Tierschutzorganisation zeigt Videomaterial aus Dänemark
Der VGT kritisiert den österreichischen Schweinehaltungs-Kompromiss als unzureichend und verweist auf dänische Verhältnisse seit 2015.
Der Verein gegen Tierfabriken (VGT) hat neues Videomaterial aus Dänemark veröffentlicht, das die Bedingungen in der Schweinehaltung nach dem ab 2034/2038 geplanten österreichischen Mindeststandard zeigt. Die Tierschutzorganisation machte bei einer Demonstration vor dem Ministerrat am Mittwoch am Ballhausplatz darauf aufmerksam, dass es kein echtes Verbot des Vollspaltenbodens geben wird.
Dänemark ist der größte Schweineproduzent Europas und produziert mehr als das Vierfache seines eigenen Bedarfs für den Export. Seit 2015 gilt dort bereits ein Mindeststandard in der Schweinehaltung, der dem entspricht, was Österreich ab 2034 - und für "Härtefälle" ab 2038 - als neuen Standard einführen will.
Das Video zeige laut VGT, dass dieser Standard für die Schweine "absolut überhaupt keinen Unterschied macht". Die Schwänze müssten weiterhin routinemäßig kupiert werden, über 90 Prozent der Tiere hätten schmerzhaft entzündete Gelenke, überall seien Kot, Verletzungen und Verzweiflung zu sehen.
VGT-Obmann DDr. Martin Balluch kritisierte die österreichische Politik scharf: "Man belügt die Bevölkerung, es sei ein Verbot des Vollspaltenbodens beschlossen worden, dabei will man nur mit 20 Jahren Verspätung an Massentierhaltungsbedingungen in Dänemark Anschluss finden."
Balluch verwies darauf, dass Österreich 2005 bei Legehennen noch Vorreiter war, aber in der Schweinehaltung "absolutes Schlusslicht in Europa" sei. Die 2022 eingeführte Verbesserung in der Schweinehaltung sei 2025 von der Regierung wieder nivelliert worden, bevor sie in Kraft treten konnte.
Der VGT-Obmann bezeichnete die Situation als "Schande für ein Land, in dem Tierschutz Staatsziel ist". Der Bevölkerung werde weisgemacht, dass ein Vollspaltenverbot komme, obwohl dies nicht der Fall sei.