In der heißen Jahreszeit gibt es kaum etwas Erfrischenderes als einen kühlen Eiskaffee. Doch was viele Konsumenten nicht wissen: Hinter dem vermeintlichen Genuss versteckt sich oft eine wahre Kalorienbombe. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat 30 gekühlte Kaffeeprodukte genauer unter die
In der heißen Jahreszeit gibt es kaum etwas Erfrischenderes als einen kühlen Eiskaffee. Doch was viele Konsumenten nicht wissen: Hinter dem vermeintlichen Genuss versteckt sich oft eine wahre Kalorienbombe. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat 30 gekühlte Kaffeeprodukte genauer unter die Lupe genommen und die Ergebnisse sind ernüchternd!
Der Etiketten:Check ist ein neues Testformat des VKI, das sich der Aufgabe widmet, die Zusammensetzung von Lebensmitteln auf den Prüfstand zu stellen. Dabei wird nicht nur der Nährwert analysiert, sondern auch der Verarbeitungsgrad und die verbraucherfreundliche Kennzeichnung. Besonders im Fokus stehen dabei Produkte, die als 'gesund' vermarktet werden, wie etwa Eiskaffee.
Von den 30 getesteten Eiskaffee-Produkten schnitt nur eines mit dem Gesamturteil 'sehr gut' ab. Ganze 18 Produkte erreichten lediglich ein 'durchschnittlich'. Besonders enttäuschend: Keines der Produkte mit zugesetzter (veganer) Milch konnte die Bestnote erzielen.
Ein Großteil der Produkte erhielt im Nutri-Score, einem System zur Bewertung des Nährwerts von Lebensmitteln, nur ein C, D oder E. Diese Bewertung ist auf den hohen Zucker- und Fettgehalt zurückzuführen, der durch den Zusatz von Milch und Zucker entsteht. Viele dieser Milchmischgetränke sind zudem hochverarbeitet und enthalten zahlreiche Zusatzstoffe, die den Verarbeitungsgrad erhöhen und den sogenannten NOVA-Wert verschlechtern.
Der Nutri-Score ist ein einfaches System zur Kennzeichnung des Nährwerts von Lebensmitteln, das den Verbrauchern helfen soll, gesündere Entscheidungen zu treffen. Produkte werden auf einer Skala von A (beste Wahl) bis E (schlechteste Wahl) bewertet. Die Bewertung basiert auf dem Gehalt an Kalorien, gesättigten Fettsäuren, Zucker und Salz.
Im Fall der Eiskaffees erreichten mehr als die Hälfte der Produkte nur eine Bewertung von C, D oder E. Dies ist ein klares Zeichen dafür, dass diese Getränke oft mehr Zucker und Fett enthalten, als viele Konsumenten vermuten.
Der NOVA-Wert ist ein System zur Bewertung des Verarbeitungsgrades von Lebensmitteln. Es gibt vier Kategorien: unverarbeitet oder minimal verarbeitet, verarbeitete Zutaten, verarbeitete Lebensmittel und ultraverarbeitete Lebensmittel. Produkte mit einem hohen NOVA-Wert sind oft weniger gesund, da sie viele Zusatzstoffe enthalten und stark verarbeitet sind.
Bei der Untersuchung der Eiskaffees stellte sich heraus, dass 29 von 30 Produkten mit 'durchschnittlich' oder 'weniger zufriedenstellend' bewertet wurden. Das bedeutet, dass viele dieser Getränke zahlreiche Zusatzstoffe wie Süßungsmittel, Stabilisatoren und Emulgatoren enthalten.
Ein Lichtblick in der Untersuchung ist die verbraucherfreundliche Kennzeichnung der Produkte. Hier konnte die Hälfte der Verpackungen mit einem 'Sehr gut' glänzen. Das zeigt, dass zumindest in puncto Transparenz Fortschritte gemacht werden.
Für die Konsumenten bedeuten diese Ergebnisse, dass sie bei der Wahl ihres Eiskaffees genauer hinschauen sollten. Viele Produkte, die als erfrischend und leicht beworben werden, können in Wirklichkeit eine Kalorienfalle sein. Ein Experte für Ernährung kommentiert: "Verbraucher sollten sich nicht von der Verpackung blenden lassen. Ein genauer Blick auf die Zutatenliste kann oft aufzeigen, dass ein Produkt mehr Zucker und Fett enthält, als man vermuten würde."
Eiskaffee hat eine lange Tradition und ist in vielen Kulturen ein beliebtes Getränk. Ursprünglich wurde er als gekühlter Filterkaffee oder Espresso mit Vanilleeis und Schlagobers serviert. In den letzten Jahren hat sich das Angebot jedoch stark verändert. Heutzutage sind es oft Milchmischgetränke mit wenig Kaffee, aber viel Milch und Zucker, die im Handel angeboten werden.
Interessanterweise unterscheiden sich die Vorlieben für Eiskaffee in den verschiedenen österreichischen Bundesländern. Während in Wien der klassische Eiskaffee mit Schlagobers beliebt ist, greifen die Steirer gerne zu den veganen Varianten. Diese Unterschiede spiegeln sich auch in den getesteten Produkten wider, bei denen regionale Präferenzen berücksichtigt wurden.
Die Nachfrage nach gesunden Alternativen wächst stetig. Experten prognostizieren, dass in den kommenden Jahren mehr Produkte mit natürlichen Zutaten und weniger Zucker auf den Markt kommen werden. Ein Ernährungsspezialist merkt an: "Die Konsumenten werden immer bewusster und verlangen nach Produkten, die nicht nur gut schmecken, sondern auch gesund sind."
Der VKI plant bereits weitere Tests, um die Transparenz für Konsumenten zu erhöhen und die Lebensmittelindustrie zu ermutigen, gesündere Produkte zu entwickeln.
Die Untersuchung des VKI zeigt, dass nicht alles, was erfrischend und lecker aussieht, auch gesund ist. Konsumenten sollten bei ihrer Wahl von Eiskaffee-Produkten aufmerksam sein und sich nicht von Marketingtricks täuschen lassen. Die vollständigen Testergebnisse sind ab sofort auf der Website des VKI verfügbar und bieten eine wertvolle Orientierungshilfe für den nächsten Einkauf.
Weitere Informationen finden Interessierte auch in der September-Ausgabe der Zeitschrift KONSUMENT.