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Campus Wien startet revolutionäres Health Studies Masterprogramm

14. April 2026 um 07:40
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Das österreichische Gesundheitswesen durchlebt eine Zeit des Wandels: Der demografische Wandel bringt eine alternde Gesellschaft mit sich, die Digitalisierung revolutioniert Diagnose- und Behandlun

Das österreichische Gesundheitswesen durchlebt eine Zeit des Wandels: Der demografische Wandel bringt eine alternde Gesellschaft mit sich, die Digitalisierung revolutioniert Diagnose- und Behandlungsmethoden, und die Qualitätsanforderungen in der Patientenversorgung steigen kontinuierlich. Gleichzeitig kämpfen Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen mit Personalengpässen und der Notwendigkeit, verschiedene Gesundheitsberufe besser zu vernetzen. Die Hochschule Campus Wien reagiert auf diese Herausforderungen mit einem innovativen Bildungsangebot: Dem neuen berufsbegleitenden Masterprogramm Health Studies, das ab dem Wintersemester 2026/27 erstmals startet und Fachkräften aus medizinisch-therapeutisch-diagnostischen Berufen eine einzigartige Weiterbildungsmöglichkeit bietet.

Modulares Studienkonzept revolutioniert Gesundheitsbildung in Österreich

Das Masterprogramm Health Studies der Hochschule Campus Wien setzt auf ein völlig neues Bildungskonzept im österreichischen Gesundheitswesen. Anstatt eines starren Studienablaufs ermöglicht das modulare System den schrittweisen Weg zum Masterabschluss Master of Science (Continuing Education), MSc (CE). Die innovative Struktur beginnt mit einer 60-ECTS-Fachspezialisierung gemäß MTD-Gesetz (§43), die als solide Basis für weiterführende Studien dient.

Die Medizinisch-Technischen Dienste (MTD) umfassen in Österreich sieben Gesundheitsberufe, die eine zentrale Rolle in der medizinischen Versorgung spielen. Diese Berufsgruppen – darunter Biomedizinische Analytiker*innen, Radiologietechnolog*innen, Physiotherapeut*innen und andere – führen eigenverantwortlich diagnostische und therapeutische Maßnahmen durch. Das MTD-Gesetz regelt seit 1992 diese Berufe und definiert ihre Kompetenzen sowie Ausbildungsstandards. Mit über 45.000 registrierten MTD-Angehörigen in Österreich bilden sie eine der größten Berufsgruppen im Gesundheitswesen.

Studierende können aus vier hochspezialisierten Fachbereichen wählen: Funktionsdiagnostik beschäftigt sich mit der Messung und Bewertung von Körperfunktionen wie Herz-Kreislauf-, Atmungs- oder Nervensystem. Histopathologie ist die mikroskopische Untersuchung von Geweben zur Diagnose von Krankheiten, insbesondere Krebs. Sonography (Ultraschalldiagnostik) ermöglicht die bildgebende Darstellung innerer Organe mittels Schallwellen. Zytologie untersucht einzelne Zellen zur Früherkennung von Erkrankungen, beispielsweise bei Krebsvorsorgeuntersuchungen.

Flexibilität durch Akademische Hochschullehrgänge

Ein besonderer Vorteil des neuen Programms liegt in seiner Flexibilität: Jede Fachspezialisierung kann auch separat als Akademischer Hochschullehrgang absolviert werden. Dies ermöglicht berufstätigen Fachkräften, gezielt einzelne Kompetenzbereiche zu vertiefen, ohne sich sofort für ein vollständiges Masterstudium festlegen zu müssen. Besonders attraktiv ist die Sonography-Spezialisierung, deren Abschluss zur Antragstellung der Zusatzbezeichnung „Sonographer acc." beim Berufsverband rtaustria berechtigt – eine wichtige Qualifikation für Karrierefortschritte im diagnostischen Bereich.

