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OTS-MeldungLebensart/Bau

Wien baut Radwegenetz 2026 mit 33 neuen Projekten aus

12,5 Kilometer neue Radinfrastruktur entstehen im Hauptradwegenetz

25. März 2026 um 12:42
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Mobilitätsstadträtin Sima setzt Radwegeoffensive fort: Lückenschlüsse, innovative Bauweisen und mehr Grün für Österreichs Hauptstadt.

Wien setzt seine ambitionierte Radwegeoffensive auch 2026 konsequent fort. Mobilitätsstadträtin Ulli Sima kündigte in der Gemeinderatsfragestunde 33 neue Projekte allein im Hauptradwegenetz an, die zusätzliche 12,5 Kilometer Radinfrastruktur schaffen werden. Der Fokus liegt dabei auf strategischen Lückenschlüssen und der Fortsetzung wichtiger Radachsen durch die österreichische Hauptstadt.

Innovative Bauweisen senken Kosten

"Trotz Konsolidierungsbedarf investieren wir weiter in das Wiener Radwegenetz und bauen es spürbar aus", betonte Stadträtin Sima. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf innovativen, kosteneffizienten Bauweisen, wie sie bereits erfolgreich am Neubaugürtel umgesetzt wurden. Diese Methoden ermöglichen es, hochwertige Radinfrastruktur zu schaffen, ohne das städtische Budget übermäßig zu belasten.

Die neue Bauweise sieht vor, dass Radwege nicht wie üblich auf erhöhtem Niveau mit Randsteinen abgetrennt werden, sondern auf Straßenniveau verbleiben. Als Abgrenzung zu den Kfz-Fahrstreifen dienen Parkstreifen, Grünflächen und markierte Schutzstreifen. Diese Lösung garantiert sowohl Sicherheit als auch höchste Radfahrqualität bei deutlich reduzierten Kosten.

Erfolgreiche Bilanz der Radwegeoffensive

Seit 2021 hat die rot-pinke Wiener Stadtregierung bereits beeindruckende Fortschritte erzielt: Über 100 Kilometer neue Radinfrastruktur im Hauptradwegenetz und weitere 50 Kilometer im Bezirksnetz wurden errichtet. Mit den geplanten 12,5 Kilometern für 2026 setzt sich dieser Trend fort und unterstreicht Wiens Engagement für nachhaltige Mobilität.

Die Projekte folgen dem städtischen Motto "Raus aus dem Asphalt" und verbinden Radinfrastruktur konsequent mit Begrünung und Entsiegelung. So profitieren nicht nur Radfahrerinnen und Radfahrer, sondern alle Wienerinnen und Wiener von verbessertem Stadtklima und mehr Lebensqualität.

Obere Donaustraße: Direktere Verbindungen in der Leopoldstadt

In der Leopoldstadt entsteht auf der Oberen Donaustraße ein 410 Meter langer 2-Richtungsradweg, der eine wichtige Lücke zwischen Rembrandtstraße und Scholzgasse schließt. Das angrenzende neue Wohngebiet wird damit direkt an das Hauptradverkehrsnetz angeschlossen. Lästige Fahrbahnüberquerungen und entsprechende Wartezeiten gehören der Vergangenheit an.

Die innovative Bauweise kommt hier erstmals zum Einsatz: Der Radweg bleibt auf Straßenniveau, bestehende Randsteine werden beibehalten. Fußgängerinnen und Fußgänger profitieren von neuen Grünflächen mit 15 neuen Bäumen, die für Schatten und besseres Mikroklima sorgen.

Landstraßer Hauptstraße wird klimafit

Ein Großprojekt mit besonderer Bürgerbeteiligung ist die klimafitte Umgestaltung der Landstraßer Hauptstraße. Nach einer umfassenden Bürgerinnenbefragung erfolgte bereits der Spatenstich für die schrittweise Transformation dieser wichtigen Verkehrsader.

Zwischen Juchgasse und Schlachthausgasse entstehen auf 700 Metern beidseitig baulich getrennte 1-Richtungsradwege. 33 neue Bäume entlang der Radwege werden für angenehmes Klima und Schatten sorgen. Fußgängerinnen, Fußgänger und Autofahrende profitieren von einer klareren Struktur, verbesserten Kreuzungspunkten und besseren Sichtbeziehungen.

Synergien mit Öffi-Ausbau

Wien nutzt den Ausbau des öffentlichen Verkehrs konsequent für die Schaffung neuer Radinfrastruktur. Im Zuge der Verlängerung der Straßenbahnlinie 18 wird die Radinfrastruktur im 3. Bezirk weiter ausgebaut. Ein 2-Richtungsradweg auf der Würztlerstraße zwischen Markhofgasse und Erdbergstraße schließt eine wichtige Lücke und schafft eine durchgehende Radverbindung zwischen Gürtel und Donaukanal.

Bereits fertiggestellt wurde ein komfortabler 2-Richtungsradweg auf dem Rennweg zwischen Grasberggasse und Landstraßer Hauptstraße, der die Rinnböckstraße direkt ans Hauptradverkehrswegenetz anschließt. In der Viehmarktgasse entstand ein neuer 2-Richtungsradweg, um das Vienna BioCenter und das Media Quarter St. Marx optimal zu erschließen.

