PHAGO-Radar zeigt stabiles erstes Quartal - sechs Indikationsgruppen unter Beobachtung
Österreichs Arzneimittel-Vollgroßhandel sieht trotz Nahost-Krieg keine akuten Versorgungsengpässe. Sechs Medikamentengruppen stehen jedoch unter Beobachtung.
Die PHAGO (Pharmazeutischer Großhandel Österreich) meldet keine Auswirkungen des Iran-Kriegs auf die Verfügbarkeit von Arzneimitteln oder Medizinprodukten.
Aufgrund der Anfälligkeit der Lieferketten durch den Krieg im Nahen Osten monitoren die österreichischen Arzneimittel-Vollgroßhändler diesen Bereich. In den 23 Arzneimittellagern der PHAGO-Mitglieder werden 12 Millionen Packungen bevorratet.
Nach Warnungen aus Deutschland, dass medizinische Schutzausrüstung, insbesondere Schutzhandschuhe, wegen der Eskalation am Persischen Golf knapp werden könne, monitoren die PHAGO-Vollgroßhändler diesen Bereich zusätzlich.
Auf dem Arzneimittel-Radar der PHAGO-Vollgroßhändler zeigt sich mit Ende des ersten Quartals 2026 gegenüber dem Vorjahr, dass sich der Anteil der als lieferkritisch eingestuften Arzneimittel in den meisten Indikationsgebieten verbessert hat. Etwa 94 Prozent aller Herz/Kreislaufmedikamente sind problemlos erhältlich; auch fast alle Antibiotika und Antirheumatika sind verfügbar.
Im Fokus haben die Vollgroßhändler derzeit folgende Indikationsgruppen:
Der Nachschub bei blutstillenden Arzneimitteln droht zu stocken.
Ein Viertel aller Augentropfen wird weiterhin als lieferkritisch eingestuft.
Bei Insulin und oralen Antidiabetika sind es über 40%.
Einzelne Schlaf- und Beruhigungsmittel sind unter Beobachtung.
Arzneimittel für Pankreatitis müssen kontingentiert ausgeliefert werden, damit es aufgrund bestehender Engpässe zu einer sachgerechten Aufteilung kommt.
Ebenso einzelne Hormonersatztherapien.