Interprofessionelle Zusammenarbeit als Schlüssel zur Zukunft

Die Hochschule Campus Wien nimmt als einzige Fachhochschule Österreichs, die alle MTD-Berufe ausbildet, eine Sonderstellung ein. Diese einzigartige Position ermöglicht ein besonders breites interprofessionelles Umfeld, das für das moderne Gesundheitswesen von entscheidender Bedeutung ist. Interprofessionelle Zusammenarbeit bedeutet, dass verschiedene Gesundheitsberufe systematisch zusammenarbeiten, um die bestmögliche Patientenversorgung zu gewährleisten. Studien zeigen, dass interprofessionelle Teams die Behandlungsqualität um bis zu 25 Prozent verbessern können.

Studienprogrammleiterin Michaela Hassler betont die Wichtigkeit dieser Vernetzung: „Gesundheitsversorgung ist heute nur im Zusammenspiel unterschiedlicher Professionen erfolgreich. Das Masterprogramm Health Studies schafft dafür ein gemeinsames fachliches Fundament und stärkt die Fähigkeit, komplexe Versorgungsprozesse interprofessionell, evidenzbasiert und reflektiert mitzugestalten."

Gemeinsame Lehr- und Lernsettings fördern das Verständnis für berufsübergreifende Versorgungsprozesse. Während traditionelle Ausbildungen oft in professionellen Silos stattfinden, lernen die Studierenden des Health Studies Programms von Anfang an, wie verschiedene Gesundheitsberufe ineinandergreifen und sich ergänzen. Dies ist besonders wichtig angesichts der zunehmenden Komplexität medizinischer Behandlungen und der Notwendigkeit, Patienten ganzheitlich zu betreuen.

Zukunftskompetenzen im Fokus der Ausbildung

Das Curriculum des Masterprogramms konzentriert sich auf zukunftsrelevante Kompetenzen, die für das Gesundheitswesen der nächsten Jahrzehnte entscheidend sein werden. Evidenzbasierte Praxis bedeutet, dass medizinische Entscheidungen auf der besten verfügbaren wissenschaftlichen Evidenz basieren. Diese Herangehensweise hat sich als Goldstandard in der modernen Medizin etabliert und reduziert Behandlungsfehler um durchschnittlich 15 Prozent.

Die Digitalisierung im Gesundheitswesen schreitet rasant voran: Künstliche Intelligenz unterstützt bereits heute Diagnosen, Telemedizin ermöglicht Behandlungen über Distanz, und elektronische Patientenakten verbessern die Koordination zwischen verschiedenen Behandlern. Bis 2030 werden schätzungsweise 80 Prozent aller Gesundheitsdaten digital verarbeitet. Fachkräfte müssen daher nicht nur technische Kompetenzen entwickeln, sondern auch ethische und datenschutzrechtliche Aspekte verstehen.

Public Health beschäftigt sich mit der Gesundheit von Bevölkerungsgruppen und Präventionsmaßnahmen. Angesichts von Pandemien, chronischen Erkrankungen und Gesundheitsungleichheiten gewinnt dieser Bereich zunehmend an Bedeutung. Management-Skills werden ebenfalls immer wichtiger, da Gesundheitseinrichtungen wie Wirtschaftsunternehmen geführt werden müssen, um effizient und nachhaltig zu arbeiten.

Wissenschaftliche, strategische und interprofessionelle Kompetenzen

Nach Abschluss der Fachspezialisierung vertiefen die Studierenden ihre wissenschaftlichen Fähigkeiten. Dazu gehören Forschungsmethoden, statistische Auswertungen und die kritische Bewertung wissenschaftlicher Literatur. Strategische Kompetenzen umfassen Projektmanagement, Qualitätssicherung und die Entwicklung von Versorgungskonzepten. Die interprofessionellen Kompetenzen werden durch gemeinsame Projekte mit anderen Gesundheitsberufen kontinuierlich gestärkt.

