12,5 Kilometer neue Radinfrastruktur entstehen im Hauptradwegenetz
Mobilitätsstadträtin Sima setzt Radwegeoffensive fort: Lückenschlüsse, innovative Bauweisen und mehr Grün für Österreichs Hauptstadt.
Wien setzt seine Radwegeoffensive auch 2026 fort. Mobilitätsstadträtin Ulli Sima gab in der Gemeinderatsfragestunde bekannt, dass es heuer 33 neue Projekte allein im Hauptradwegenetz gibt. Der Fokus liegt auf Lückenschlüssen und der Fortsetzung großer Radachsen.
Im OTS wird auf den Einsatz innovativer, kosteneffizienter Bauweisen verwiesen, wie sie etwa am Neubaugürtel umgesetzt wurden. Dort bleiben Radwege auf Straßenniveau, bestehende Randsteine bleiben erhalten, und als Abgrenzung zu Kfz-Fahrstreifen dienen Parkstreifen, Grünflächen und markierte Schutzstreifen. Im OTS wird diese Vorgehensweise als kosteneffizient beziehungsweise sicher beschrieben.
Seit 2021 hat die rot-pinke Koalition im Hauptradwegenetz über 100 Kilometer neue Radinfrastruktur und im Bezirksnetz 50 Kilometer errichtet. Heuer kommen nochmals 12,5 Kilometer dazu, so die OTS-Angaben.
In der Leopoldstadt wird auf der Oberen Donaustraße ein 410 Meter langer, neuer 2-Richtungsradweg gebaut, der eine Verbindung zwischen Rembrandtstraße und Scholzgasse schließt. Das angrenzende neue Wohngebiet wird direkt an das Hauptradverkehrsnetz angeschlossen. Fußgängerinnen und Fußgänger erhalten neue Grünflächen inklusive 15 neuer Bäume.
Auf Grundlage einer Bürger*innen-Befragung erfolgte der Spatenstich für die schrittweise Umgestaltung der Landstraßer Hauptstraße. Zwischen Juchgasse und Schlachthausgasse entstehen im 1. Schritt auf einem 700 Meter langen Abschnitt beidseitig baulich getrennte 1-Richtungsradwege. 33 neue Bäume werden entlang der Radwege gepflanzt. Im Abschnitt zwischen Schlachthausgasse und Rennweg wurde bereits im Zusammenhang mit der Verlängerung der Straßenbahnlinie 18 im letzten Jahr ein neuer 2-Richtungsradweg gebaut.
Im Zuge der Verlängerung der Straßenbahnlinie 18 wird die Radinfrastruktur im 3. Bezirk weiter ausgebaut. Ein 2-Richtungsradweg wird 2026 auf der Würztlerstraße zwischen Markhofgasse und Erdbergstraße errichtet und schließt eine Lücke zwischen Gürtel und Donaukanal. Bereits fertiggestellt wurde ein neuer 2-Richtungsradweg auf dem Rennweg zwischen Grasberggasse und Landstraßer Hauptstraße. In der Viehmarktgasse wurde ebenfalls ein neuer 2-Richtungsradweg zwischen Henneberggasse und Schlachthausgasse errichtet, sodass das Vienna BioCenter und das Media Quarter St. Marx an das Hauptradwegenetz angeschlossen sind.
Im 1. Teil der umgestalteten Wiedner Hauptstraße entstand ein breiter, baulich getrennter 2-Richtungsradweg stadtauswärts vom Karlsplatz bis zur Johann-Strauß-Gasse. Die alte Baumallee wurde erhalten und um 11 zusätzliche Bäume erweitert; 1.300 Quadratmeter neue Grünflächen wurden geschaffen.
Aktuell wird die Fortsetzung bis zur Hartmanngasse realisiert: Bestehende Mehrzweckstreifen werden durch einen 2-Richtungsradweg ersetzt, sodass künftig von Matzleinsdorfer Platz bis zum Karlsplatz durchgängig auf baulich getrennten Radwegen gefahren werden kann. 9 neue Bäume, 4 zusätzliche Hochstammsträucher, 8 neue Grünbeete und ein Trinkbrunnen sind geplant. Insgesamt entsteht auf rund 2 Kilometern eine durchgehende Radverbindung vom Karlsplatz bis zum Gürtel.
Im 15. Bezirk wird 2026 mit dem 2. Teil der Äußeren Mariahilfer Straße fortgefahren. Teil 1 brachte Verkehrsberuhigung, Begrünung und einen 600 Meter langen 2-Richtungsradweg. Teil 2 von der Clementinengasse bis Anschützgasse sieht südseitig einen über 720 Meter langen 2-Richtungsradweg vor; geplant sind 46 neue Bäume und 1.500 Quadratmeter entsiegelte Fläche. Die Straße wird, wie schon im 1. Teil, zur Einbahn geführt, wodurch Platz für den Radweg, breitere Gehsteige und mehr Grün gewonnen wird.
Auf der Brünner Straße wird zwischen Am Spitz und Karl-Schäfer-Straße ein 1.060 Meter langer 2-Richtungsradweg gebaut, womit eine Lücke im Radwegenetz in Floridsdorf geschlossen wird. Im Süden schließt der Radweg an den neuen Abschnitt auf der Floridsdorfer Hauptstraße an.
Auf der Erzherzog-Karl-Straße wird ein über 500 Meter langer 2-Richtungsradweg errichtet, der ab der Industriestraße an den bereits fertiggestellten 700-Meter-Abschnitt anschließt. 10 neue Bäume werden gepflanzt und zusätzliche Radbügel montiert.
Nach der Fertigstellung des neuen Radwegs über den Atzgersdorfer Platz Ende 2025 wird die Radinfrastruktur entlang des Liesingbaches 2026 weiter optimiert. Ein gut 500 Meter langer Abschnitt entlang der Lehmanngasse über den Liesinger Platz wird verbessert. Vom Herbert-Mayr-Park wird ein neuer 2-Richtungsradweg über die Lehmanngasse und den Busbahnhof Liesinger Platz bis zum verkehrsberuhigten Bereich hinter der Liesinger Sporthalle errichtet; 4 neue Bäume sind geplant.
Im Zuge der Renaturierung des Liesingbaches wird der begleitende, 1,4 Kilometer lange Radweg zwischen Atzgersdorf und Bahnhof Liesing auf das andere Ufer verlegt, um den Weg zu verbreitern und neue Unterführungen unter der Marenabrücke (Carlbergergasse) und der Pellmannbrücke (Rudolf-Waisenhorn-Gasse) zu ermöglichen.
Eine interaktive Online-Karte bietet einen Überblick über alle Projekte der vergangenen Jahre.