Einheitlicher Weg für Naturschutz und Regionalentwicklung beschlossen
20 niederösterreichische Naturparke beschließen gemeinsame Strategie bis 2030 mit Fokus auf Schutz, Bildung und regionale Entwicklung.
Die niederösterreichischen Naturparke haben einen wichtigen Schritt in die Zukunft gesetzt: Bei der Generalversammlung des Vereins Naturparke Niederösterreich wurde eine gemeinsame Strategie bis 2030 beschlossen. Diese legt die Weichen für die kommenden Jahre und definiert klare Ziele für alle 20 Naturparke des Bundeslandes.
Die neue Strategie trägt den bezeichnenden Titel "Landschaften voller Leben – Schutz, Erholung, Bildung und Regionalentwicklung gemeinsam gestalten". Sie baut auf dem bewährten vier-Säulen-Modell der Naturparke auf und setzt dabei klare Schwerpunkte für die nächsten Jahre.
Im Mittelpunkt stehen die Stärkung der vier Kernaufgaben: Schutz der Natur, Erholung für Besucher, Bildungsarbeit und Regionalentwicklung. Diese Bereiche sollen künftig noch enger miteinander verzahnt werden, um die Wirksamkeit der Naturpark-Arbeit zu erhöhen.
Die Strategie 2030 definiert fünf zentrale Handlungsfelder für die kommenden Jahre:
"Die Naturparke Niederösterreich sind wichtige Lebens-, Lern- und Erholungsräume und zugleich starke Impulsgeber für Naturschutz und Regionalentwicklung", betont Naturschutz-Landesrätin Susanne Rosenkranz. "Mit der Strategie 2030 schaffen wir eine gemeinsame Grundlage, um diese Arbeit auch künftig wirksam und regional verankert weiterzuentwickeln."
Die neue Strategie baut auf zwei Jahrzehnten erfolgreicher Kooperation auf. Seit der Gründung des Vereins Naturparke Niederösterreich wurde die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Parks kontinuierlich ausgebaut und professionalisiert.
"In diesen zwei Jahrzehnten wurde die Zusammenarbeit der Naturparke konsequent gestärkt, gemeinsame Standards wurden entwickelt und die Interessen der Naturparke auf Landesebene sichtbarer vertreten", erklärt Obmann Werner Krammer. Das Motto dabei lautet: "Stärken bündeln, Wirkung entfalten."
Der Verein hat wesentlich dazu beigetragen, die Naturparke als landesweites Netzwerk zu etablieren und ihre vielfältigen Leistungen in den Bereichen Naturschutz, Bildung, Erholung und Regionalentwicklung sichtbarer zu machen.
Wie vielfältig und erfolgreich die Arbeit der niederösterreichischen Naturparke bereits heute ist, zeigen konkrete Beispiele aus der Praxis:
Im Naturpark Jauerling-Wachau wird eng mit Landwirtschaft und Gastronomie zusammengearbeitet, um die regionale Wertschöpfung durch Naturpark-Spezialitäten zu stärken. Diese Kooperation zeigt exemplarisch, wie Naturschutz und wirtschaftliche Entwicklung Hand in Hand gehen können.
Ein besonders innovatives Beispiel ist das Projekt "Wilde Weiden" im Naturpark Leiser Berge. Hier wird naturnahe, extensive Beweidung mit nachhaltiger Landnutzung verbunden. Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität in der Region.
Große Weidetiere erhalten dabei offene, artenreiche Lebensräume und fördern die ökologische Vielfalt im Weinviertel. Dieses Konzept zeigt, wie traditionelle Landnutzung und moderner Naturschutz erfolgreich kombiniert werden können.
Ein besonders wichtiges Aufgabenfeld der Naturparke ist die Bildungsarbeit. In allen 20 niederösterreichischen Naturparken wird eng mit Schulen und Kindergärten zusammengearbeitet, um bereits den Jüngsten die Bedeutung von Natur und Umweltschutz zu vermitteln.
Die Zahlen sprechen für den Erfolg dieser Arbeit: Aktuell sind 44 Schulen und 24 Kindergärten als Naturpark-Bildungseinrichtungen zertifiziert. Diese Einrichtungen integrieren Naturpark-Themen in ihren Unterricht und ermöglichen den Kindern direkte Naturerfahrungen.
Die Bildungsarbeit reicht dabei weit über klassischen Unterricht hinaus: Exkursionen, Projekttage und langfristige Kooperationen sorgen dafür, dass Kinder und Jugendliche eine enge Verbindung zu ihrer natürlichen Umgebung entwickeln.
Die 20 niederösterreichischen Naturparke sind längst zu wichtigen Akteuren in der Regionalentwicklung geworden. Sie verbinden Naturschutz mit nachhaltiger wirtschaftlicher Entwicklung und schaffen Arbeitsplätze in strukturschwächeren Gebieten.
Durch die Förderung des sanften Tourismus, die Vermarktung regionaler Produkte und die Zusammenarbeit mit lokalen Betrieben tragen die Naturparke erheblich zur Wertschöpfung in den ländlichen Regionen bei.
Die Strategie 2030 berücksichtigt auch die aktuellen Herausforderungen, denen sich die Naturparke stellen müssen: Klimawandel, Artensterben und veränderte Freizeitgewohnheiten erfordern neue Ansätze und Lösungen.
Gleichzeitig bieten sich neue Chancen: Das wachsende Umweltbewusstsein der Bevölkerung, die Sehnsucht nach Naturerlebnissen und die Digitalisierung eröffnen innovative Möglichkeiten für die Naturpark-Arbeit.
Mit der beschlossenen Strategie 2030 haben die niederösterreichischen Naturparke einen klaren Fahrplan für die kommenden Jahre. Die Umsetzung wird schrittweise erfolgen, wobei regelmäßige Evaluierungen sicherstellen sollen, dass die gesteckten Ziele erreicht werden.
Die enge Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Naturparken, dem Land Niederösterreich und lokalen Partnern wird dabei eine zentrale Rolle spielen. Nur gemeinsam können die ambitionierten Ziele der Strategie verwirklicht werden.
Die Naturparke Niederösterreich sind damit gut gerüstet für die Herausforderungen der Zukunft und können ihre wichtige Rolle als Brückenbauer zwischen Naturschutz, Bildung, Erholung und regionaler Entwicklung weiter stärken.