Wiedner Hauptstraße: Durchgängige Radverbindung

Die Wiedner Hauptstraße erlebt eine beeindruckende Transformation. Der bereits im letzten Jahr fertiggestellte erste Teil bietet einen breiten, baulich getrennten 2-Richtungsradweg vom Karlsplatz bis zur Johann-Strauß-Gasse. Auf über einem Kilometer ist nun zügiges und sicheres Vorankommen möglich, während die alte Baumallee erhalten und um 11 zusätzliche Bäume erweitert wurde.

Aktuell wird die Fortsetzung bis zur Hartmanngasse realisiert. Die bestehenden Mehrzweckstreifen werden durch einen durchgängigen 2-Richtungsradweg ersetzt, sodass künftig vom Matzleinsdorfer Platz bis zum Karlsplatz durchgehend auf baulich getrennten Radwegen gefahren werden kann. 9 neue Bäume, 4 zusätzliche Hochstammsträucher, 8 neue Grünbeete und ein Trinkbrunnen komplettieren die klimafitte Gestaltung.

Äußere Mariahilfer Straße: Großprojekt geht weiter

Im 15. Bezirk setzt Wien 2026 das Großprojekt Äußere Mariahilfer Straße fort. Teil 1 brachte bereits Verkehrsberuhigung, Begrünung und einen 600 Meter langen, komfortablen 2-Richtungsradweg sowie viele Sitzgelegenheiten, Cooling-Elemente und breite Gehsteige.

Teil 2 von der Clementinengasse bis Anschützgasse wird südseitig einen über 720 Meter neuen 2-Richtungsradweg erhalten. Klimafitte Begrünung mit 46 neuen Bäumen und 1.500 Quadratmeter entsiegelter Fläche unterstreichen den nachhaltigen Ansatz. Wie im ersten Teil wird die Mariahilfer Straße zur Einbahn, der gewonnene Platz kommt Radfahrenden, Fußgängerinnen und Fußgängern sowie mehr Grün zugute.

Floridsdorf: Zentrale Lückenschlüsse

In Floridsdorf schließt Wien eine besonders wichtige Lücke: Auf der Brünner Straße zwischen Am Spitz und Karl-Schäfer-Straße entsteht ein 1.060 Meter langer, komfortabler 2-Richtungsradweg. Bisher gab es in diesem zentralen Bereich von Floridsdorf großteils keinerlei Radinfrastruktur. Im Süden schließt der neue Radweg direkt an den breiten 2-Richtungsradweg auf der Floridsdorfer Hauptstraße an.

Donaustadt: Netzwerk wird verdichtet

Die Donaustadt treibt nach der Einführung des Parkpickerls den Radwegebau konsequent voran. Auf der Erzherzog-Karl-Straße wird der nächste Abschnitt für eine durchgängige Radwegverbindung errichtet. Der neue, über 500 Meter lange 2-Richtungsradweg schließt ab der Industriestraße an den bereits fertiggestellten 700-Meter-Abschnitt an.

Dadurch entsteht eine durchgängige, sichere Verbindung zwischen dem Radhighway Nord und den Radwegen auf der Donaustadtstraße. 10 neue Bäume und zusätzliche Radbügel komplettieren das Projekt.

Liesing: Optimierung entlang des Liesingbaches

In Liesing wird die Radinfrastruktur entlang des Liesingbaches weiter optimiert. Nach der Fertigstellung des Radwegs über den Atzgersdorfer Platz Ende 2025 folgt 2026 die Verbesserung des 500 Meter langen Abschnitts entlang der Lehmanngasse über den Liesinger Platz.

Ein neuer 2-Richtungsradweg wird vom Herbert-Mayr-Park über die Lehmanngasse und den Busbahnhof Liesinger Platz bis zum verkehrsberuhigten Bereich hinter der Liesinger Sporthalle errichtet. Vier neue Bäume und klimafitte Begrünung gehören auch hier zum Standard.

Renaturierung schafft bessere Radwege

Im Zuge der Renaturierung des Liesingbaches wird der begleitende 1,4 Kilometer lange Radweg zwischen Atzgersdorf und Bahnhof Liesing auf das andere Ufer verlegt. Dies ermöglicht eine Verbreiterung und neue Unterführungen unter der Marenabrücke und der Pellmannbrücke. Nach den bereits realisierten Unterführungen an der Triester Straße und der Laxenburger Straße erfährt der Liesingbach-Radweg damit ein weiteres großes Upgrade.

Transparenz durch Online-Karte

Eine interaktive Online-Karte auf fahrradwien.at bietet allen Interessierten einen umfassenden Überblick über alle Projekte der vergangenen Jahre und die aktuellen Planungen. Diese Transparenz-Initiative ermöglicht es Bürgerinnen und Bürgern, sich über den Fortschritt der Radwegeoffensive zu informieren und künftige Projekte in ihrer Nähe zu verfolgen.

Mit der Fortsetzung der Radwegeoffensive 2026 unterstreicht Wien seine Position als Vorreiter nachhaltiger Stadtmobilität in Österreich. Die Kombination aus strategischer Netzplanung, innovativen Bauweisen, Bürgerbeteiligung und konsequenter Begrünung schafft Infrastruktur, die allen Wienerinnen und Wienern zugutekommt.

Schlagworte

#Radverkehr#Wien#Verkehrspolitik#Nachhaltigkeit#Stadtentwicklung

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