Österreich im Vergleich: Pionierstellung bei MTD-Ausbildung

Österreich nimmt im deutschsprachigen Raum eine Vorreiterrolle bei der akademischen Ausbildung medizinisch-technischer Berufe ein. Während in Deutschland viele MTD-Berufe noch auf Berufsfachschulniveau ausgebildet werden, bietet Österreich seit Jahren Fachhochschulstudiengänge an. Die Schweiz hat ein ähnliches System, jedoch mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Das neue Health Studies Masterprogramm der Campus Wien positioniert Österreich als innovativen Standort für spezialisierte Gesundheitsbildung.

In Deutschland beginnt die Akademisierung der MTD-Berufe erst langsam. Dort werden aktuell hauptsächlich berufsbegleitende Bachelorstudiengänge angeboten, während Österreich bereits ein breites Spektrum an Bachelor- und Masterprogrammen vorweist. Die Schweiz fokussiert stärker auf die Verbindung von Praxis und Forschung, hat jedoch weniger modulare Studienangebote.

Innovative Lernformate für berufstätige Studierende

Das Health Studies Programm setzt auf ein durchdachtes Blended Learning Konzept, das verschiedene Lernformate intelligent miteinander verknüpft. Blended Learning kombiniert Präsenzunterricht mit digitalen Lernphasen und ermöglicht dadurch eine optimale Vereinbarkeit von Studium und Beruf. Planbare Präsenzphasen werden mit asynchronen Online-Lehreinheiten ergänzt, sodass Studierende flexibel lernen können.

Die Anerkennung bereits erworbener Kompetenzen ist ein weiterer innovativer Aspekt des Programms. Berufserfahrene Fachkräfte können sich praktische Kenntnisse und absolvierte Weiterbildungen anrechnen lassen, was die Studiendauer verkürzen kann. Dies ist besonders relevant, da viele MTD-Fachkräfte bereits über umfangreiche Zusatzqualifikationen verfügen.

Die moderne Infrastruktur der Hochschule Campus Wien unterstützt praxisnahe Lehre. Hochmoderne Labore, Simulationsräume und digitale Lernumgebungen ermöglichen realitätsnahe Übungen. Die Einbindung in aktuelle Forschungsprojekte sorgt dafür, dass neueste wissenschaftliche Erkenntnisse direkt in den Unterricht einfließen.

Karriereperspektiven und Arbeitsmarktentwicklung

Das Masterprogramm eröffnet vielfältige Karriereperspektiven in einem wachsenden Arbeitsmarkt. Fachkarrieren ermöglichen die Spezialisierung in bestimmten diagnostischen oder therapeutischen Bereichen. Projektleitungspositionen werden in Gesundheitseinrichtungen zunehmend mit akademisch qualifizierten Fachkräften besetzt. Führungsaufgaben in Abteilungen oder ganzen Einrichtungen erfordern sowohl fachliche als auch betriebswirtschaftliche Kompetenzen.

Der österreichische Gesundheitsarbeitsmarkt zeigt positive Trends: Laut Arbeitsmarktservice (AMS) ist die Nachfrage nach qualifizierten MTD-Fachkräften in den letzten fünf Jahren um 35 Prozent gestiegen. Besonders gefragt sind Spezialist*innen mit Zusatzqualifikationen in Digitalisierung und Qualitätsmanagement. Das durchschnittliche Gehalt für MTD-Fachkräfte mit Masterabschluss liegt um 20-30 Prozent höher als bei Bachelorabsolvent*innen.

Auch in Forschung und Lehre ergeben sich neue Möglichkeiten. Fachhochschulen suchen verstärkt praxiserfahrene Lehrende mit akademischen Qualifikationen. Forschungseinrichtungen und Pharmaunternehmen schätzen die Kombination aus praktischer Erfahrung und wissenschaftlicher Ausbildung.

Entwicklungsprojekte als Zukunftsfeld

Praxisnahe Entwicklungsprojekte bieten besonders spannende Perspektiven. Hier arbeiten Absolventen an der Schnittstelle zwischen Technik und Medizin, entwickeln neue Diagnoseverfahren oder optimieren Arbeitsabläufe. Diese Tätigkeiten sind oft projektbezogen und bieten die Möglichkeit, verschiedene Einrichtungen kennenzulernen.

