ARCHE NOAH fordert Ablehnung der neuen Gentechnik-Regeln
Repräsentative Umfrage zeigt klare Ablehnung von Pflanzenpatenten in fünf EU-Staaten. Kritik an österreichischen EU-Abgeordneten.
Eine neue repräsentative Umfrage in fünf EU-Mitgliedstaaten bringt ein eindeutiges Ergebnis: Mehr als 80 Prozent der befragten Europäer lehnen Patente auf Pflanzen oder Tiere kategorisch ab. Diese Zahlen kommen zu einem kritischen Zeitpunkt, da das EU-Parlament bereits Mitte Mai über neue Regeln zur Gentechnik abstimmen könnte.
Die Umfrage wurde vom deutschen Meinungsforschungsinstitut Civey im Auftrag des internationalen Bündnisses „No Patents on Seeds!" durchgeführt. In Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden und Polen wurden jeweils 1.000 Personen zu vier zentralen Fragen befragt.
Die Ergebnisse sind beeindruckend eindeutig: Über 90 Prozent der Befragten betonen, dass Vielfalt in der Pflanzenzüchtung und Lebensmittelproduktion entscheidend ist. Fast ebenso viele fordern, dass bei Patenten auf gentechnisch veränderte Pflanzen der Umweltschutz höchste Priorität haben muss. Zusätzlich lehnen 75 Prozent Patente auf Gene ab, die natürlich vorkommen oder zufällig entstanden sind.
Katherine Dolan von ARCHE NOAH interpretiert diese Zahlen deutlich: „Quer durch Europa ist das Bild klar: Die Menschen wollen keine Patente auf Pflanzen. Patente auf Pflanzen und ihre Eigenschaften nehmen uns die Kontrolle über unsere eigene Ernährung und legen sie in die Hände weniger Konzerne."
Die Problematik von Pflanzenpatenten geht weit über theoretische Überlegungen hinaus. Mit solchen Patenten sichern sich Großkonzerne Exklusivrechte auf wichtige pflanzliche Eigenschaften wie Virus-Resistenzen oder Hitzetoleranz. Diese Entwicklung bedroht direkt die klassische Pflanzenzüchtung in Österreich und anderen EU-Ländern.
„Patente zementieren die Macht der dominanten Saatgut-Konzerne weiter ein und bedrohen die Vielfalt in der Pflanzenzüchtung und der Lebensmittelproduktion