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FH Technikum Wien startet flexibles Informatikstudium für Eltern

Neue Kohorte mit familienfreundlichen Studienzeiten ab Wintersemester 2026/27

25. März 2026 um 14:31
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Die FH Technikum Wien bietet ab 2026 ein speziell auf Eltern und Pflegende zugeschnittenes Informatik-Bachelor-Studium mit flexiblen Zeiten an.

Die FH Technikum Wien geht neue Wege bei der Vereinbarkeit von Familie und Studium: Ab dem Wintersemester 2026/27 startet eine spezielle Kohorte im Bachelor-Studium Informatik, die sich gezielt an Studierende mit Betreuungspflichten richtet. Das innovative Konzept soll Menschen mit Kindern oder Pflegeverantwortung den Zugang zu einem zukunftsträchtigen IT-Studium erleichtern.

Hoher Bedarf an familienfreundlichen Studienoptionen

Die Zahlen verdeutlichen den Bedarf: 46 Prozent der rund 4.700 Studierenden an der FH Technikum Wien sind 26 Jahre oder älter, und fast fünf Prozent haben laut der Studierendensozialerhebung des Instituts für Höhere Studien Kinder bis 14 Jahre. "Ungünstig gelegene Studienzeiten erschweren es oft Menschen mit Betreuungspflichten, ein Studium mit Familie und Beruf zu vereinbaren", erklärt Alexander Mense, Leiter der Fakultät Computer Science & Applied Mathematics.

Diese Situation führt zu einer "Nichtnützung von Talent", die die Hochschule mit ihrem neuen Studienangebot gezielt angehen möchte. Besonders relevant ist dies vor dem Hintergrund des anhaltend hohen Bedarfs der Wirtschaft nach IT-Fachkräften. Absolventinnen und Absolventen können überdurchschnittliche Einstiegsgehälter und sichere Karriereperspektiven erwarten.

Maßgeschneiderte Studienzeiten für Familien

Das neue Studienkonzept konzentriert alle Lehrveranstaltungen auf maximal fünf Tage pro Woche, von Montag bis Freitag, in der Zeit zwischen 9:40 Uhr und 15:00 Uhr. Diese Zeitfenster wurden bewusst gewählt, um die typischen Betreuungszeiten von Kindern und die Arbeitszeiten in Pflegeeinrichtungen zu berücksichtigen.

"Neben den speziell angepassten Lehrveranstaltungszeiten versuchen wir insbesondere, stressige Lernspitzen abzuflachen - etwa mit zeitlich optimal abgestimmten Leistungsüberprüfungen", erläutert Harald Wahl, Studiengangsleiter für Informatik. Die Hochschule verspricht zudem, stets "ein offenes Ohr für individuelle Bedürfnisse" der Studierenden zu haben.

Digitale Flexibilität und zusätzliche Unterstützung

Ergänzend zu den angepassten Präsenzzeiten werden Online-Lehrformate für erhöhte Flexibilität und bessere Studierbarkeit sorgen. Diese Mischung aus Präsenz- und Fernunterricht soll es ermöglichen, auch bei unvorhergesehenen familiären Verpflichtungen am Studium teilzunehmen.

Weitere Unterstützungsangebote sind bereits in Planung, darunter eine eigene Beratungsstelle für Studierende mit besonderen Lebensumständen. Diese soll individuell bei der Organisation des Studienalltags helfen und als Anlaufstelle für spezifische Herausforderungen dienen.

Gesellschaftliche Verantwortung und Win-win-Situation

Rektorin Sylvia Geyer, die gleichzeitig das Department Computer Science & Applied Mathematics leitet, sieht in dem neuen Angebot eine gesellschaftliche Verantwortung der Hochschule. "Mit unserem neuen Studienangebot übernehmen wir gesellschaftliche Verantwortung, um noch mehr Personen mit Betreuungspflichten für Kinder oder Pflegeverantwortung für Angehörige ein zukunftsträchtiges Studium zu ermöglichen."

