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Pflege in Krisenzeiten: Jahreskonferenz zu Notfallversorgung

Online-Event am 14. April 2026 fokussiert auf Demenz und ME/CFS

8. April 2026 um 09:51
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Eine Million Österreicher pflegen Angehörige. Wie Krisen den Pflegealltag belasten und welche Lösungen es gibt, zeigt die IG-Jahreskonferenz.

Wenn Naturkatastrophen, Blackouts oder andere Krisen eintreten, stehen pflegende Angehörige vor besonderen Herausforderungen. Die Interessengemeinschaft Pflegender Angehöriger widmet ihre 15. Jahreskonferenz genau diesem Thema und lädt am 14. April 2026 zur Online-Diskussion über "Unterstützung von pflegenden An- und Zugehörigen im Katastrophen- und Krisenfall".

Eine Million Menschen betroffen

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Rund eine Million Menschen in Österreich pflegen und betreuen ihre Angehörigen zu Hause. Diese beeindruckende Zahl zeigt, welch wichtige gesellschaftliche Rolle pflegende Angehörige übernehmen. Doch was passiert, wenn zu den ohnehin schon herausfordernden Aufgaben des Pflegealltags noch externe Krisen hinzukommen?

Hitzeperioden, Unwetter, Stromausfälle oder Medikamentenknappheit können den bereits belastenden Pflegealltag zusätzlich erschweren. Gerade für Menschen, die Angehörige mit schweren Erkrankungen wie Demenz oder ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom) betreuen, können solche Situationen zu echten Notfällen werden.

Fokus auf besonders vulnerable Gruppen

Die diesjährige Konferenz legt besonderen Wert auf die Bedürfnisse von Menschen mit Demenzerkrankungen und ME/CFS. Diese Erkrankungen bringen spezielle Anforderungen mit sich, die in Krisensituationen noch komplexer werden können.

Menschen mit Demenz sind oft auf gleichbleibende Routinen und vertraute Umgebungen angewiesen. Stromausfälle können ihre Orientierung zusätzlich erschweren, während Hitzeperioden das Risiko einer Dehydrierung erhöhen. ME/CFS-Betroffene leiden unter extremer Erschöpfung und sind oft besonders empfindlich gegenüber Licht, Lärm und anderen Umweltfaktoren - Bedingungen, die sich in Krisensituationen verschlechtern können.

Expertenwissen für den Ernstfall

Die dreistündige Online-Veranstaltung bringt namhafte Expertinnen und Experten zusammen, die praktische Einblicke und Lösungsansätze präsentieren werden. Die Moderation übernimmt Mag.a Brigitte Juraszovich von der Gesundheit Österreich GmbH, eine ausgewiesene Fachfrau im Bereich der Gesundheitsversorgung.

Eröffnet wird die Konferenz von zwei prominenten Vertreterinnen und Vertretern: Birgit Meinhard-Schiebel, Präsidentin der Interessengemeinschaft Pflegender Angehöriger, und Mag. Michael Opriesnig, Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes. Diese Kombination unterstreicht die Bedeutung der Kooperation zwischen Selbsthilfeorganisationen und etablierten Hilfsorganisationen.

Praxisnahe Vorsorgemaßnahmen

Ein zentraler Aspekt der Konferenz wird die Frage sein, welche konkreten Vorsorgemaßnahmen pflegende Angehörige treffen können. Dazu gehören beispielsweise:

  • Die Erstellung von Notfallplänen für verschiedene Krisenszenarien
  • Die Bevorratung von wichtigen Medikamenten und Pflegehilfsmitteln
  • Die Vernetzung mit Nachbarn und lokalen Hilfsorganisationen
  • Die Vorbereitung auf längere Stromausfälle bei medizinisch notwendigen Geräten

Herausforderungen des Klimawandels

Besondere Aufmerksamkeit wird den klimabedingten Herausforderungen geschenkt. Hitzeperioden, die in Österreich immer häufiger und intensiver werden, stellen gerade für ältere und kranke Menschen ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar. Pflegende Angehörige müssen lernen, die Anzeichen einer Überhitzung zu erkennen und entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Auch Extremwetterereignisse wie Stürme oder Überschwemmungen können pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen vor besondere Herausforderungen stellen. Die rechtzeitige Evakuierung von bettlägerigen oder mobilitätseingeschränkten Personen erfordert spezielle Planung und Vorbereitung.

