Deloitte, Universität Graz und Wien Energie präsentieren aktuelle Erhebung zu erneuerbaren Energien
Eine neue Studie untersucht, wie Österreicherinnen und Österreicher angesichts steigender Kosten und globaler Unsicherheiten zum Ausbau erneuerbarer Energien stehen.
Die Energiewende steht vor einer entscheidenden Bewährungsprobe. Während die internationale Klimapolitik ins Wanken gerät und wirtschaftliche Turbulenzen die Schlagzeilen dominieren, rückt eine zentrale Frage immer stärker in den Vordergrund: Wie stehen die Österreicherinnen und Österreicher eigentlich zum Ausbau erneuerbarer Energien? Und vor allem: Sind sie bereit, selbst in die Tasche zu greifen, wenn die Teuerung ohnehin schon am Geldbeutel nagt?
Antworten auf diese drängenden Fragen verspricht die neue Ausgabe der repräsentativen Studienreihe „Erneuerbare Energien in Österreich". Das Gemeinschaftsprojekt der Universität Graz, Deloitte Österreich und Wien Energie wird am 23. Februar 2026 der Öffentlichkeit präsentiert. Die Erhebung gilt als eine der umfassendsten ihrer Art im deutschsprachigen Raum und liefert seit Jahren wertvolle Einblicke in die Einstellungen der österreichischen Bevölkerung zur Energiewende.
Die Studienpräsentation findet im Lighthouse des Hauses des Meeres in Wien statt – ein durchaus symbolträchtiger Veranstaltungsort, der den Blick auf die Zukunft unterstreichen soll. Neben der Präsenz vor Ort können Interessierte auch online via Microsoft Teams teilnehmen.
Die diesjährige Ausgabe der Studie kommt zu einem kritischen Zeitpunkt. Die weltweite Energie- und Klimapolitik befindet sich an einem Wendepunkt, wie die Studienautoren betonen. Internationale Klimaziele, die noch vor wenigen Jahren als unverrückbar galten, geraten zunehmend unter Beschuss. Gleichzeitig zwingt die angespannte wirtschaftliche Lage Regierungen und Unternehmen weltweit dazu, ihre Prioritäten neu zu ordnen.
In diesem Spannungsfeld rückt die Frage der Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energien immer stärker in den Fokus. Was kostet die Energiewende tatsächlich? Wer soll dafür aufkommen? Und lohnt sich das Investment überhaupt noch, wenn fossile Brennstoffe kurzfristig billiger zu haben sind? Diese Fragen beschäftigen nicht nur Politikerinnen und Politiker in den Hinterzimmern der Macht, sondern auch ganz normale Haushalte, die vor der Entscheidung stehen, ob sie in eine Photovoltaikanlage oder eine Wärmepumpe investieren sollen.
Ein besonderer Fokus der aktuellen Studie liegt auf dem Investitionsverhalten der österreichischen Bevölkerung. Die Forscherinnen und Forscher haben untersucht, welche Rolle private Investitionen beim Ausbau erneuerbarer Energien spielen und wie sich die anhaltende Teuerung auf die Bereitschaft auswirkt, selbst aktiv zu werden.
Die Ergebnisse dürften für Energieversorger, politische Entscheidungsträger und die gesamte Branche von großem Interesse sein. Denn letztlich hängt der Erfolg der Energiewende nicht nur von staatlichen Förderungen und großen Infrastrukturprojekten ab, sondern auch von Millionen individueller Entscheidungen. Jede Solaranlage auf dem Dach, jede Wärmepumpe im Keller und jedes Elektroauto in der Garage trägt zum großen Ganzen bei – vorausgesetzt, die Menschen sind bereit und in der Lage, diese Investitionen zu tätigen.
Die Präsentation der Studienergebnisse übernimmt ein Team ausgewiesener Fachleute. Nina Hampl, Studienautorin und Professorin an der Universität Graz, wird die wissenschaftlichen Erkenntnisse vorstellen. Die Wirtschaftswissenschaftlerin gilt als führende Expertin für Konsumentenverhalten im Energiesektor und hat die Studienreihe von Beginn an wissenschaftlich begleitet.
Gerhard Marterbauer, Partner bei Deloitte Österreich, bringt die Perspektive der Wirtschaftsberatung ein. Als erfahrener Berater im Energiesektor kennt er die Herausforderungen, vor denen Unternehmen bei der Transformation ihrer Geschäftsmodelle stehen. Seine Einschätzungen zur wirtschaftlichen Dimension der Energiewende dürften auf besonderes Interesse stoßen.
Karl Gruber, Geschäftsführer von Wien Energie, komplettiert das Präsentationsteam. Als Chef eines der größten Energieunternehmen Österreichs kann er aus erster Hand berichten, wie sich veränderte Einstellungen der Kundinnen und Kunden auf das operative Geschäft auswirken. Wien Energie investiert selbst massiv in den Ausbau erneuerbarer Energien und ist damit sowohl Treiber als auch Betroffener der Energiewende.
