Wien setzt auf innovative Leichtbauweise in der Leopold-Ferstl-Gasse
Mit einem 115 Meter langen Radweg in Leichtbauweise schließt Wien eine wichtige Lücke zwischen Floridsdorfer Hauptstraße und Bahnhof.
Wien treibt den Ausbau der Radinfrastruktur weiter voran: In der Leopold-Ferstl-Gasse im 21. Bezirk entsteht derzeit ein neuer Zwei-Richtungs-Radweg, der eine wichtige Verbindung zwischen der Floridsdorfer Hauptstraße und dem Bahnhof Floridsdorf schließt. Das Besondere an diesem Projekt: Es wird in kosteneffizienter Leichtbauweise umgesetzt, die bereits an anderen Standorten in der Hauptstadt erfolgreich getestet wurde.
Der 115 Meter lange Radweg wird nicht wie herkömmlich auf erhöhtem Niveau mit Randsteinen geführt, sondern bleibt auf Straßenniveau. "Umgesetzt wird dieser neue Radweg in einer kosteneffizienten Leichtbauweise, die für Verkehrssicherheit und hohen Komfort sorgt", erklärt Mobilitätsstadträtin Ulli Sima. "Diese Methode funktioniert bereits am Neubaugürtel oder auf der Nordbergbrücke, wo wir im letzten Jahr rasch und kostengünstig sicherere Radwege geschaffen haben."
Statt aufwendiger Bauarbeiten kommen 25 Zentimeter breite Gummi-Schwellen zum Einsatz, die den Radweg baulich von den Kfz-Fahrspuren trennen. Diese innovative Lösung bietet mehrere Vorteile: Die Bauzeit verkürzt sich erheblich, die Kosten sinken deutlich, und Einsatzfahrzeuge können die Schwellen bei Bedarf überfahren.
Der neue Radweg fügt sich nahtlos in das wachsende Radwegenetz des 21. Bezirks ein. Bezirksvorsteher Georg Papai betont die strategische Bedeutung: "Die Floridsdorfer Hauptstraße verbindet den 21. Bezirk über die Donau in weiterer Folge mit den Inneren Bezirken und hat daher eine zentrale Bedeutung für das Radverkehrsnetz in Wien."
Erst vor knapp zwei Jahren wurde der erste Abschnitt des baulich getrennten Zwei-Richtungs-Radwegs entlang der Floridsdorfer Hauptstraße eröffnet. An diesen schließt nun der neue Abschnitt in der Leopold-Ferstl-Gasse an und verbessert die Erreichbarkeit innerhalb des Bezirks erheblich.
Der 21. Bezirk hat sich als Vorreiter in Sachen Radinfrastruktur etabliert. In den vergangenen Jahren entstanden bereits mehrere wichtige Projekte:
Neben dem eigentlichen Radweg werden auch die Kreuzungsbereiche sicherer gestaltet. Neu gestaltete Gehsteigvorziehungen verbessern die Sichtbeziehungen und erhöhen die Verkehrssicherheit auch für Fußgängerinnen und Fußgänger. Ab der Schöpfleuthnergasse führt die Radverbindung verkehrsberuhigt durch eine Sackgasse zur bestehenden Verbindung in der Linken Nordbahngasse.
"Es sind oft die kleinen Lücken, die den großen Unterschied machen", ergänzt NEOS-Mobilitätssprecherin Angelika Pipal-Leixner. "Durch den Einsatz effizienter Leichtbauweisen schaffen wir schnell, komfortabel und vor allem kostensparend echte Verbesserungen."
Die Wiener Stadtregierung setzt verstärkt auf diese innovative Bauweise. Neben der Leopold-Ferstl-Gasse wird die Leichtbauweise auch in der Oberen Donaustraße im 2. Bezirk und in der Althanstraße im 9. Bezirk zur Anwendung kommen. Die Methode hat sich bereits am Neubaugürtel und an der Nordbergbrücke bewährt.
Der große Vorteil: Die Abtrennung zwischen Radweg und motorisiertem Verkehr kann flexibel gestaltet werden, ohne dass aufwendige Tiefbauarbeiten notwendig sind. Gleichzeitig bleibt die Sicherheit der Radfahrenden gewährleistet.
Wien plant auch für das kommende Jahr einen kontinuierlichen Ausbau der Radinfrastruktur. 33 neue Projekte mit insgesamt rund 12,5 Kilometern neuer Radverkehrsinfrastruktur stehen auf dem Programm. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Weiterführung großer Radachsen und strategischen Lückenschlüssen.
Die Radwegoffensive der Stadt Wien hat bereits beeindruckende Zahlen vorzuweisen: In den vergangenen Jahren entstanden mehr als 100 Kilometer neuer Radwege im Hauptradwegenetz. Diese kontinuierliche Erweiterung macht das Radfahren in Wien zunehmend attraktiver und sicherer.
Die Bauarbeiten in der Leopold-Ferstl-Gasse haben diese Woche begonnen und sollen bereits Ende Mai abgeschlossen sein. Diese kurze Bauzeit ist ein weiterer Beweis für die Effizienz der Leichtbauweise. Während herkömmliche Radwegprojekte oft monatelange Bauarbeiten erfordern, können mit der neuen Methode in wenigen Wochen funktionale und sichere Radwege entstehen.
Die Stadt Wien dokumentiert alle Radwegprojekte transparent auf der Website fahrradwien.at, wo auch eine interaktive Karte alle aktuellen und geplanten Projekte zeigt. Dies ermöglicht den Bürgerinnen und Bürgern, sich über den Fortschritt der Radinfrastruktur in ihrer Nähe zu informieren.
Der neue Radweg in der Leopold-Ferstl-Gasse ist mehr als nur ein lokales Infrastrukturprojekt. Er trägt zur Gesamtvision einer fahrradfreundlichen Stadt bei, in der umweltfreundliche Mobilität gefördert wird. Die direkte Anbindung des Bahnhofs Floridsdorf an das Radwegenetz erleichtert die Kombination verschiedener Verkehrsmittel und macht das Pendeln mit dem Fahrrad attraktiver.
Solche Projekte sind entscheidend für die Verkehrswende in Wien. Sie zeigen, dass mit innovativen Ansätzen und effizienten Bauweisen auch mit begrenzten Budgets große Fortschritte möglich sind. Die Leichtbauweise könnte daher zum Modell für weitere Städte werden, die ihre Radinfrastruktur kostengünstig und schnell ausbauen möchten.