Budget bleiben. Herlitschka fordert ein Budget von mindestens 200 Milliarden Euro und eine stärkere, anteilig mitwachsende Dotierung für kooperative Projekte der Säule 2. Diese Maßnahmen sollen grenzüberschreitende, branchenübergreifende Kooperationen ermöglichen und so die Wettbewerbsfähigkeit Europas stärken.
Im Vergleich zu anderen EU-Staaten hat Österreich bereits beachtliche Erfolge erzielt. Länder wie Deutschland und Frankreich haben ebenfalls hohe Rückflüsse aus den EU-Forschungsrahmenprogrammen, jedoch zeigt sich Österreich besonders stark in der Vernetzung von Wissenschaft und Industrie. Diese starke Verbindung zwischen akademischer Forschung und industrieller Anwendung ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor.
Herlitschka kritisiert geplante Einschränkungen für große Unternehmen. Diese leisten massive Eigenbeiträge zur Forschung und Innovation und sind zentrale Triebkräfte für Arbeitsplätze und Wertschöpfung. Eine Reduzierung der Förderquoten wäre kontraproduktiv, da erfolgreiche Innovation in Kooperationen und sogenannten „Ökosystemen“ stattfindet. Die Vernetzung von Wissenschaft, Forschungsorganisationen, Industrie, Start-ups und Investoren ist entscheidend, um den Transfer von Forschung in marktfähige Produkte zu beschleunigen.
Für den normalen Bürger bedeutet eine starke Forschungs- und Innovationslandschaft in Österreich vor allem eines: Arbeitsplätze und Wohlstand. Innovationen führen zu neuen Produkten und Dienstleistungen, die den Alltag verbessern können. Zudem sorgen sie für eine stabile Wirtschaft, die Arbeitsplätze sichert und neue schafft. Ein Beispiel hierfür ist die Entwicklung neuer Technologien im Bereich der erneuerbaren Energien, die nicht nur zur Energieunabhängigkeit, sondern auch zu einer saubereren Umwelt beitragen.
IV-Präsident Georg Knill hebt hervor, dass die österreichische Bundesregierung das Ziel einer 4-Prozent-Quote für Forschung und Entwicklung (F&E) bis 2030 gesetzt hat. Dieses Ziel muss im FTI-Pakt mit einem klaren Wachstumspfad abgesichert werden. Besonders wichtig sind dabei eine Technologieoffensive und Zukunftsinvestitionen in Schlüsselbereiche wie Mikroelektronik, Produktionstechnologien, Life Sciences und Mobilität.
Die Forcierung digitaler Technologien, allen voran Künstliche Intelligenz (KI), ist von entscheidender Bedeutung für Wachstum und Innovation. Die langfristige Absicherung des Fonds Zukunft Österreich (FZÖ) ist unerlässlich, um die Finanzierung und Durchführung wichtiger thematischer und struktureller FTI-Maßnahmen sicherzustellen. Dies schließt auch die Umsetzung des Scale-up Fonds ein, der mehr privates Kapital für disruptive Technologien mobilisieren soll.
Europa und Österreich müssen in Schlüsseltechnologien wie Künstlicher Intelligenz aufholen. Initiativen wie die AI Factory Austria und der neue Scale-up-Fonds sind wichtige Schritte in diese Richtung. Nun gilt es, diese Instrumente entschlossen umzusetzen und mit der europäischen Forschungs- und Technologiepolitik zu verzahnen.
Ein fiktiver Experte erklärt: „Die Zukunft der Forschung in Europa hängt stark von der Fähigkeit ab, Innovationen schnell in marktfähige Produkte umzusetzen. Die Verzahnung von Forschung und Industrie ist dabei entscheidend. Österreich kann hier eine Vorreiterrolle einnehmen, wenn es gelingt, die verschiedenen Akteure effektiv zu vernetzen.“
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die europäische Forschungs- und Innovationspolitik ein entscheidender Faktor für den Standort Österreich ist. Mit gezielten Investitionen und einer klaren Strategie kann Österreich zur Innovationshochburg Europas werden und somit Wirtschaftswachstum und Wohlstand sichern.