Das Konzept schafft nach Ansicht der Hochschulleitung mehrere Vorteile: Es erweitert den Kreis motivierter und engagierter Studierender, schafft ein Lernumfeld, das die Vielfalt der Lebensrealitäten widerspiegelt, und soll Studienabbrüchen aufgrund organisatorischer Unvereinbarkeiten vorbeugen. Zusätzlich ist die Hochschule überzeugt, dass Studierende mit ähnlichen Lebensumständen sich gegenseitig beim Lernerfolg positiv beeinflussen.

Bewerbung und Informationsmöglichkeiten

Interessentinnen und Interessenten werden gebeten, ihr Interesse für die neue Kohorte bereits bei der Bewerbung für das Studium bekannt zu geben. Auf diese Weise kann die Hochschule die Nachfrage einschätzen und entsprechend planen.

Eine erste Gelegenheit, sich über dieses und alle anderen Studienangebote der FH Technikum Wien zu informieren, bietet sich bereits am 27. März beim Open Day. Interessierte können dort das Studienangebot vor Ort erleben und sich direkt mit den Verantwortlichen austauschen.

FH Technikum Wien als Vorreiter

Die FH Technikum Wien positioniert sich mit diesem Angebot als Vorreiter in der familienfreundlichen Hochschulbildung. Seit ihrer Gründung im Jahr 1994 hat die Fachhochschule für Technik und Digitalisierung rund 19.000 Absolventinnen und Absolventen hervorgebracht. Aktuell werden mehr als 4.700 Studierende, davon über 1.000 Frauen, in mehr als 30 Bachelor- und Master-Studiengängen ausgebildet.

Das Studienangebot der Hochschule zeichnet sich durch die Kombination von wissenschaftlicher Fundierung und Praxisnähe aus. Neben der technischen Ausbildung wird großer Wert auf wirtschaftliche und persönlichkeitsbildende Fächer gelegt. Sehr gute Kontakte zu und Kooperationen mit Wirtschaft und Industrie eröffnen den Studierenden beste Karrierechancen.

Diversität in der IT-Branche fördern

Das neue Studienangebot könnte auch einen wichtigen Beitrag zur Diversität in der IT-Branche leisten. Traditionell sind Frauen und ältere Studierende in technischen Studiengängen unterrepräsentiert. Durch die familienfreundlichen Rahmenbedingungen könnten mehr Menschen aus diesen Gruppen für ein Informatikstudium gewonnen werden.

Dies ist besonders relevant vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels in der IT-Branche. Österreich und andere europäische Länder suchen händeringend nach qualifizierten IT-Spezialistinnen und -Spezialisten. Jede zusätzliche Fachkraft trägt dazu bei, diesen Mangel zu lindern und die Innovationskraft der Wirtschaft zu stärken.

Ausblick und Bedeutung für Österreich

Das innovative Studienkonzept der FH Technikum Wien könnte Vorbildcharakter für andere Hochschulen haben. In Zeiten des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels ist es wichtig, alle verfügbaren Talente zu nutzen. Menschen mit Familienpflichten stellen dabei eine große, oft ungenutzte Ressource dar.

Die Hochschule ist als Netzwerkpartner des FEEI - Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie und Mitglied im Bündnis Nachhaltige Hochschulen gut vernetzt und kann ihre Erfahrungen mit dem neuen Studienmodell weitergeben.

Mit dem Start im Wintersemester 2026/27 haben Interessierte noch ausreichend Zeit, sich über das Angebot zu informieren und sich entsprechend vorzubereiten. Die FH Technikum Wien zeigt damit, dass technische Bildung und familiäre Verpflichtungen durchaus vereinbar sind - ein wichtiges Signal für eine moderne, inklusive Hochschullandschaft.

Schlagworte

#FH Technikum Wien#Informatikstudium#Familie#Work-Life-Balance#IT-Fachkräfte#Hochschule#Flexibles Studium#Eltern

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