Zurück
OTS-MeldungSocial Media/Creator x News/Google News Initiative/Bild/Kooperation/Joint Venture/Kultur, Kunst, Unt

dpa startet Creator x News-Programm für Medienhäuser

Deutsche Presse-Agentur vernetzt traditionelle Redaktionen mit digitalen News-Creatorn

23. März 2026 um 10:32
Teilen:

Die dpa bringt mit ihrem neuen Programm Medienhäuser und News-Creator zusammen, um faktenbasierte Information in sozialen Medien zu stärken.

Neue Wege im digitalen Journalismus

Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) reagiert auf den Wandel im Medienkonsum und startet ein innovatives Programm zur Zusammenarbeit zwischen traditionellen Redaktionen und digitalen News-Creatorn. Unter dem Titel "dpa Creator x News, supported by Google" soll eine Brücke zwischen etablierten Medienhäusern und neuen digitalen Stimmen geschlagen werden.

Das von der Google News Initiative unterstützte Projekt wurde kürzlich auf der Berliner Konferenz "Navigating the Future of News" vorgestellt und markiert einen wichtigen Schritt in der Evolution des Nachrichtenjournalismus in Österreich und Deutschland.

Wandel im Nachrichtenkonsum erfordert neue Ansätze

"Viele Menschen stoßen heute auf Nachrichten zuerst auf Social Media - häufig vermittelt von Menschen, die nicht aus klassischen Redaktionen kommen", erklärt Teresa Dapp, Geschäftsführerin der dpa-infocom. Diese Entwicklung verändere das gesamte Nachrichtenökosystem fundamental.

Tatsächlich zeigen aktuelle Studien, dass insbesondere jüngere Zielgruppen Nachrichten primär über soziale Plattformen wie TikTok, Instagram oder YouTube konsumieren. Dabei spielen Creator und Influencer eine zunehmend wichtige Rolle als Informationsvermittler - oft ohne klassische journalistische Ausbildung.

"Mit dem Programm Creator x News wollen wir diesen Wandel aktiv mitgestalten und Zusammenarbeit ermöglichen, die faktenbasierte Information auch in digitalen Öffentlichkeiten stärkt", betont Dapp die strategische Ausrichtung der Initiative.

Google als strategischer Partner

Die Zusammenarbeit mit Google unterstreicht die internationale Relevanz des Projekts. "Emerging News Voices sind zu wichtigen Stimmen im digitalen Nachrichtenumfeld geworden", sagt Gerrit Rabenstein, Head of News Partnerships, Central Europe bei Google. Das Programm eröffne Raum für neue Formen journalistischer Zusammenarbeit.

Die Google News Initiative bringt dabei ihre Expertise im Bereich digitaler Tools und KI-Anwendungen ein. Dies ist besonders relevant, da künstliche Intelligenz den Journalismus zunehmend prägt und neue Möglichkeiten für Content-Erstellung und -Distribution eröffnet.

Praktische Umsetzung in mehreren Phasen

Arbeitsphase mit intensivem Training

Den Auftakt des Programms bildet eine mehrmonatige Arbeitsphase mit ausgewählten News-Influencern und digitalen Journalistinnen und Journalisten. Dabei stehen drei zentrale Themenbereiche im Fokus:

  • Journalistische Standards und Ethik
  • Geschäftsmodelle im digitalen Journalismus
  • Einsatz von KI-Tools im redaktionellen Alltag

Die Trainings kombinieren theoretisches Wissen mit praktischen Übungen. Während die Google News Initiative Workshops zu KI-Anwendungen und digitalen Werkzeugen anbietet, ergänzen dpa-Trainerinnen und -Trainer das Programm mit ihrer Expertise zur journalistischen Praxis.

Projektpartnerschaften als Kern der Initiative

Das Herzstück des Programms sind konkrete Kooperationen zwischen Creatorn und Medienhäusern. In diesen Projektpartnerschaften arbeiten beide Seiten direkt zusammen und testen neue Formate sowie innovative Arbeitsweisen.

Mögliche Kooperationsformen umfassen:

  • Übersetzung klassischer journalistischer Recherchen in Social-Media-Formate
  • Unterstützung von Redaktionen beim Community-Management durch Creator
  • Wissenstransfer von Medienhäusern zu Medienrecht und journalistischer Ethik
  • Gemeinsame Entwicklung neuer Storytelling-Formate

Bedeutung für die österreichische Medienlandschaft

Obwohl das Programm von der deutschen dpa initiiert wurde, hat es auch erhebliche Auswirkungen auf die österreichische Medienlandschaft. Viele österreichische Medienhäuser stehen vor ähnlichen Herausforderungen im Umgang mit dem digitalen Wandel und können von den Erkenntnissen profitieren.

