191 Millionen Euro Investition stärkt Verbindung nach Slowenien
Die ASFINAG hat die neue Tunnelröhre des Karawankentunnels feierlich eröffnet. Bis 2029 folgt die Generalsanierung der alten Röhre.
Nach siebeneinhalb Jahren Bauzeit ist ein wichtiger Meilenstein für die Verkehrsinfrastruktur zwischen Österreich und Slowenien erreicht: Am 18. März wurde die neu errichtete Röhre des Karawankentunnels auf der A11 Karawankenautobahn feierlich eröffnet. Bei dem großen Fest waren hochrangige Vertreter aus Politik und Wirtschaft anwesend, darunter Verkehrsminister Peter Hanke, Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer sowie das ASFINAG-Management.
Ein besonderes Highlight war die offizielle Freigabe direkt an der österreichisch-slowenischen Grenze mitten im Tunnel. Dort trafen sich alle österreichischen Ehrengäste mit der slowenischen Infrastrukturministerin Alenka Bratusek und DARS-Vorstand Andrej Ribič zu einem historischen Moment. Die knapp acht Kilometer lange Tunnelröhre verbindet die beiden Nachbarländer noch enger miteinander.
"Mit diesem neuen Tunnel setzen wir einen wichtigen Meilenstein für die Zukunft der Region. Eine moderne und leistungsfähige Infrastruktur ist die Grundlage für Lebensqualität, wirtschaftliche Stärke und regionale Entwicklung", betonte Verkehrsminister Peter Hanke bei der Eröffnungsfeier.
Die Verkehrsumlegung erfolgt schrittweise: Bereits ab dem 20. März wird der Verkehr aus Slowenien in Richtung Österreich durch die neue Tunnelröhre geleitet. In die Gegenrichtung wird noch etwa eine Woche lang die bestehende Röhre genutzt. Spätestens am 27. März wird der neue Tunnel dann im Gegenverkehr betrieben, bis die Generalsanierung der alten Röhre abgeschlossen ist.
Diese umfassenden Sanierungsarbeiten beginnen unmittelbar nach der vollständigen Verkehrsumlegung. Die Fertigstellung ist für Mitte 2029 geplant. Erst dann wird der Gegenverkehr der Vergangenheit angehören und beide Tunnelröhren den höchsten Sicherheitsstandards entsprechen.
Die ASFINAG investierte insgesamt 191 Millionen Euro in den Tunnelneubau. Für die anstehende Generalsanierung der alten Tunnelröhre sind weitere 123 Millionen Euro veranschlagt. Gemeinsam mit den Investitionen der slowenischen DARS fließen etwa 570 Millionen Euro in den Vollausbau des Karawankentunnels.
"Mit dieser Investition stärken wir nicht nur die Mobilität, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes - und tragen nachhaltig zum wirtschaftlichen Aufschwung bei", erklärte Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer.
Die ursprünglich geplante Bauzeit verlängerte sich aufgrund verschiedener Faktoren um einige Jahre. Verzögerungen bei der Vergabe und hydrogeologisch herausfordernde Bedingungen auf slowenischer Seite führten zu der Gesamtbauzeit von siebeneinhalb Jahren. Trotz dieser Hindernisse konnte das Projekt erfolgreich abgeschlossen werden.
ASFINAG-Vorstand Hartwig Hufnagl hob sowohl "das deutliche Plus für die Verkehrssicherheit" hervor als auch die "nationale und regionale Wertschöpfung, die eine derartige Investition mit sich bringt und durch die zahlreiche Menschen aus der gesamten Region beschäftigt werden."
Die neue Tunnelröhre weist eine exakte Länge von 7.948 Metern auf, wovon 4.402 Meter auf österreichisches Gebiet entfallen. Alle 330 Meter errichteten ASFINAG und DARS Fluchtwege - Querverbindungen zur bestehenden Tunnelröhre - um die Sicherheit zu maximieren.
Nach Abschluss der Generalsanierung werden beide Tunnelröhren mit modernster Technik ausgestattet sein. Dazu gehören:
Diese Ausstattung ermöglicht es, bei Störungen oder Unfällen in einer Tunnelröhre innerhalb weniger Minuten auf temporären Gegenverkehr umzuschalten.
Der Vollausbau bringt eine erhebliche Steigerung der Tunnelkapazität mit sich. Für Autofahrer bedeutet dies künftig keine Staus und keine längeren Wartezeiten mehr bei der Ein- und Ausreise zwischen Österreich und Slowenien. Dies ist besonders für den Güterverkehr und den Tourismus von enormer Bedeutung.
ASFINAG-Vorstand Herbert Kasser sieht den Vollausbau als "eine Investition mit Mehrwert: Diese bessere Verbindung sichert die Wirtschaftsentwicklung in Kärnten und in Slowenien, weil dieser Wirtschaftsraum enger zusammenwachsen kann."
Das Projekt Karawankentunnel wurde von der Europäischen Union im Rahmen des Programms Connecting Europe Facility (CEF) gefördert. In der Planungsphase erhielt es 3,35 Millionen Euro, für die Bauphase kamen weitere 9,4 Millionen Euro hinzu.
Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen der österreichischen ASFINAG und der slowenischen DARS war ein Schlüsselfactor für den Projekterfolg. Beide Organisationen koordinierten ihre Arbeiten eng miteinander, um eine nahtlose Verbindung zu gewährleisten.
Noch vor der vollständigen Fertigstellung des Tunnelausbaus wird auch die Hauptmautstelle Rosenbach erneuert. Die ersten Vorarbeiten begannen bereits Anfang März 2024, die Fertigstellung ist für Ende 2027 vorgesehen. Der Neubau erfolgt im neuen ASFINAG-Design und kostet zusätzlich etwa 30 Millionen Euro.
Beim Neubau der Mautstelle wird besonderer Wert auf nachhaltiges Bauen gelegt:
Der Karawankentunnel ist eine der wichtigsten Verkehrsverbindungen zwischen Mittel- und Südosteuropa. Die Modernisierung stärkt nicht nur die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Österreich und Slowenien, sondern verbessert auch die Anbindung des gesamten Alpen-Adria-Raums.
Für Kärnten bedeutet das Projekt eine erhebliche wirtschaftliche Aufwertung. Die verbesserte Infrastruktur macht die Region als Wirtschaftsstandort attraktiver und erleichtert den grenzüberschreitenden Handel. Gleichzeitig profitiert der Tourismus von den kürzeren Reisezeiten und der erhöhten Verkehrssicherheit.
Die alte Tunnelröhre, die bereits 35 Jahre in Betrieb ist, wird in den kommenden Jahren grundlegend modernisiert. Nach Abschluss aller Arbeiten 2029 wird der Karawankentunnel zu den modernsten und sichersten Tunnelverbindungen Europas gehören.