Österreichisches Rotes Kreuz warnt vor globalen Hungerkrisen
Die Blockade der Straße von Hormus könnte 45 Millionen Menschen zusätzlich in den Hunger treiben. Österreich stellt 8,5 Millionen Euro Hilfe bereit.
Wie das Österreichische Rote Kreuz (ÖRK) warnt, bedroht die Blockade der Straße von Hormus die Lebensmittelversorgung in den ärmsten Regionen der Welt. Laut Gerald Schöpfer, Präsident des ÖRK, könnten dadurch bis zu 45 Millionen Menschen zusätzlich von Hunger bedroht sein.
"Die steigenden Sprit- und Gaspreise sind für unzählige Menschen in Österreich eine massive Belastung. Viele wissen aber nicht, dass die Blockade und Angriffe an der Straße von Hormus auch drastische Folgen für die Lebensmittelversorgung in den ärmsten Regionen der Welt haben", erklärt Schöpfer.
Weil etwa Düngemittel nicht geliefert werden können, drohen Millionen Menschen vor allem in Ostafrika katastrophale Ernteausfälle. Zentrale Lieferwege von Dubai, einem der weltweit wichtigsten Drehkreuze für Hilfsgüter, sind blockiert und daher lebenswichtige Hilfslieferungen unterbrochen.
Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen könnte laut OTS die Zahl der hungernden Menschen weltweit um 45 Millionen ansteigen sehen, wenn der Konflikt weiter andauert.
Schöpfer berichtet: "Gleichzeitig werden Entsalzungsanlagen gezielt angegriffen, Wasserinfrastruktur zerstört. Die Menschen haben Angst!"
"Ohne Entsalzungsanlagen, die Meerwasser umwandeln, gibt es kein Trinkwasser. Auch Krankenhäuser, Landwirtschaft oder Industrie sind ohne ausreichend Wasser gefährdet. Humanitäre Organisationen wie das Rote Kreuz können kurzfristig mit Wasserlieferungen aushelfen, aber die langfristigen humanitären Folgen sind katastrophal!", so Schöpfer weiter.
Die österreichische Bundesregierung unterstützt die Rotkreuz-Hilfe in den Krisenregionen des Nahen Ostens und in Afrika mit 8,5 Millionen Euro aus dem Auslandskatastrophenfonds, davon gehen 8 Millionen Euro an das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) und 500.000 Euro an die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) für die Hilfe in der Region um Libanon, Syrien, Gaza, Afghanistan und Nachbarländer sowie Sudan und Nachbarländer.
"Damit können unsere Kolleginnen und Kollegen vor Ort ihre lebensrettende Hilfe fortsetzen, sie kommt direkt bei den Menschen in Not an – vielen Dank!", zeigt sich Schöpfer erfreut.
Im Libanon sind mehr als eine Million Menschen auf der Flucht. Das Libanesische Rote Kreuz hilft mit Notunterkünften – bisher wurden 645 Unterkünfte errichtet, in denen 134.000 Menschen untergebracht sind –, Hilfsgütern oder medizinischer Versorgung der Verletzten. 13.000 Freiwillige helfen, Leben zu retten und weitere Notunterkünfte zu errichten.
15 der als Notunterkünfte genutzten Schulen hat das ÖRK mit Mitteln aus dem Auslandskatastrophenfonds mit Reparaturen, Wasser und Sanitäranlagen unterstützt. Mit flexiblen ADA-Mitteln werden weitere Notunterkünfte versorgt.
Laut OTS wurden seit Beginn des Konfliktes mehr als 2.000 Menschen getötet, bis zu 3,2 Millionen Menschen sind auf der Flucht. 82.000 zivile Einrichtungen wurden bisher beschädigt oder zerstört, darunter 498 Schulen. 8.000 Mitarbeiter:innen des Iranischen Roten Halbmondes sind täglich im Einsatz.
Über den einzigen geöffneten Grenzübergang gelangt laut OTS nur ein Drittel der notwendigen Lkw mit Hilfsgütern ins Land. Treibstoff und Nahrungsmittel sind kaum verfügbar. Seit Beginn des Konfliktes sind die Mehlpreise in Gaza um 270 Prozent gestiegen. PRCS ist trotz schwierigen Zugangs 24/7 mit Rettungsdiensten im Einsatz, verteilt Hilfsgüter oder betreut Binnenvertriebene in Notunterkünften. Für das Rotkreuz-Feldspital in Rafah hat das ÖRK eine Wasseraufbereitungsanlage für sauberes Trinkwasser gestellt.
Der Syrisch-Arabische Rote Halbmond ist vor allem in der Grenzregion tätig und versorgt Geflüchtete. Bisher sind 135.000 Menschen aus dem Libanon nach Syrien geflüchtet.
Auch in allen anderen Ländern der Region – darunter Israel, Afghanistan, Türkei – sind die Teams des Roten Kreuzes und Roten Halbmondes im Einsatz: Versorgung von Verletzten, psychosoziale Unterstützung, Betreuung von Geflüchteten, Hilfsgüterverteilung, Vorbereitungen auf Fluchtbewegungen. Der Suchdienst des ÖRK hilft bei der Übermittlung von Nachrichten aus Österreich in die Region, um den Kontakt zwischen Familien herzustellen.
ÖRK-Präsident Schöpfer mahnt: "Entsalzungs- oder Stromanlagen sind zivile Infrastruktur, genau wie Krankenhäuser oder Schulen. Gezielte Angriffe darauf können Kriegsverbrechen darstellen! Ich erinnere: Nach dem Humanitären Völkerrecht sind Zivilbevölkerung, zivile Objekte und humanitäre Organisationen von allen Konfliktparteien zu schützen. Humanitäre Hilfe muss zugelassen werden, Hilfsgüterlieferungen gewährleistet!"
Das Österreichische Rote Kreuz bittet dringend um Spenden:
Österreichisches Rotes Kreuz
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Kennwort: Naher Osten
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