Innenperspektive der LGBTQIA+-Community: Wie Akzeptanz und Inklusion am Arbeitsplatz erlebt werden
Studie mit 203 Teilnehmenden: Nur 9 % sprechen offen über Geschlechtsidentität, 37 % berichten von Diskriminierung im beruflichen Umfeld.
Eine von NIVEA gemeinsam mit Stonewall GmbH, Pride Biz Austria, AGPRO und Queer Business Women* durchgeführte Erhebung zeigt, wie Akzeptanz und Inklusion in der Arbeitswelt tatsächlich erlebt werden. Insgesamt nahmen 203 Personen an der Studie teil, 155 Interviews von 25- bis 64-Jährigen wurden vollständig ausgewertet. Nach Awareness 2024 und Empathie 2025 rückt UNLIMITED 3.0 nun die Frage in den Mittelpunkt, wie glaubwürdig und spürbar Inklusion im Arbeitsalltag wirklich ist.
Die Studie macht deutlich: Sichtbarkeit allein schafft noch keine Sicherheit oder Zugehörigkeit. Während Pride-Aktivitäten und Diversity-Kommunikation vielerorts sichtbarer geworden sind, fehlt es aus Sicht vieler Befragter oft an langfristiger Verankerung, Orientierung und Konsequenz im täglichen Miteinander. In offenen Antworten ist etwa von "Show statt Haltung" die Rede, wenn "im Juni überall Regenbogen zu sehen sind, im Juli aber alles vergessen scheint".
Betroffene erwarten nachvollziehbare Rahmenbedingungen, eine klare Haltung gegenüber Diskriminierung sowie ein Arbeitsumfeld, in dem Zugehörigkeit selbstverständlich mitgedacht wird. Ebenso wichtig sind Führungskräfte, die Verantwortung sichtbar übernehmen, sowie ein Umgang mit Diversität, der nicht punktuell, sondern dauerhaft im Alltag verankert ist.
"Queere Menschen sind überall: Die Nachbarin, der Neffe, die Freundin, mit der man Fußball spielt, oder eben der Arbeitskollege. Das zeigen wir jedes Jahr im Zuge von Vienna Pride. Und genau das sollte der Maßstab für Unternehmen sein: Dass alle Menschen überall dabei und in ihrer Unterschiedlichkeit selbstverständlich mitgedacht werden", sagt Katharina Kacerovsky-Strobl, Geschäftsführerin Stonewall & Veranstalterin VIENNA PRIDE.
Beiersdorf, der Mutterkonzern von NIVEA, verfolgt mit seiner globalen Roadmap das Ziel, allen Mitarbeitenden gleiche Chancen zu gewährleisten – unabhängig von kulturellem Hintergrund, ethnischer Zugehörigkeit, sexueller Orientierung, Geschlechtsidentität, Religion, Alter, Behinderung oder anderen Dimensionen der Vielfalt. Um diese Ambitionen im Arbeitsalltag zu verankern, investiert das Unternehmen gezielt in inklusive Führung, Weiterentwicklung und interne Netzwerke. Ende 2025 hatten bereits mehr als 85 % der rund 3.000 Führungskräfte weltweit am globalen Inclusive Leadership Training teilgenommen. Ziel des Programms ist es, inklusive Prinzipien und konkrete Verhaltensweisen aktiv im Führungsalltag zu verankern.
Darüber hinaus engagieren sich Mitarbeitende lokal und global in verschiedenen Employee Resource Groups (ERGs), die unter anderem die LGBTQIA+-Community, Geschlechtervielfalt, Menschen mit Behinderungen, Generationen, Eltern sowie kulturelle Diversität vertreten – offen auch für Allies. In Osteuropa, inklusive Österreich, besteht beispielsweise das lokale Chapter "Sisterhood is Power", das Frauen durch Trainings, Austauschformate und Mentoringprogramme in ihrer persönlichen und beruflichen Entwicklung unterstützt.
"Unser Engagement in Österreich und Europa folgt einer einfachen Überzeugung: Vielfalt ist kein Widerspruch zu wirtschaftlichem Erfolg – sie ist eine Voraussetzung dafür. Dort, wo Zugehörigkeit entsteht, wachsen Vertrauen, Innovation und langfristige Wettbewerbsfähigkeit", so Lukas Burian, Präsident von Pride Biz Austria.
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