Zurück
OTS-MeldungNiederösterreich/Digitalisierung/Gemeinden/Mikl-Leitner/Politik

Niederösterreich stärkt digitale Kompetenzen der Gemeinden

Zweijähriger Schwerpunkt „Digitale Gemeinde

1. April 2026 um 08:31
Teilen:

Über 700 Teilnehmer bei Webinaren, innovative Hackathons und maßgeschneiderte Mentoring-Programme: NÖ macht Gemeinden fit für die digitale Zukunft.

Die Digitalisierung in österreichischen Gemeinden nimmt Fahrt auf. Niederösterreich geht dabei mit gutem Beispiel voran und hat in den vergangenen zwei Jahren einen besonderen Schwerpunkt auf die "Digitale Gemeinde" gelegt. Das Ziel: Verwaltungsabläufe vereinfachen, Effizienz steigern und bessere Services für die Bevölkerung schaffen.

Praxisnahe Digitalisierung für den Gemeindealltag

"Der Schwerpunkt ‚Digitale Gemeinde' zeigt, wie aus Zuhören, Austausch und praxisnahen Impulsen konkrete digitale Lösungen entstehen", erklärt Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. Die Geschäftsstelle für Digitalisierung und Innovation des Landes Niederösterreich hat dabei gezielt auf die Bedürfnisse der Gemeinden gehört und umsetzungsorientierte Angebote entwickelt.

Das Besondere an der niederösterreichischen Herangehensweise: Die digitalen Werkzeuge sollen nicht nur technisch funktionieren, sondern vor allem alltagstauglich sein. "Wer im Gemeindealltag Verantwortung trägt, soll digitale Werkzeuge sicher anwenden können", betont die Landeshauptfrau. "Damit werden Abläufe einfacher, es bleibt Zeit für das Wesentliche und wir ermöglichen moderne Services für die Menschen vor Ort."

Großer Andrang bei digitalen Weiterbildungsformaten

Die Resonanz auf die Initiative war beeindruckend: Mehr als 700 Personen nahmen an Live-Webinaren im Rahmen des "digiCAFÉ" teil. Diese Online-Veranstaltungen boten Gemeindeverantwortlichen die Möglichkeit, sich über digitale Trends zu informieren und praktische Tipps für die Umsetzung zu erhalten.

Ergänzt wurde das digitale Angebot durch Workshops zu aktuellen Themen wie ID-Austria und Künstlicher Intelligenz. Ein besonderer Erfolg war das "Digitale Delikatessen Kochbuch", das über 5.000-mal verteilt wurde und konkrete Praxisbeispiele für erfolgreiche Digitalisierungsprojekte in Gemeinden aufzeigt.

Innovative Formate fördern kreative Lösungen

Besonders innovativ waren Formate wie die "digiWERKSTATT" und der Gemeinde-Hackathon im Haus der Digitalisierung in Tulln. Diese Veranstaltungen brachten Studierende, Verwaltungsmitarbeiter und Wirtschaftsvertreter zusammen, um gemeinsam neue Ideen zu entwickeln und weiterzudenken.

Erfolgsgeschichte aus Bischofstetten

Ein konkretes Beispiel für den Erfolg dieser Zusammenarbeit liefert die Marktgemeinde Bischofstetten. Im Rahmen des Hackathons entstand die Idee einer "DAHOAM Community App". Diese digitale Lösung soll lokale Betriebe, Angebote und Aktionen sichtbar machen und Bürgerinnen und Bürger motivieren, im Ort einzukaufen.

"Es war beeindruckend zu sehen, welche innovativen Ideen im Hackathon entstanden sind", berichtet Bürgermeisterin Gerlinde Muhr. "Besonders wertvoll war die Zusammenarbeit von Studierenden, Verwaltung und IT-Unternehmen." Die Gemeinde ist bereits im Austausch mit Partnern, um die Ideen umzusetzen und dabei auch gemeindeübergreifend zusammenzuarbeiten.

Individuelles Mentoring für maßgeschneiderte Lösungen

Im Rahmen des "digiMENTORING-Programms" arbeiteten acht ausgewählte Gemeinden sechs Monate lang intensiv mit Expertinnen und Experten zusammen. Dabei wurde zunächst die jeweilige Ausgangssituation analysiert, Bedarfe erhoben und darauf aufbauend konkrete Projekte geplant oder bereits umgesetzt.

