Junge Fachkräfte aus dem Bundesland treten bei größter Berufs-WM der Geschichte in Shanghai an
Im September kämpfen acht oberösterreichische Nachwuchstalente bei den WorldSkills 2026 in Shanghai um Weltmeistertitel in ihren Berufen.
Von 22. bis 27. September werden in Shanghai 1.400 Teilnehmer aus aller Welt in 64 Disziplinen um Weltmeistertitel kämpfen. Österreich schickt insgesamt 48 Teilnehmer unter 22 Jahren ins Rennen – acht davon kommen aus Oberösterreich und wurden kürzlich in Linz vorgestellt.
„WorldSkills ist die ultimative Bühne für berufliche Exzellenz. Wer hier besteht, hat bewiesen, dass er international ganz vorne mitspielen kann. Unsere jungen Fachkräfte aus Oberösterreich bringen genau diese Qualität mit – und sie haben mit Toparbeitgebern das Umfeld, das solche Leistungen möglich macht“, sagt Leo Jindrak, Vizepräsident der Wirtschaftskammer Oberösterreich. Das Bundesland richtet auch heuer zwei Teamtrainings des österreichischen Nationalteams der Berufe aus. Jindrak betont die Bedeutung der dualen Ausbildung als verlässliche Grundlage für die Qualität der Fachkräfte. SkillsAustria-Geschäftsführer Jürgen Kraft ergänzt: „Das Niveau bei WorldSkills ist nochmals eine andere Liga. Es geht um Details, um Perfektion unter Zeitdruck – und um die Fähigkeit, im entscheidenden Moment abzuliefern.“
Sieben Männer und eine Frau werden aus Oberösterreich bei den WorldSkills antreten.
Fabian Spitzer aus Altheim (Faschang Werkzeugbau GmbH) tritt im CNC-Drehen an. „Ich will vorne mitmischen. Mir ist klar, wie hoch das Niveau ist – aber genau das reizt mich“, sagt Spitzer. Im CNC-Drehen geht es um sehr hohe Präzision; Spitzer erwähnt hundertstel Millimeter.
Andreas Landl aus Wartberg an der Krems (Schnellnberger GmbH) tritt in der Disziplin Fliesenleger an. 2022 holte der Oberösterreicher Alexander Gfellner Gold in dieser Disziplin. „Druck verspüre ich keinen. Aber natürlich schaut man sich an, wie es die Besten gemacht haben“, sagt Landl.
Marcel Ortner (Lasberg, Hablesreiter Gartengestaltung GmbH) und Simon Weiß (Sandl, Lagerhaus Freistadt) gehen im Teambewerb Gartengestaltung an den Start. „Im Teambewerb geht es darum, dass jeder Handgriff sitzt und wir als Einheit funktionieren“, sagt Ortner. Weiß ergänzt: „Wir werden uns vollreinhauen – im Training und im Bewerb.“ In 2010 holte ein oberösterreichisches Gartengestalter-Duo EuroSkills-Gold.
Jonas Danninger aus Herzogsdorf (Hauser Kältetechnik GmbH) tritt in der Kälte- und Klimatechnik an. Danninger ist amtierender Europameister; er sagt: „Der Titel von der EM bringt mir in Shanghai nichts. Ich starte bei null – und muss mir eine mögliche Medaille erst erarbeiten.“ Teile seiner Vorbereitung fanden bereits in Shanghai statt. Unterstützt wird er von seinem Vater Rupert Danninger, der als Experte an seiner Seite steht.
Hannes Sortsch aus Oberneukirchen (Restaurant Lukas Kapeller) war im Vorjahr EM-Vierter und erhielt ein „Medallion for Excellence“. „Die Aufgabenstellungen können sich kurzfristig ändern. Genau das trainieren wir“, sagt Sortsch. Unterstützung bekommt er vom oberösterreichischen Coach Marco Panhölzl.
Sarah Schöftner aus Vorderweißenbach (Hotel Guglwald) tritt im Restaurant-Service an. Zwischen 1988 und 1997 holte Oberösterreich in dieser Disziplin drei Mal WM-Gold. „Ich will zeigen, was in unserem Beruf steckt. Service heißt nicht nur Abläufe, sondern Aufmerksamkeit, Timing und Auftreten“, so Schöftner.
Luca Reitböck aus Taufkirchen an der Pram (Hauer Zimmerei GmbH) komplettiert das Team als Zimmerer. „Ich bereite mich intensiv auf den Bewerb vor – und ich will für Österreich eine Medaille holen“, sagt Reitböck. Gold gab es in dieser Disziplin für Oberösterreich bisher nicht; die letzte österreichische WM-Bronze datiert aus 2009.
Oberösterreich zählt im innerösterreichischen Vergleich zu den erfolgreichsten Bundesländern bei WorldSkills: In 33 Teilnahmen holten die Fachkräfte 20 Gold-, 15 Silber- und 18 Bronzemedaillen. Nur Vorarlberg liegt knapp davor. Bei der letzten WM in Lyon gab es eine Goldmedaille für den Floristen Manuel Bender aus Steyr sowie vier „Medallions for Excellence“. Ein Medaillenerfolg in Shanghai wäre historisch: Die bis dato letzte Medaille für Oberösterreich auf asiatischem Boden holte vor 25 Jahren Johann Auer, der 2001 in Seoul den Weltmeistertitel in der Sanitär- und Heizungstechnik eroberte.