Am 17. März 2026 wurde im Wien Museum ein besonderer Preis verliehen: Der Marie Neurath Preis der Arbeiterkammer Wien zeichnet innovative Datenvisualisierungen aus, die komplexe gesellschaftliche und wirtschaftliche Zusammenhänge anschaulich und für breite Öffentlichkeit verständlich machen.
Am 17. März 2026 wurde im Wien Museum ein besonderer Preis verliehen: Der Marie Neurath Preis der Arbeiterkammer Wien zeichnet innovative Datenvisualisierungen aus, die komplexe gesellschaftliche und wirtschaftliche Zusammenhänge für alle verständlich machen. Aus über 70 Einreichungen wurden drei Arbeiten ausgewählt.
Maria Strieder aus Kärnten widmet ihre Masterarbeit „Der Ast, auf dem wir sitzen" der Endlichkeit der Ressourcen unseres Planeten. Ausgangspunkt ihrer Visualisierung ist der Earth Overshoot Day – jener Tag im Jahr, an dem die Menschheit bereits mehr Ressourcen verbraucht hat, als die Erde innerhalb eines Jahres regenerieren kann. Ihre Arbeit zeigt, wie stark unser Lebensstil die planetaren Grenzen überschreitet.
Ansgar Wolfing beschäftigt sich mit der Vermögensverteilung in Österreich. In einer digitalen Scrollytelling-Visualisierung führt er Schritt für Schritt durch Daten und Zusammenhänge und zeigt, wie ungleich Vermögen in Österreich verteilt ist.
Eliott Ertl, Schülerin der Graphischen in Wien, wurde für eine im Unterricht entstandene Arbeit ausgezeichnet, die sich mit der großen Menge an Textilabfällen durch Fast Fashion beschäftigt.
Der Marie Neurath Preis knüpft an die Tradition der von Otto und Marie Neurath entwickelten Wiener Bildstatistik (ISOTYPE) an – eine Methode, die komplexe Daten mit klaren Symbolen und Grafiken verständlich macht. Diese Form der Wissensvermittlung entstand im Umfeld der Arbeiterkammer und prägt ihren Bildungsauftrag bis heute. Die Kooperation mit dem Wien Museum macht diese Tradition wieder sichtbar.
„Mit der Ausrufung des Preises wollen wir kraftvolle Datenvisualisierungen auszeichnen, die zentrale gesellschaftliche Fragen sichtbar machen – vom Umgang mit den Ressourcen unseres Planeten, den Folgen unseres Konsums bis hin zur Vermögensverteilung in Österreich. Genau darum geht es: komplexe Zusammenhänge verständlich darzustellen und dadurch Handlungsoptionen aufzuzeigen“, sagt Matthias Schnetzer, Leiter der Abteilung Wirtschaftswissenschaft und Statistik der Arbeiterkammer Wien.
„Die prämierten Arbeiten führen die Idee der Wiener Bildstatistik in die Gegenwart: Sie machen Zahlen sichtbar und bieten Orientierung in komplexen gesellschaftlichen Fragen“, sagt AK-Direktorin Silvia Hruška-Frank.