Die NÖ Industrie muss dort präsent sein, wo morgen investiert wird. Beim Europa-Forum Wachau drängte die Industriellenvereinigung NÖ auf einen offensiveren Blick in neue Märkte.
IV-NÖ mahnt frühzeitige Präsenz in neuen Märkten wie Ukraine, Golfraum, Zentralasien und Aserbaidschan an. Europa-Forum Wachau thematisierte Industrieperspektiven.
Die Industriellenvereinigung Niederösterreich (IV-NÖ) warnt, dass Aufträge nicht von selbst nach Niederösterreich kämen. Viele klassische Absatzmärkte wüchsen schwächer, und durch stark gestiegene Lohnstückkosten habe sich der Standort Österreich im internationalen Wettbewerb verteuert. Gleichzeitig entstünden in Regionen wie der Ukraine, im Golfraum oder in Zentralasien neue Investitionen in Energie, Infrastruktur, Industrie und Wiederaufbau.
IV-NÖ-Präsident Kari Ochsner sagte: „Aufträge kommen nicht von selbst nach Niederösterreich. Unsere Betriebe stehen im internationalen Wettbewerb mit Unternehmen aus den USA, China, Indien und vielen anderen Regionen, und die schlafen nicht. Wenn Märkte bereits besetzt sind, wird der Einstieg deutlich schwieriger. Deshalb müssen wir früher als andere dort sein, wo neue Projekte und Investitionen entstehen. Am Ende geht es darum, ob Aufträge, Wertschöpfung und Arbeit nach Niederösterreich kommen oder eben woanders landen.“
Für Ochsner ist der Zugang zu neuen Märkten „längst eine existenzielle Standortfrage“. Die IV-NÖ unterstützt ihre Mitgliedsbetriebe intensiv dabei, neue Märkte frühzeitig einzuschätzen und konkrete Anknüpfungspunkte für Kooperationen und Aufträge zu finden.
Als Beispiel nennt die IV-NÖ Aserbaidschan. Das Land gewinne als Energie-, Infrastruktur- und Industriestandort sowie als Brücke Richtung Zentralasien an Bedeutung. IV-NÖ-Geschäftsführerin Michaela Roither reiste zuletzt nach Baku, um den Markt aus erster Hand einzuschätzen. „Über Aserbaidschan gibt es in Österreich noch wenig belastbare Informationen. Deshalb war es wichtig, selbst nach Baku zu fahren. Ich habe dort sehr viele Gespräche geführt und Unternehmen besucht. Wir wissen jetzt besser, wo investiert wird, wer die richtigen Ansprechpartner sind und wo sich für niederösterreichische Betriebe ein genauerer Blick lohnen kann“, schildert Roither.
Der in Baku begonnene Austausch wurde in Niederösterreich fortgesetzt: Jamal Pashayev, Deputy Chairman of the Board of Directors der PASHA Holding, war in der Vorstandssitzung der IV-NÖ zu Gast. Die Unternehmensgruppe ist unter anderem in Banking, Versicherung, Bau, IT und Immobilienentwicklung tätig.
Ein weiterer Schwerpunkt der IV-NÖ ist die Ukraine. Im Vorjahr hat die IV-NÖ eine Wirtschaftsmission in die Ukraine angestoßen und koordiniert; rund 60 Vertreter großer Industrie- und Infrastrukturunternehmen waren Teil der Delegation. Die Verbindung werde weiterhin gepflegt: Vertreter aus der Ukraine waren mehrfach in Niederösterreich zu Gast, zudem reiste vor wenigen Wochen erneut eine Delegation der IV-NÖ und des Landes Niederösterreich nach Lemberg.
Im Rahmen des Europa-Forums Wachau wurde ein Memorandum of Understanding zwischen Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Maksym Kozytskyy, Gouverneur der Oblast Lwiw, unterzeichnet.
Das Europa-Forum Wachau stand heuer im Zeichen neuer Märkte. Die IV-NÖ brachte dabei vor allem die Sicht der Industrie ein: Welche Regionen werden für Betriebe interessant, wo entstehen Investitionen und wie wird aus einem interessanten Markt tatsächlich ein neuer Markt für Unternehmen?
IV-NÖ-Präsident Kari Ochsner diskutierte beim Panel „International Partnership: Driving Growth from the Alps to the Gulf“ am Campus Krems mit Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer, Fahad Al Gergawi, Vizeminister im Ministerium für Außenhandel der Vereinigten Arabischen Emirate, und ÖBAG-Alleinvorständin Edith Hlawati über die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Europa und dem Golfraum.
Anschließend organisierte die IV-NÖ den „New Markets Salon“ bei den Winzer Krems. Dort standen Länder und Regionen im Mittelpunkt, die für niederösterreichische Betriebe in den kommenden Jahren wichtiger werden könnten. Diskutiert wurde mit Teilnehmern wie Maksym Kozytskyy (Gouverneur der Oblast Lwiw), Anna Derevyanko (Direktorin der European Business Association Ukraine), Michelle Hadwiger (Colorado Office of Economic Development and International Trade), Shambhu S. Kumaran (Botschafter von Indien in Wien), Wolfgang Anzengruber (Regierungskoordinator für den Ukraine-Wiederaufbau im Außenministerium), der ehemaligen Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck und IV-NÖ-Präsident Kari Ochsner.
Industriellenvereinigung Niederösterreich Mag. Dorit Ausserer, Bakk. Telefon: +43 1 71135 2442 E-Mail: [email protected] Website: https://niederoesterreich.iv.at