Am Mittwoch, den 28. Jänner 2026, öffnet die Universität Wien ihre Tore für eine einzigartige Outdoor-Ausstellung, die Kunst und Wissenschaft miteinander verbindet. Die Ausstellung „Sketching Antimicrobial Resistance: Thirty stories, One Health“ wird im Campus der Universität Wien präsentiert und is
Am Mittwoch, den 28. Jänner 2026, öffnet die Universität Wien ihre Tore für eine einzigartige Outdoor-Ausstellung, die Kunst und Wissenschaft miteinander verbindet. Die Ausstellung „Sketching Antimicrobial Resistance: Thirty stories, One Health“ wird im Campus der Universität Wien präsentiert und ist ein Teil der europäischen Initiative EU-JAMRAI 2. Diese Veranstaltung zielt darauf ab, die Öffentlichkeit auf die wachsende Bedrohung durch antimikrobielle Resistenzen (AMR) aufmerksam zu machen. AMR ist ein Phänomen, bei dem Mikroorganismen wie Bakterien, Viren und einige Parasiten resistent gegen antimikrobielle Medikamente werden, was die Behandlung von Infektionen erschwert.
Antimikrobielle Resistenzen sind ein globales Gesundheitsproblem, das laut Experten jährlich 1,2 Millionen Menschen das Leben kostet. Ohne wirksame Gegenmaßnahmen könnte diese Zahl bis 2050 auf 39 Millionen ansteigen. Die Ausstellung in Wien zeigt 30 Illustrationen und Botschaften von Künstler:innen aus 30 europäischen Ländern, die wissenschaftlich fundiert sind und das Thema AMR aus verschiedenen Perspektiven beleuchten. Die drei Hauptthemen der Ausstellung sind: Was ist AMR, warum ist sie relevant und was können wir dagegen tun?
Die Geschichte der antimikrobiellen Resistenzen reicht bis in die 1940er Jahre zurück, als Penicillin, das erste Antibiotikum, eingeführt wurde. Schon bald nach seiner Einführung traten die ersten resistenten Bakterienstämme auf. In den folgenden Jahrzehnten wurden immer mehr Antibiotika entwickelt, doch mit jedem neuen Medikament traten auch neue resistente Stämme auf. Diese Entwicklung zeigt, dass die Resistenzbildung ein natürlicher Prozess ist, der durch den übermäßigen und unsachgemäßen Gebrauch von Antibiotika beschleunigt wird.
Antimikrobielle Resistenzen sind nicht nur ein Problem in Österreich, sondern betreffen die gesamte Welt. In Deutschland und der Schweiz beispielsweise gibt es ähnliche Initiativen zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit. In Deutschland wird verstärkt auf die Aufklärung von Ärzten und Patienten gesetzt, während in der Schweiz strenge Richtlinien für den Einsatz von Antibiotika in der Landwirtschaft gelten. Diese länderübergreifenden Bemühungen unterstreichen die Notwendigkeit eines koordinierten internationalen Ansatzes zur Bekämpfung von AMR.
Die Auswirkungen von AMR sind vielfältig und betreffen alle Bereiche des täglichen Lebens. Für Patienten bedeutet es längere Krankenaufenthalte und höhere Behandlungskosten. Für das Gesundheitssystem insgesamt führt es zu einer höheren finanziellen Belastung. Ein Beispiel: Eine einfache Infektion, die früher mit einem Standardantibiotikum behandelt werden konnte, erfordert nun komplexere und teurere Therapien. Dies führt zu einem Anstieg der Gesundheitskosten und belastet das öffentliche Gesundheitssystem.
Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind jedes Jahr weltweit etwa 700.000 Todesfälle auf AMR zurückzuführen. Diese Zahl könnte, ohne geeignete Maßnahmen, bis 2050 auf 10 Millionen ansteigen. In Österreich sind jährlich rund 4000 Todesfälle durch resistente Infektionen zu verzeichnen. Diese Zahlen verdeutlichen die Dringlichkeit, mit der das Problem angegangen werden muss.
Die Zukunft im Kampf gegen AMR sieht sowohl Herausforderungen als auch Chancen. Die Entwicklung neuer Medikamente und Therapien ist unerlässlich, um den resistenten Stämmen entgegenzuwirken. Gleichzeitig ist die Aufklärung der Öffentlichkeit über den verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotika von entscheidender Bedeutung. Initiativen wie die Ausstellung in Wien tragen dazu bei, das Bewusstsein für dieses globale Problem zu schärfen und die Bevölkerung zu ermutigen, aktiv an der Lösung mitzuwirken.
Die Ausstellung „Sketching Antimicrobial Resistance: Thirty stories, One Health“ ist ein bedeutender Schritt, um das Bewusstsein für antimikrobielle Resistenzen zu schärfen und die Öffentlichkeit über die Dringlichkeit des Problems zu informieren. Die Kombination aus Kunst und Wissenschaft bietet eine innovative Plattform, um komplexe wissenschaftliche Themen verständlich zu machen. Die Veranstaltung ist ein Appell an alle, sich der Herausforderung zu stellen und aktiv zu werden. Für weitere Informationen besuchen Sie die Webseite der EU-JAMRAI 2 Initiative.