Fachverband Garagen will temporäre Aussetzung der nationalen CO₂-Abgabe zur Senkung der Treibstoff- und Heizkosten
Die Wirtschaftskammer fordert eine temporäre Aussetzung der CO₂-Bepreisung, um Betriebe und Haushalte zu entlasten.
Angesichts steigender Energie- und Mobilitätskosten fordert der Fachverband Garagen, Tankstellen und Serviceunternehmungen der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) eine temporäre Aussetzung der nationalen CO₂-Bepreisung. Die Maßnahme soll Unternehmen, Pendler und private Haushalte in der aktuell angespannten wirtschaftlichen Situation entlasten.
"Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten braucht es gezielte Entlastung statt zusätzlicher Belastung", erklärt Rebecca Kirchbaumer, Obfrau des Fachverbandes. Die CO₂-Bepreisung verteuere Energie, Mobilität und das Heizen massiv und treffe damit sowohl Unternehmen als auch Familien und Pendler gleichermaßen.
Die aktuelle CO₂-Abgabe belastet Treibstoffe bereits mit mehreren Cent pro Liter. Zusätzlich zur Grundabgabe fällt auch noch Umsatzsteuer an, was die Gesamtbelastung weiter erhöht.
Eine temporäre Aussetzung der CO₂-Bepreisung würde nach Berechnungen des Fachverbandes zu einer spürbaren Entlastung an den Tankstellen führen. Bei Benzin könnte eine Ersparnis von rund 13 bis 15 Cent pro Liter erreicht werden, bei Diesel von etwa 15 bis 16 Cent pro Liter.
"Das wäre eine unmittelbar spürbare Entlastung für Wirtschaft und Bevölkerung – und gerade für jene, die täglich auf Mobilität angewiesen sind", betont Kirchbaumer.
Neben den Treibstoffkosten kritisiert der Fachverband auch die Belastung der Heizkosten durch die CO₂-Bepreisung. Die Abgabe wird auch auf Erdgas eingehoben und treibt damit die Heizkosten für Haushalte und Betriebe zusätzlich in die Höhe.
"Viele Haushalte und Unternehmen zahlen dadurch Jahr für Jahr erhebliche Zusatzkosten beim Heizen", so Kirchbaumer. Überspitzt formuliert finanzieren viele Österreicherinnen und Österreicher mittlerweile nahezu einen zusätzlichen Heizmonat allein durch staatliche Zusatzabgaben.
Besonders kritisch sieht der Fachverband die Tatsache, dass ab 2028 auf europäischer Ebene mit dem zweiten Emissionshandelssystem (ETS2) ein weiteres Belastungssystem vorgesehen ist. Dieses Modell soll CO₂-Kosten stärker auf Heizen und Gebäude sowie auf Treibstoffe ausweiten und trifft damit erneut Millionen Haushalte und Unternehmen.
"Mit ETS2 steht die nächste europäische Kostenwelle bereits vor der Tür. Aus unserer Sicht darf Österreich nicht doppelt belasten", so Kirchbaumer.
Der Fachverband richtet eine klare Forderung an die Bundesregierung: "Solange die wirtschaftliche Lage angespannt bleibt und zusätzliche Belastungen durch EU-Vorgaben bevorstehen, muss die nationale CO₂-Bepreisung zumindest temporär ausgesetzt werden."
Kirchbaumer argumentiert, dass eine starke und wettbewerbsfähige Wirtschaft die Grundlage für Arbeitsplätze, Wohlstand und stabile Staatsfinanzen sei. "Wer Wirtschaft, Arbeitsplätze und Wohlstand sichern will, muss jetzt handeln. Eine temporäre Aussetzung der CO₂-Bepreisung ist ein notwendiger und vernünftiger erster Schritt."