Die Zusammenarbeit zwischen traditionellen Medien und Creatorn ist auch in Österreich ein hochaktuelles Thema. Große Verlage wie die Kronen Zeitung, Der Standard oder Kleine Zeitung experimentieren bereits mit neuen digitalen Formaten und Kooperationen.

Qualitätsjournalismus in sozialen Medien stärken

Ein zentrales Ziel der Initiative ist es, die Qualität von Nachrichten in sozialen Medien zu verbessern. Durch die Vernetzung von Creator mit etablierten Medienhäusern sollen journalistische Standards auch in digitalen Formaten gewährleistet werden.

Dies ist besonders wichtig angesichts der Herausforderungen durch Desinformation und "Fake News". Creator, die über eine große Reichweite verfügen, können durch professionelle journalistische Begleitung zu wichtigen Multiplikatoren für verlässliche Informationen werden.

Neue Zielgruppen erreichen

Gleichzeitig ermöglicht die Zusammenarbeit traditionellen Medienhäusern, neue und jüngere Zielgruppen zu erreichen. Creator verfügen oft über ein tiefes Verständnis für die Kommunikation in sozialen Medien und können etablierten Redaktionen dabei helfen, ihre Inhalte zielgruppengerecht aufzubereiten.

Systematische Auswertung und Wissenstransfer

Ein besonderer Fokus liegt auf der systematischen Auswertung der gesammelten Erfahrungen. Die Erkenntnisse aus dem Programm sollen nicht nur den direkten Teilnehmern zugutekommen, sondern der gesamten Medienbranche zur Verfügung gestellt werden.

Geplant ist die Veröffentlichung eines umfassenden Branchen-Whitepapers mit Best Practices für Kooperationen zwischen Redaktionen und Creatorn. Dieses Dokument könnte zu einem wichtigen Leitfaden für die gesamte deutschsprachige Medienlandschaft werden.

Abschlussveranstaltung in Hamburg

Das Programm wird Ende November mit einem großen Event in Hamburg abgeschlossen. Dort sollen die Ergebnisse vorgestellt und diskutiert werden, um praktische Ableitungen für das gesamte Nachrichtenökosystem zu ermöglichen.

Die Veranstaltung richtet sich an Vertreter von Medienhäusern, Creator, Wissenschaftler und weitere Stakeholder aus der Medienbranche. Ziel ist es, einen breiten Dialog über die Zukunft der Nachrichtenvermittlung zu führen.

Ausblick auf die Zukunft des Journalismus

Das "Creator x News"-Programm der dpa zeigt exemplarisch auf, wie sich der Journalismus an die veränderten Mediengewohnheiten anpassen kann, ohne dabei seine Kernwerte zu verlieren. Die Initiative könnte zum Modell für ähnliche Programme in anderen Ländern werden.

Für die Teilnehmer bietet das Programm die Chance, neue Fähigkeiten zu entwickeln und wertvolle Kontakte zu knüpfen. Medienhäuser können lernen, wie sie ihre Reichweite in sozialen Medien ausbauen, während Creator Zugang zu professionellen journalistischen Methoden erhalten.

Die langfristigen Auswirkungen dieser Initiative könnten erheblich sein: Wenn es gelingt, qualitativ hochwertigen Journalismus erfolgreich mit der Reichweite und Kreativität digitaler Creator zu verbinden, könnte dies ein neues Kapitel in der Geschichte des Nachrichtenjournalismus aufschlagen.

Schlagworte

#Journalismus#Social Media#Creator#dpa#Google News Initiative#Digitalisierung

Weitere Meldungen

OTS
FPÖ

FPÖ-Skandal: KI-Fake-Videos ohne Kennzeichnung sorgen für Empörung

13. März 2026
Lesen
OTS
FPÖ

FPÖ verbreitet KI-Fake-Videos ohne Kennzeichnung

13. März 2026
Lesen
OTS
Social Media, KI

UNICEF-Studie: Nur 12% sehen Kinder online als sicher

2. März 2026
Lesen
Alle Meldungen anzeigen