Bewerbungsverfahren und Studienbeginn

Das Masterprogramm Health Studies startet erstmals im Wintersemester 2026/27 und umfasst 120 ECTS-Punkte, verteilt auf vier Semester. Die Bewerbungsfrist endet am 15. Juni 2026, was interessierten Kandidat*innen ausreichend Planungszeit bietet. Der Studienaufbau ist darauf ausgelegt, auch neben einer Vollzeittätigkeit absolvierbar zu sein.

Zur Information und Beratung bietet die Hochschule mehrere Online-Infosessions an: am 23. April, 20. Mai, 12. Juni und 30. Juni. Diese Sessions ermöglichen es Interessierten, direkt mit Studienprogrammleitung und aktuellen Studierenden in Kontakt zu treten und offene Fragen zu klären.

Die Zulassungsvoraussetzungen richten sich primär an Absolvent*innen medizinisch-therapeutisch-diagnostischer Gesundheitsberufe, wobei aktuell gezielt Biomedizinische Analytiker*innen und Radiologietechnolog*innen angesprochen werden. Eine Erweiterung auf weitere MTD-Berufe ist für die Zukunft geplant.

Campus Wien als größte Fachhochschule Österreichs

Die Hochschule Campus Wien hat sich seit ihrer Gründung zur größten Fachhochschule Österreichs entwickelt. Mit über 9.000 Studierenden am Campus Altes Landgut sowie weiteren Standorten und Kooperationsstandorten bietet sie eine beeindruckende Bildungslandschaft. Die sieben Departments – Angewandte Pflegewissenschaft, Applied Life Sciences, Bauen und Gestalten, Gesundheitswissenschaften, Sozialwissenschaften, Technik sowie Verwaltung, Wirtschaft, Sicherheit, Politik – umfassen nahezu 70 Studienprogramme in berufsbegleitender und Vollzeitform.

Besonders hervorzuheben ist die starke Forschungsorientierung: Neun fachspezifische Forschungszentren bündeln anwendungsbezogene Forschung und Entwicklung. Dies garantiert, dass Lehre und Studium stets auf dem neuesten Stand der Wissenschaft basieren. Die Campus Wien Academy ergänzt das Angebot durch Fort- und Weiterbildungsprogramme in Form von Seminaren, Modulen und Zertifikatsprogrammen.

Als Gründungsmitglied im Bündnis Nachhaltige Hochschulen unterstreicht die Campus Wien ihr Engagement für gesellschaftliche Verantwortung und nachhaltiges Wirtschaften – Werte, die auch im neuen Health Studies Programm vermittelt werden.

Zukunftsperspektiven für das österreichische Gesundheitswesen

Das neue Masterprogramm Health Studies kommt zu einem kritischen Zeitpunkt für das österreichische Gesundheitswesen. Die demografische Entwicklung führt zu einer Zunahme chronischer Erkrankungen und multimorbider Patient*innen. Gleichzeitig bieten technologische Fortschritte neue Behandlungsmöglichkeiten, erfordern aber auch entsprechend qualifizierte Fachkräfte.

Expert*innen prognostizieren, dass bis 2035 etwa 15.000 zusätzliche Fachkräfte im Gesundheitswesen benötigt werden. Das neue Masterprogramm trägt dazu bei, diese Lücke zu schließen und gleichzeitig die Qualität der Versorgung zu steigern. Besonders die interprofessionelle Ausrichtung entspricht internationalen Trends und Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Die Digitalisierung wird das Berufsbild der MTD-Fachkräfte grundlegend verändern. Künstliche Intelligenz wird routine Analysen übernehmen, wodurch sich Fachkräfte auf komplexere Aufgaben konzentrieren können. Das Health Studies Programm bereitet gezielt auf diese Entwicklungen vor und vermittelt die notwendigen digitalen Kompetenzen.

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