VGT fordert rasche Umsetzung des geplanten Schutztunnels am Hanslteich
Tierschützer demonstrieren für den längst überfälligen Bau eines Amphibientunnels in der Neuwaldegger Straße, um geschützte Arten zu retten.
Am Mittwoch, dem 25. Februar 2026, werden Tierschützer:innen des Vereins gegen Tierfabriken (VGT) vor dem Bezirksamt Hernals demonstrieren. Von 15 bis 16 Uhr fordern sie am Elterleinplatz 14 die rasche Umsetzung eines seit Jahren geplanten Amphibienschutztunnels in der Neuwaldegger Straße.
Seit sieben Jahren betreibt der VGT einen mobilen Amphibienschutzzaun an der stark befahrenen Neuwaldegger Straße. Jahr für Jahr fallen unzählige Amphibien auf ihrem Weg zum Laichgewässer, dem Hanslteich, dem Straßenverkehr zum Opfer. Die Bilanz der Rettungsaktionen ist beeindruckend: Tausende streng geschützte Tiere konnten durch viele tausend Stunden ehrenamtlicher Arbeit gerettet werden.
Der mobile Zaun wird jährlich durch die Stadt Wien – Umweltschutz aufgestellt. Doch diese Lösung ist nur ein Notbehelf. Freiwillige Helfer:innen müssen bei Wind und Regen, früh morgens und abends, die Amphibien mühsam über die Straße tragen – eine undankbare und zeitaufwendige Arbeit.
Die Lösung liegt auf der Hand: Ein fixes Tunnelleitsystem würde dafür sorgen, dass Frösche, Kröten und Molche sowie viele andere Tierarten unbeschadet die stark befahrene Straße queren können. Die Bezirksvertretung von Hernals hat einem solchen Projekt bereits zugestimmt und das Budget fixiert.
Doch seit Monaten gibt es keine verlässlichen Aussagen mehr, wann das Projekt umgesetzt wird. Diese Verzögerung bringt die Freiwilligen, die Jahr für Jahr die mühsame Rettungsarbeit übernehmen, zur Verzweiflung. Sie wenden sich direkt an Bezirksvorsteher Peter Jagsch mit der Frage: Wann ist endlich mit einem "Tunnel für Hansi" zu rechnen?
Das geplante Tunnelprojekt könnte die letzten Überlebenden ihrer Art im Wienerwald vor dem Aussterben bewahren. Die Amphibienpopulation am Hanslteich schwindet kontinuierlich, hauptsächlich durch den Straßenverkehr verursachte Verluste während der Wanderung zu den Laichgewässern.
Amphibien sind besonders schützenswerte Arten, die als Bioindikatoren für intakte Ökosysteme gelten. Ihr Rückgang ist nicht nur ein lokales Problem, sondern spiegelt einen europaweit zu beobachtenden Trend wider. Umso wichtiger sind gezielte Schutzmaßnahmen wie der geplante Tunnel.
Die für Mittwoch angekündigte Demonstration vor der Bezirksvertretungssitzung ist ein deutliches Zeichen der Ungeduld. Die Tierschützer:innen werden mit Transparenten, Schildern und Megaphon auf ihr Anliegen aufmerksam machen. Sie fordern nicht mehr und nicht weniger als die Umsetzung eines bereits beschlossenen und finanzierten Projekts.
Die Wahl des Zeitpunkts ist bewusst gewählt: Die Demonstration findet unmittelbar vor der Bezirksvertretungssitzung statt, um maximalen politischen Druck aufzubauen. Die Aktivist:innen hoffen, dass die gewählten Vertreter:innen endlich Taten folgen lassen.
Parallel zur politischen Arbeit geht die praktische Rettungsarbeit weiter. Am 1. März findet die Einschulung für freiwillige Helfer:innen statt. Interessierte können sich über die Arbeit am Amphibienschutzzaun informieren und sich für die kommende Wandersaison anmelden.
Diese Schulung ist notwendig, da die Rettungsarbeit spezielle Kenntnisse erfordert. Die Freiwilligen müssen die verschiedenen Amphibienarten erkennen können, wissen, wie sie die Tiere schonend transportieren, und die Sicherheitsbestimmungen an der viel befahrenen Straße beachten.
Der Wienerwald ist einer der wenigen verbliebenen naturnahen Lebensräume in der Nähe von Wien. Für viele Tierarten, insbesondere Amphibien, ist er überlebenswichtig. Doch die zunehmende Zerschneidung der Landschaft durch Straßen macht den Tieren das Leben schwer.
Amphibien sind auf die Wanderung zwischen Winterquartieren und Laichgewässern angewiesen. Diese natürlichen Wanderrouten werden jedoch immer häufiger von stark befahrenen Straßen durchschnitten. Ohne geeignete Querungshilfen bedeutet dies für viele Tiere den sicheren Tod.
Der Hanslteich ist ein traditionelles Laichgewässer, das seit Jahrzehnten von Amphibien genutzt wird. Seine Bedeutung für die lokale Population kann nicht überschätzt werden. Mit dem Verschwinden dieses Lebensraums würden ganze Populationen aussterben.
Die Verzögerung beim Tunnelbau wirft Fragen über die Prioritäten in der Wiener Bezirkspolitik auf. Während das Projekt bereits genehmigt und finanziert ist, fehlt offenbar der politische Wille zur raschen Umsetzung.
Naturschutz ist nicht nur eine moralische Verpflichtung, sondern auch gesetzlich vorgeschrieben. Viele der betroffenen Amphibienarten stehen unter strengem Schutz. Die Untätigkeit der Behörden könnte daher rechtliche Konsequenzen haben.
Die Demonstration zeigt auch, wie wichtig die Arbeit von Naturschutzorganisationen und ehrenamtlichen Helfer:innen ist. Ohne ihren Einsatz wäre die Situation noch dramatischer.
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Demonstration den gewünschten Erfolg bringt. Die Amphibienwandersaison beginnt bereits im März, wenn die Temperaturen steigen. Ohne den geplanten Tunnel müssen wieder unzählige Freiwillige bei Wind und Wetter ausrücken, um die Tiere zu retten.
Der VGT und die freiwilligen Helfer:innen lassen jedoch nicht locker. Sie sind entschlossen, weiter für den Amphibienschutz zu kämpfen, bis endlich eine dauerhafte Lösung gefunden wird. Der "Tunnel für Hansi" ist mehr als nur ein Infrastrukturprojekt – er ist ein Symbol für den Schutz der Biodiversität in der Großstadt.