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Wirtschaft

Camper-Preise im Check: Warum sich viele Vermieter dem Vergleich entziehen!

8. Juli 2025 um 07:39
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Campingurlaub mit dem Wohnmobil ist derzeit so beliebt wie nie zuvor. Doch wer noch in der Hauptsaison verreisen möchte, muss nicht nur schnell sein, sondern auch tief in die Tasche greifen. Die Arbeiterkammer Oberösterreich hat sich dieser Herausforderung gestellt und die Preise von 22 Vermietern f

Campingurlaub mit dem Wohnmobil ist derzeit so beliebt wie nie zuvor. Doch wer noch in der Hauptsaison verreisen möchte, muss nicht nur schnell sein, sondern auch tief in die Tasche greifen. Die Arbeiterkammer Oberösterreich hat sich dieser Herausforderung gestellt und die Preise von 22 Vermietern für kleine Wohnmobile unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ist ernüchternd: Nur sieben Anbieter wagten es, ihre Preise offenzulegen. Doch warum scheuen die anderen Vermieter den Wettbewerb? Und was bedeutet das für den Verbraucher? Wir haben die Fakten für Sie zusammengetragen.

Die Preisrange: Was kostet der Traum vom mobilen Urlaub?

Die Gesamtkosten für eine Woche mit einem kleinen Wohnmobil belaufen sich auf 883 bis 1.790 Euro. Diese Preise umfassen die Miete für das Fahrzeug sowie zusätzliche Service- und Reinigungspauschalen. Ein genauerer Blick zeigt, dass die Mietpreise zwischen 763 und 1.533 Euro variieren. Dazu kommen Servicegebühren zwischen 59 und 129 Euro und Reinigungskosten von 100 bis 128 Euro. Besonders günstig ist eine Woche bei PIA Camper Porsche Linz, wo ein California Camper inklusive Servicepauschale für 883 Euro zu haben ist.

Warum der große Unterschied?

Die Preisdifferenzen lassen sich auf verschiedene Faktoren zurückführen. Zum einen spielen die Ausstattung und das Modell des Campers eine Rolle, zum anderen gibt es Unterschiede in den inkludierten Leistungen. Doch was genau versteckt sich hinter diesen Zahlen und wie können Verbraucher klug wählen?

Versteckte Kosten und Tücken im Kleingedruckten

Ein vermeintlich günstiges Angebot kann schnell teurer werden, wenn man die Mietbedingungen nicht genau studiert. Nur vier der befragten Vermieter bieten unbegrenzte Kilometer an. Bei den anderen endet die Freifahrt nach 1.750 bis 2.100 Kilometern pro Woche. Wer weiter fährt, muss bis zu 50 Cent pro Kilometer draufzahlen. Auch die Versicherung ist ein kritischer Punkt: Während sie in allen Angeboten enthalten ist, bleibt im Schadensfall oder bei Diebstahl ein Selbstbehalt von 500 bis 1.250 Euro.

  • Freikilometer: Nur bei wenigen Vermietern unbegrenzt
  • Selbstbehalt bei Versicherung: 500 bis 1.250 Euro
  • Rückgabe: Vollgetankt und oft mit Reinigungspauschale

Ein weiterer Stolperstein ist das Alter: Einige Vermieter setzen ein Mindestalter von 21 oder 23 Jahren voraus. Und dann ist da noch das zulässige Gesamtgewicht. Wer zu viel einpackt, riskiert eine Überladung. Die getesteten Modelle haben ein zulässiges Gesamtgewicht von 2.865 bis 3.500 Kilogramm. Bei voller Beladung kann es hier schnell zu Überschreitungen kommen.

Der Blick in die Vergangenheit: Camping als Trend

Camping ist keine neue Erfindung. Bereits in den 1960er Jahren erlebte das Reisen im Wohnmobil einen Boom. Damals war es der Inbegriff von Freiheit und Unabhängigkeit. Heute hat sich dieser Trend verstärkt, nicht zuletzt aufgrund der Pandemie, die viele Menschen dazu veranlasst hat, Urlaub im eigenen Land zu machen. Doch während die Nachfrage steigt, scheinen viele Vermieter nicht bereit zu sein, sich einem transparenten Preisvergleich zu stellen.

Der Vergleich mit anderen Bundesländern

Ein Blick über die Grenzen von Oberösterreich hinaus zeigt, dass auch in anderen Bundesländern die Preise für Camper stark variieren. In Tirol beispielsweise sind die Preise tendenziell höher, was auf die touristische Beliebtheit der Region zurückzuführen ist. In Kärnten hingegen sind die Angebote oft günstiger, da hier mehr Vermieter bereit sind, sich dem Wettbewerb zu stellen.

Was bedeutet das für den Verbraucher?

Für den Verbraucher bedeutet dies, dass ein genauer Vergleich unerlässlich ist. Nur wer die Angebote genau prüft und die Bedingungen im Kleingedruckten kennt, kann böse Überraschungen vermeiden. Experten raten dazu, sich nicht nur auf den Preis zu konzentrieren, sondern auch die enthaltenen Leistungen genau zu vergleichen. Ein fiktiver Experte kommentiert: „Es ist wichtig, dass Verbraucher sich nicht von vermeintlich günstigen Angeboten blenden lassen. Oft verstecken sich die wahren Kosten im Detail.“

Die Zukunft des Campens: Wohin geht die Reise?

Der Trend zum Campingurlaub wird auch in den kommenden Jahren anhalten. Experten prognostizieren, dass die Nachfrage weiter steigen wird, was zu einem stärkeren Wettbewerb unter den Vermietern führen könnte. Dies könnte langfristig zu einer besseren Preisgestaltung und mehr Transparenz führen. Doch bis dahin bleibt Verbrauchern nichts anderes übrig, als genau hinzuschauen und sich nicht von vermeintlichen Schnäppchen blenden zu lassen.

Die Arbeiterkammer Oberösterreich hat mit ihrer Untersuchung einen wichtigen Beitrag geleistet, um Verbrauchern eine Orientierungshilfe zu bieten. Doch es bleibt abzuwarten, ob weitere Vermieter bereit sein werden, ihre Preise offenzulegen und sich dem Wettbewerb zu stellen. Bis dahin bleibt der Traum vom mobilen Urlaub für viele ein teures Vergnügen.

Für weitere Informationen und Details zur Untersuchung der Arbeiterkammer können Sie den Originalbericht einsehen.

Schlagworte

#Arbeiterkammer#Camper#Kilometer#Preise#Vermieter#Versicherung#Wohnmobil

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