Die Ergebnisse können sich sehen lassen: Es entstanden ganz konkrete Maßnahmen wie Online-Terminbuchungen oder spezielle Angebote zur Unterstützung bei der Einrichtung der ID Austria. Diese individuellen Lösungen zeigen, dass Digitalisierung nicht "von der Stange" funktioniert, sondern an die spezifischen Bedürfnisse der jeweiligen Gemeinde angepasst werden muss.

Raxendorf als Vorreiter bei der Verwaltungsdigitalisierung

Die Gemeinde Raxendorf nutzte die Begleitung, um konkrete Schritte für die "Verwaltung der Zukunft" zu setzen. Im Fokus standen die Einführung eines elektronischen Akten- und Dokumentenmanagementsystems (ELAK) sowie weitere digitale Verbesserungen.

"Das Programm hat uns konkrete Ansätze und wertvolle Einblicke gezeigt, wie Digitalisierung im Verwaltungsbereich Mehrwert schaffen kann – für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ebenso wie für die Bevölkerung", erklärt Bürgermeister Johannes Höfinger. "Jetzt geht es an die weitere Umsetzung."

Digitaler Kompass als Orientierungshilfe

Ein weiterer wichtiger Baustein des zweijährigen Gemeinde-Schwerpunktes war der "digi-Kompass". Dieses innovative Tool wurde im EU-Interreg-Projekt BRIE von der Universität für Weiterbildung Krems, der Dorf- und Stadterneuerung und verschiedenen Gemeinden entwickelt.

Das kostenlose Online-Tool unterstützt Gemeinden dabei, ihren digitalen Stand einzuschätzen, Handlungsfelder zu erkennen und gezielt nächste Schritte zu setzen. Nun steht es allen Gemeinden in Niederösterreich zur Verfügung und bietet eine strukturierte Herangehensweise an die Digitalisierung.

Digitalisierung als Chance für bessere Bürgerdienste

Die Erfahrungen der vergangenen zwei Jahre zeigen: Digitalisierung in Gemeinden funktioniert dann am besten, wenn sie von den Bedürfnissen der Menschen ausgeht und praxistaugliche Lösungen bietet. Dabei geht es nicht um Digitalisierung um ihrer selbst willen, sondern darum, Verwaltungsabläufe zu vereinfachen und bessere Services für die Bevölkerung zu schaffen.

Die niederösterreichische Initiative "Digitale Gemeinde" hat gezeigt, dass durch gezielten Austausch, praxisnahe Weiterbildung und individuelles Mentoring konkrete Fortschritte erzielt werden können. Die über 700 Teilnehmer an den verschiedenen Formaten und die erfolgreichen Umsetzungsbeispiele sprechen für sich.

Ausblick und Weiterentwicklung

Der Erfolg des zweijährigen Schwerpunkts "Digitale Gemeinde" zeigt, dass der eingeschlagene Weg richtig ist. Die entstandenen Netzwerke, die entwickelten Tools und die gewonnenen Erfahrungen bilden eine solide Basis für die weitere Digitalisierung der niederösterreichischen Gemeinden.

Interessierte Gemeinden können sich auf der Website www.digiGEMEINDE.at über die verschiedenen Angebote informieren und von den Erfahrungen anderer Gemeinden profitieren. Die dort verfügbaren Ressourcen und Tools stehen allen niederösterreichischen Gemeinden kostenlos zur Verfügung.

Die Initiative zeigt exemplarisch, wie Digitalisierung in der öffentlichen Verwaltung gelingen kann: durch Zusammenarbeit, Austausch und den Mut, neue Wege zu gehen. Niederösterreich hat damit einen wichtigen Grundstein für die digitale Zukunft seiner Gemeinden gelegt.

Weitere Meldungen

OTS
Niederösterreich

Million-Euro-Investition: Niederösterreich wird Zentrum der Exoplanetenforschung

1. Apr. 2026
Lesen
OTS
Niederösterreich

LFS Pyhra räumt bei Ab-Hof-Messe mit 16 Medaillen ab

26. März 2026
Lesen
OTS
Niederösterreich

250 Ehrenamtliche in NÖ: Wie Lesepaten Kindern die Bücherwelt öffnen

26. März 2026
Lesen
Alle Meldungen anzeigen