Unterstützungsnetzwerke stärken

Ein wichtiger Diskussionspunkt wird die Frage sein, wie bestehende Unterstützungsnetzwerke gestärkt und neue aufgebaut werden können. Dabei geht es nicht nur um professionelle Hilfe, sondern auch um nachbarschaftliche Solidarität und ehrenamtliches Engagement.

Die Interessengemeinschaft Pflegender Angehöriger setzt sich seit Jahren dafür ein, dass die Bedürfnisse und Herausforderungen pflegender Angehöriger in der öffentlichen Wahrnehmung und der politischen Diskussion mehr Beachtung finden. Die diesjährige Jahreskonferenz ist ein weiterer wichtiger Baustein in dieser Arbeit.

Digitale Teilnahme ermöglicht breite Beteiligung

Die Entscheidung für eine Online-Durchführung der Konferenz trägt den Lebensumständen pflegender Angehöriger Rechnung. Viele von ihnen können aufgrund ihrer Pflegeverantwortung nicht an Präsenzveranstaltungen teilnehmen. Die digitale Form ermöglicht es ihnen, bequem von zu Hause aus teilzunehmen und dabei trotzdem in der Nähe ihrer pflegebedürftigen Angehörigen zu bleiben.

Die interaktive Gestaltung der Veranstaltung sieht vor, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht nur zuhören, sondern auch Fragen stellen und sich an Diskussionen beteiligen können. Diese direkte Kommunikation mit den Expertinnen und Experten ist besonders wertvoll, da sie die Möglichkeit bietet, spezifische Situationen zu besprechen.

Anmeldung und weitere Informationen

Die Teilnahme an der Jahreskonferenz ist kostenlos, eine Anmeldung ist jedoch erforderlich. Interessierte können sich per E-Mail unter [email protected] registrieren. Das detaillierte Programm sowie weitere Informationen finden sich auf der Website der Interessengemeinschaft.

Die Veranstaltung richtet sich nicht nur an pflegende Angehörige selbst, sondern auch an Fachkräfte aus dem Gesundheits- und Sozialbereich, Vertreterinnen und Vertreter von Hilfsorganisationen sowie alle, die sich für die Thematik interessieren oder beruflich damit befasst sind.

Langfristige Perspektiven

Über die unmittelbaren praktischen Tipps hinaus wird die Konferenz auch längerfristige Perspektiven beleuchten. Welche strukturellen Veränderungen sind nötig, um pflegende Angehörige besser zu unterstützen? Wie können Gesundheitssystem und Katastrophenschutz besser verzahnt werden?

Diese Fragen sind besonders relevant vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung in Österreich. Mit einer alternden Gesellschaft wird die Zahl der pflegebedürftigen Menschen weiter steigen, und damit auch die Bedeutung pflegender Angehöriger für das Gesundheitssystem.

Die 15. Jahreskonferenz der IG Pflegender Angehöriger verspricht wichtige Impulse für einen Bereich zu geben, der oft im Verborgenen bleibt, aber für unsere Gesellschaft von enormer Bedeutung ist. In Zeiten, in denen Krisen zur neuen Normalität zu werden scheinen, ist die Vorbereitung auf den Ernstfall wichtiger denn je.

Schlagworte

#Pflege#Angehörige#Krisenvorsorge#Demenz#ME/CFS#Gesundheit#Katastrophenschutz

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