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Gedenkort Gunskirchen: Erinnerung an vergessenes KZ-Lager

Mauthausen Komitee plant Eröffnung für Herbst 2026 - weitere Spenden benötigt

9. April 2026 um 08:20
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Am historischen Standort des ehemaligen KZ-Außenlagers Gunskirchen entsteht ein neuer Gedenkort. Das Projekt soll 2026 eröffnet werden.

In den Traunauen zwischen Gunskirchen und Edt bei Lambach entsteht ein neuer Gedenkort. Das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) arbeitet an der Realisierung dieses Projekts, das einen Ort der NS-Verbrechen sichtbar machen und dauerhaft in das öffentliche Bewusstsein rücken soll.

Geschichte eines vergessenen Ortes

Das ehemalige KZ-Außenlager Gunskirchen gehörte zu den Außenlagern des Konzentrationslagers Mauthausen. In den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs wurden dort tausende Menschen – überwiegend jüdische Häftlinge aus verschiedenen Ländern – unter katastrophalen Bedingungen interniert und dem Sterben ausgesetzt. Selbst nach der Befreiung durch die US-Armee starben viele an den Folgen von Entkräftung und Krankheiten.

Trotz dieser historischen Bedeutung existiert bis heute kein umfassender Gedenkort direkt am ehemaligen Lagergelände. Einzelne Denkmäler und Gedenktafeln erinnern an die Geschehnisse – eine zentrale, zugängliche und zeitgemäße Form der Vermittlung fehlte bislang.

Moderner Gedenkort verbindet Erinnerung und Bildung

Mit dem neuen Gedenkort Gunskirchen schafft das MKÖ einen Ort, der Geschichte, Erinnerung und Bildungsarbeit miteinander verbindet. Auf einem rund 4.000 Quadratmeter großen Waldgrundstück entstehen mehrere Gedenkstelen, die die Geschichte des Lagers inhaltlich aufbereiten.

Über QR-Codes erhalten Besucher:innen Zugang zu vertiefenden Informationen, darunter historische Dokumente, Bilder sowie Zeitzeug:innenberichte. Ergänzend wird der Gedenkort auch digital erlebbar sein und damit weltweit zugänglich gemacht.

Finanzierung durch gesellschaftliche Unterstützung

Das Projekt wird maßgeblich durch Spenden und Fundraising getragen. Bereits im vergangenen Jahr startete das MKÖ eine Crowdfunding-Initiative. Dennoch sind für die finale Umsetzung und inhaltliche Ausgestaltung des Gedenkorts weitere Mittel erforderlich.

Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen Komitees Österreich, betont: „Wir haben im vergangenen Jahr große Unterstützung für dieses Projekt erfahren. Gleichzeitig zeigt sich, wie wichtig es ist, diesen Ort in seiner ganzen Dimension sichtbar zu machen. Dafür brauchen wir weiterhin die Unterstützung der Gesellschaft. Jede Spende trägt dazu bei, dass Erinnerung konkret und zugänglich wird.“

Eröffnung für Herbst 2026 geplant

Die Eröffnung des Gedenkorts ist für Herbst 2026 vorgesehen. Bis dahin müssen jedoch noch verschiedene Arbeiten abgeschlossen und die finale Finanzierung gesichert werden.

Unterstützung weiterhin möglich

Informationen über Spendenmöglichkeiten und den aktuellen Stand des Projekts finden sich auf der Website www.gedenkort-gunskirchen.at.

Schlagworte

#Gedenkstätte#Mauthausen#Gunskirchen#NS-Geschichte#Erinnerungskultur

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