Die Energiekrise der Jahre 2022 und 2023 hat die Verwundbarkeit Europas durch die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen schmerzhaft vor Augen geführt. Explodierende Gas- und Strompreise, Versorgungsängste und hektische politische Krisenmaßnahmen haben das Thema Energie ins Zentrum der öffentlichen Debatte gerückt. Für viele Haushalte wurde Energie vom selbstverständlichen Alltagsgut zum ernsten Kostenfaktor.
Diese Erfahrungen haben das Bewusstsein für Energiefragen nachhaltig geschärft. Gleichzeitig hat die Teuerungswelle bei vielen Menschen die finanziellen Spielräume eingeengt. Die spannende Frage ist nun, wie sich diese gegenläufigen Entwicklungen auf die Einstellung zu erneuerbaren Energien auswirken: Führt das gesteigerte Problembewusstsein zu mehr Unterstützung für die Energiewende? Oder dominieren finanzielle Sorgen und führen zu einer Abkehr von klimapolitischen Zielen?
Österreich nimmt bei den erneuerbaren Energien traditionell eine Vorreiterrolle ein. Der hohe Anteil der Wasserkraft an der Stromerzeugung gibt dem Land einen natürlichen Startvorteil gegenüber vielen anderen europäischen Staaten. Dennoch ist der Weg zur vollständigen Dekarbonisierung des Energiesystems noch weit. Vor allem in den Bereichen Verkehr und Wärme besteht erheblicher Nachholbedarf.
Die Bundesregierung hat ambitionierte Ziele formuliert. Bis 2030 soll der gesamte Strombedarf bilanziell aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden. Bis 2040 will Österreich klimaneutral sein – und damit fünf Jahre früher als die Europäische Union insgesamt. Diese Ziele erfordern massive Investitionen und einen grundlegenden Umbau des Energiesystems. Ob diese Transformation gelingt, hängt nicht zuletzt davon ab, ob die Bevölkerung diesen Weg mitträgt und aktiv unterstützt.
Das Pressegespräch findet am 23. Februar 2026 um 10:00 Uhr statt. Veranstaltungsort ist das Lighthouse im Haus des Meeres am Fritz-Grünbaum-Platz 1 in 1060 Wien. Die Räumlichkeiten bieten einen beeindruckenden Ausblick über die Stadt und schaffen einen angemessenen Rahmen für die Präsentation.
Für jene, die nicht persönlich erscheinen können, besteht die Möglichkeit zur Online-Teilnahme via Microsoft Teams. Die Veranstalter bitten um vorherige Anmeldung, um die Teilnehmerzahl planen zu können. Anmeldungen werden unter der E-Mail-Adresse [email protected] oder telefonisch unter +43 1 537 00 8556 entgegengenommen.
Basierend auf früheren Ausgaben der Studienreihe lässt sich erahnen, welche Themen im Mittelpunkt stehen werden. Die Untersuchung dürfte detaillierte Daten zur Akzeptanz verschiedener Technologien liefern – von Photovoltaik über Windkraft bis hin zu Wasserstoff. Auch regionale Unterschiede innerhalb Österreichs werden traditionell beleuchtet, ebenso wie Differenzen zwischen verschiedenen Alters- und Einkommensgruppen.
Besonders spannend dürfte der Vergleich mit den Vorjahren sein. Hat die Teuerung die Begeisterung für erneuerbare Energien gedämpft? Oder hat umgekehrt die Energiekrise das Bewusstsein für die Notwendigkeit der Transformation gestärkt? Die Antworten auf diese Fragen werden nicht nur akademisches Interesse finden, sondern auch ganz praktische Auswirkungen auf die Energiepolitik und die Strategien der Energieversorger haben.
Studien wie diese spielen eine wichtige Rolle in der demokratischen Willensbildung. Sie liefern eine empirische Grundlage für politische Entscheidungen und helfen dabei, die tatsächlichen Präferenzen der Bevölkerung von lautstarken Einzelmeinungen zu unterscheiden. In einer Zeit, in der Energiepolitik zum Spielball parteipolitischer Auseinandersetzungen geworden ist, sind solche nüchternen Bestandsaufnahmen wichtiger denn je.
Für die kommenden Monate und Jahre stehen in Österreich wichtige energiepolitische Weichenstellungen an. Die Ergebnisse der Studie werden zweifellos in diese Debatten einfließen und könnten dazu beitragen, den Blick auf die tatsächlichen Prioritäten der Bevölkerung zu schärfen. Ob Politikerinnen und Politiker diese Erkenntnisse dann auch beherzigen, steht freilich auf einem anderen Blatt.