Österreichische Autorin wird für ihre poetische Kinder- und Jugendliteratur geehrt
Die 1981 geborene Autorin Elisabeth Steinkellner wird 2026 mit dem renommierten Christine-Nöstlinger-Preis ausgezeichnet.
Die österreichische Autorin Elisabeth Steinkellner wird 2026 mit dem Christine-Nöstlinger-Preis für Kinder- und Jugendliteratur ausgezeichnet. Die mit 10.000 Euro dotierte Ehrung wird von der Stadt Wien Kultur, Christine Nöstlingers Buchstabenfabrik und dem Hauptverband des Österreichischen Buchhandels gemeinsam vergeben.
Kultur- und Wissenschaftsstadträtin Veronica Kaup-Hasler würdigte Elisabeth Steinkellner als Autorin, die „wie wenige in poetischer Sprache Lebenswelten eröffnet“. Sie schaffe Figuren, die ihre Leserinnen und Leser auf eine literarische Reise mitnehmen und dabei gesellschaftliche Themen wie Flucht, Demenz oder Genderdiversität mit einem Ton verbinden, „der ernst nimmt und auf Augenhöhe bleibt, bewegt und dennoch zum Lachen bringt“.
Die Auszeichnung wird seit 2021 jährlich von einer fachkundigen Jury vergeben. Steinkellner reiht sich damit in die Liste der bisherigen Preisträger:innen ein: Verena Hochleitner (2025), Heinz Janisch (2024), Lilly Axster (2023), Linda Wolfsgruber (2022) und Michael Roher (2021).
Christiana Nöstlinger und Barbara Waldschütz, Töchter von Christine Nöstlinger, erklärten in einer gemeinsamen Stellungnahme: „Wir freuen uns, dass mit Elisabeth Steinkellner eine Autorin ausgezeichnet wird, die in ihrer literarischen Arbeit jene Haltung weiterleben lässt, für die unsere Mutter Christine Nöstlinger stand: Ein empathischer Blick auf die Lebensrealität junger Menschen und der Mut, ihnen auch vermeintlich schwierige Themen in einer ehrlichen, zugewandten und witzigen Sprache zuzumuten."
In ihrer Stellungnahme betonten sie, dass Steinkellners Bücher sich durch einen sensiblen Zugang zu den inneren Welten junger Menschen auszeichnen und Gefühle wie Unsicherheit, Angst oder Selbstzweifel differenziert dargestellt werden, wodurch die Figuren vielschichtig und echt wirken. Die reduzierte, zugleich poetische Sprache lasse Raum für Interpretation.
In der Begründung heißt es, Steinkellners Werke behandeln Themen wie Identität, Anderssein, Zugehörigkeit, Freundschaft und Verlust. Ihre Mädchen- und Frauenbilder sowie die Sprache ihrer Protagonistinnen wurden als charakteristisch hervorgehoben.
Alexander Potyka, Vorsitzender des Österreichischen Verlegerverbandes, sagte: „Mit Elisabeth Steinkellner wird eine Autorin ausgezeichnet, die der Kinder- und Jugendliteratur in Österreich eine unverwechselbare Stimme verleiht. Ihre Texte verbinden literarische Sensibilität mit gesellschaftlicher Relevanz und zeigen, wie kraftvoll Sprache sein kann, wenn sie junge Menschen ernst nimmt.“
Elisabeth Steinkellner wurde 1981 geboren und wuchs im Bezirk Neunkirchen (NÖ) auf. In Wien besuchte sie ein Kolleg für Sozialpädagogik und studierte Kultur- und Sozialanthropologie mit dem Schwerpunkt Gender Studies. Seit 2010 veröffentlicht sie Lyrik und Prosa für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.
Für ihre Werke erhielt sie mehrere Auszeichnungen, darunter den Feldkircher Lyrikpreis, den Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis und den Outstanding Artist Award für Kinder- und Jugendliteratur. 2026 wurde sie für den Hans Christian Andersen Award und den Astrid Lindgren Memorial Award nominiert. Ihre Bücher sind bisher in 12 Sprachen erschienen. Sie lebt in Baden bei Wien.
Der Christine-Nöstlinger-Preis wird von der Stadt Wien Kultur, Christine Nöstlingers Buchstabenfabrik und dem Hauptverband des Österreichischen Buchhandels gemeinsam vergeben. Der Preis zeichnet Menschen aus, die Kindern und all jenen, die sonst nicht gehört werden, eine Stimme geben und ihre Perspektive einnehmen.
Die Entscheidung über die Auszeichnung fällt eine unabhängige Fachjury. Diese besteht aus drei Mitgliedern, die von den Trägern des Preises nominiert werden. 2026 bestand die Jury aus Stefanie Schlögl (Geschäftsführung Institut für Jugendliteratur), Linda Wolfsgruber (Illustratorin, freischaffende Künstlerin und Autorin) und Andrea Zsutty (Direktorin Verein ZOOM Kindermuseum).