Hilfsmissionen in Kyjiw zeigen dramatische Lage der Zivilbevölkerung
Zum Jahrestag des russischen Angriffskriegs reist Caritasdirektor Schwertner nach Kyjiw, um Hilfsprojekte zu besuchen.
Vier Jahre nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine spitzt sich die humanitäre Lage dramatisch zu. Rund um den Jahrestag am 24. Februar 2025 macht sich eine Caritas-Delegation unter der Leitung von Caritasdirektor Klaus Schwertner auf den Weg nach Kyjiw, um vor Ort die Situation der Zivilbevölkerung zu dokumentieren und Hilfsprojekte zu besuchen.
Im vierten Kriegswinter ist die Not der ukrainischen Bevölkerung größer denn je. Nach Angaben der Caritas sind derzeit 10,8 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die gezielten Angriffe auf die Energieinfrastruktur haben dazu geführt, dass Strom und Heizung regelmäßig ausfallen.
"Kälte wird gezielt als Waffe eingesetzt", erklärt Klaus Schwertner, Direktor der Caritas Wien. "Wir treffen Familien, die ohne Strom und Heizung in ihren Wohnungen ausharren müssen. Gerade zum Jahrestag dürfen wir nicht wegsehen."
Besonders betroffen sind Kinder und ältere Menschen, die bei eisigen Temperaturen in ungeheizten Wohnungen ausharren müssen. Die Caritas-Delegation wird während ihres Aufenthalts verschiedene Einrichtungen besuchen, die diesen besonders vulnerablen Gruppen helfen:
Seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs am 24. Februar 2022 hat die Caritas gemeinsam mit ihrem internationalen Netzwerk bereits über 6 Millionen Menschen in der Ukraine unterstützt. Darunter befanden sich mehr als 100.000 Kinder, die besonderen Schutz und Hilfe benötigten.
Diese beeindruckenden Zahlen verdeutlichen das Ausmaß der humanitären Krise, aber auch die kontinuierliche Unterstützung durch internationale Hilfsorganisationen. Die Caritas hat dabei verschiedene Programme entwickelt, um den unterschiedlichen Bedürfnissen der betroffenen Bevölkerung gerecht zu werden.
Die systematischen Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur haben weitreichende Folgen für die Zivilbevölkerung. Kraftwerke, Umspannwerke und Versorgungsleitungen stehen regelmäßig unter Beschuss, was zu flächendeckenden Stromausfällen führt.
Diese Taktik trifft besonders hart die städtische Bevölkerung, die auf funktionierende Strom- und Heizsysteme angewiesen ist. In Kyjiw und anderen Großstädten müssen Familien oft stundenlang ohne Elektrizität und Heizung auskommen, während die Außentemperaturen weit unter den Gefrierpunkt fallen.
Die Reise der Caritas-Delegation erfolgt zu einem symbolisch wichtigen Zeitpunkt. Der vierte Jahrestag des Kriegsbeginns soll dazu genutzt werden, die internationale Aufmerksamkeit wieder verstärkt auf die Situation in der Ukraine zu lenken.
"Nach vier Jahren Krieg besteht die Gefahr, dass die Öffentlichkeit das Leiden der ukrainischen Bevölkerung als selbstverständlich hinnimmt", warnt Schwertner. "Doch die Not ist nach wie vor groß, und die Menschen brauchen unsere Unterstützung mehr denn je."
Um die Öffentlichkeit über die aktuelle Lage zu informieren, ermöglicht die Caritas Medienvertretern, Interviews mit der Delegation zu führen. Diese können sowohl telefonisch als auch per Live-Schalte oder als aufgezeichnete Beiträge realisiert werden.
Diese Medienbegleitung ist ein wichtiger Baustein, um das Bewusstsein fĂĽr die anhaltende Krise in der Ukraine aufrechtzuerhalten und weitere UnterstĂĽtzung zu mobilisieren.
Der Winter stellt für die ukrainische Bevölkerung eine besondere Herausforderung dar. Die Kombination aus militärischen Angriffen und extremen Temperaturen schafft lebensbedrohliche Situationen für Millionen von Menschen.
Besonders in den städtischen Gebieten, wo die meisten Menschen in Wohnungen leben, die auf zentrale Heizung angewiesen sind, führen die Stromausfälle zu dramatischen Zuständen. Familien mit kleinen Kindern und ältere Menschen sind dabei besonders gefährdet.
Nach vier Jahren Krieg zeigt die Caritas-Mission auch auf, dass humanitäre Hilfe eine langfristige Aufgabe ist. Die Zerstörung der Infrastruktur und die anhaltenden Kampfhandlungen erfordern einen langen Atem bei den Hilfsorganisationen.
Die kontinuierliche Präsenz und Unterstützung durch Organisationen wie die Caritas wird auch in Zukunft essentiell sein, um das Überleben der Zivilbevölkerung zu sichern und den Grundstein für einen späteren Wiederaufbau zu legen.
Als österreichische Hilfsorganisation spielt die Caritas Wien eine wichtige Rolle in der internationalen Unterstützung für die Ukraine. Die geografische Nähe und die historischen Verbindungen zwischen Österreich und der Ukraine ermöglichen eine effektive und zielgerichtete Hilfe.
Die Expertise der österreichischen Caritas in der Katastrophenhilfe und der langjährige Aufbau von Partnerschaften in der Region sind dabei von unschätzbarem Wert für die erfolgreiche Durchführung der Hilfsprogramme.