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850 Legehennen vor Schlachtung gerettet: Ostern mal anders

ANIMAL SPIRIT organisiert Hühnerrettung in Oberösterreich

19. März 2026 um 11:42
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Während zu Ostern Eier gesucht werden, rettet der Verein ANIMAL SPIRIT über 850 Hennen vor dem Schlachter und bietet Tierpatenschaften an.

Während zu Ostern traditionell bunte Eier gesucht und Schokohasen verschenkt werden, lenkt der Verein ANIMAL SPIRIT den Blick auf ein oft übersehenes Problem: das Leid der Legehennen in der industriellen Landwirtschaft. In einer groß angelegten Rettungsaktion in Kopfing, Oberösterreich, werden über 850 Hühner vor dem Schlachter bewahrt und an private Tierfreunde vermittelt.

Das verborgene Leid der Legehennen

"Während viele Menschen zu Ostern Eier färben und verstecken, denken nur wenige an die Hennen, die sie legen", erklärt Tierrechtsaktivistin Kathi Koch vom Verein ANIMAL SPIRIT. Die Realität hinter der Eierproduktion ist für die Tiere alles andere als rosig: Moderne Legehennen müssen aufgrund von Zucht und Fütterung fast täglich ein Ei legen – eine enorme körperliche Belastung.

Zum Vergleich: Das Bankiva-Huhn, der wilde Vorfahre unserer Haushennen, legte ursprünglich nur 20 bis 30 Eier pro Jahr. Die heutigen Hochleistungshennen produzieren hingegen über 300 Eier jährlich – eine Steigerung um das Zehnfache, die nicht ohne gesundheitliche Folgen bleibt.

Gesundheitliche Probleme durch Hochleistung

Die ständige Eierproduktion führt zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen bei den Tieren. Ein weit verbreitetes Problem ist chronischer Calciummangel, der durch die intensive Schalenbildung entsteht. Dieser Mangel führt häufig zu schmerzhaften Knochenbrüchen, wobei das Brustbein besonders oft betroffen ist. Studien zeigen, dass ein Großteil der Legehennen unter gebrochenen Brustbeinen leidet.

Zusätzlich zu den Knochenproblemen leiden viele Hennen unter Entzündungen der Legeorgane. Diese gesundheitlichen Beeinträchtigungen begleiten die Tiere während ihrer gesamten "Produktionszeit" von etwa 1,5 Jahren. Danach werden sie üblicherweise geschlachtet, da ihre Legeleistung nachlässt.

Rettungsaktion statt Eiersuche

"Das ist kein dankbares Ende für diese Arbeitsleistung", betont Koch. Deshalb organisiert ANIMAL SPIRIT zur Osterzeit eine besondere Aktion: Statt Eier zu suchen, helfen engagierte Tierschützer dabei, über 850 Hühner aus der industriellen Haltung zu befreien. Die Tiere werden buchstäblich von den Sitzstangen gepflückt und in ein neues Leben vermittelt.

Private Hühnerfreunde öffnen ihre Türen und Ställe, um den geretteten "Ladies" ein artgerechtes Leben zu ermöglichen. Die ehemaligen Legehennen können so ihre verbleibende Lebenszeit in einer natürlicheren Umgebung verbringen, ohne den Druck der ständigen Eierproduktion.

Unterstützung für die Hühnerrettung gesucht

Der Verein sucht laufend Menschen, die bereit sind, Hühner aufzunehmen oder die Rettungsaktion auf andere Weise zu unterstützen. Interessierte können sich direkt bei Kathi Koch unter [email protected] melden. Dabei spielt es keine Rolle, ob jemand mehrere Tiere aufnehmen kann oder nur ein einzelnes Huhn ein Zuhause geben möchte.

Die Vermittlung erfolgt kostenlos, jedoch wird um eine kleine Spende für die Transportkosten und die Betreuung der Tiere gebeten. Die geretteten Hennen sind in der Regel bereits entwurmt und gesundheitlich untersucht.

Tierpatenschaft als alternatives Ostergeschenk

Für alle, die keine Möglichkeit haben, Tiere direkt aufzunehmen, bietet ANIMAL SPIRIT eine andere Form der Unterstützung an: Tierpatenschaften. Diese können eine sinnvolle Alternative zu herkömmlichen Ostergeschenken darstellen und bereiten über die Feiertage hinaus Freude.

Auf den drei Gnadenhöfen des Vereins leben derzeit etwa 700 gerettete Tiere, darunter nicht nur Hühner, sondern auch Kaninchen, Schweine und andere Nutztiere. Eine Patenschaft hilft dabei, die laufenden Kosten für Futter, tierärztliche Behandlung und Pflege zu decken.

Persönliche Betreuung der Patenschaften

Die Tierpatenschaften werden persönlich und liebevoll gestaltet. Auf Wunsch erstellt der Verein eine individuelle Patenschaftsurkunde mit dem Foto des jeweiligen Tieres – ideal zum Verschenken. Interessierte können sich für weitere Informationen an [email protected] wenden.

Der Abschluss einer Patenschaft ist unkompliziert möglich: Entweder online über die Vereinswebsite oder bei einem persönlichen Besuch auf dem Gnadenhof Hendlberg. Dort haben Besucher die Möglichkeit, ihr Patentier persönlich kennenzulernen und selbst auszusuchen.

Besuch auf dem Gnadenhof möglich

ANIMAL SPIRIT lädt interessierte Menschen ein, die Gnadenhöfe zu besuchen und sich vor Ort ein Bild von der Arbeit zu machen. Bei einem Besuch können potenzielle Paten ihre Schützlinge kennenlernen und sehen, wie die geretteten Tiere in ihrer neuen Umgebung leben.

Für Besuche oder weitere Fragen steht das Team unter [email protected] zur Verfügung. Die Mitarbeiter informieren gerne über die verschiedenen Möglichkeiten der Unterstützung und die aktuellen Schützlinge auf den Höfen.

Bewusstsein für Tierschutz schaffen

Mit der Osteraktion möchte ANIMAL SPIRIT nicht nur konkret helfen, sondern auch Bewusstsein für die Situation der Nutztiere schaffen. Viele Verbraucher sind sich nicht bewusst, unter welchen Bedingungen ihre Nahrungsmittel produziert werden und welche Auswirkungen dies auf die Tiere hat.

Die Hühnerrettung zeigt exemplarisch, dass es Alternativen gibt und dass jeder Einzelne einen Beitrag zum Tierschutz leisten kann – sei es durch die Aufnahme von Tieren, eine Patenschaft oder einfach durch bewusstere Konsumentscheidungen.

Die Aktion findet bereits zum wiederholten Mal statt und erfreut sich wachsender Beliebtheit. Immer mehr Menschen erkennen, dass Tierschutz nicht nur eine Aufgabe von Organisationen ist, sondern dass auch Privatpersonen einen wertvollen Beitrag leisten können.

Schlagworte

#Tierschutz#ANIMAL SPIRIT#Hühnerrettung#Ostern#Oberösterreich

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