Jugend Eine Welt sichert Wasserversorgung in Krisenregion Tigray
Neue Brunnen und Sanitäranlagen helfen Hunderttausenden in Äthiopiens Krisenregion. Eine Million Binnenvertriebene kämpfen ums Überleben.
Die österreichische Entwicklungsorganisation Jugend Eine Welt hat gemeinsam mit den Salesianern Don Boscos mehrere Wasserentnahmestellen in der äthiopischen Krisenregion Tigray saniert und neu errichtet. Allein in der Stadt Adwa versorgt ein neuer Brunnen täglich über 10.000 Menschen mit Wasser.
Die Trinkwasseranlage wurde auf dem Gelände der Salesianer Don Boscos in Adwa errichtet und arbeitet vollständig solarbetrieben. "Die Wasserentnahmestation steht allen Bewohnerinnen und Bewohnern von Adwa rund um die Uhr frei zur Verfügung, um sauberes Wasser zu erhalten", erklärt Wolfgang Wedan, Globaler Nothilfe-Koordinator von Jugend Eine Welt. "Jeder kann so viel Wasser entnehmen, wie er für Trinken, Kochen oder Hygiene benötigt."
Das von der Austrian Development Agency (ADA) im Rahmen von International Partnerships Austria unterstützte Projekt umfasst auch Sanitäranlagen sowie eine Abwasserentsorgung. "Toiletten wurden errichtet, zusätzlich entstanden Duschanlagen. Alles barrierefrei, damit Kinder, ältere Menschen oder Personen mit körperlichen Beeinträchtigungen – darunter viele Kriegsversehrte – dauerhaft und würdevoll Zugang haben", so Wedan.
In Adwa sowie an weiteren Standorten in Shire und Mekele wurden weitere Brunnen saniert. Eigens angemietete Wassertankwagen bringen bis zu 20.000 Liter Trinkwasser in Lager für Binnenvertriebene. Wedan berichtet, die Versorgung werde jedoch immer schwieriger, weil Treibstoff sehr teuer und knapp sei; er führt Einschränkungen bei der Benzinabgabe und Auswirkungen des Iran-Konflikts als Gründe an.
Jugend Eine Welt engagiert sich seit über 20 Jahren in der Tigray-Region. Seit dem Ausbruch des Bürgerkriegs im Jahr 2020 unterstützt die Organisation die Don Bosco-Partner vorwiegend bei Nothilfeprojekten.
In den Lagern für Binnenvertriebene fehlt es an Wasser, Nahrung, Medikamenten und hygienischen Einrichtungen. "Da Wasser ohnehin schon ein Luxusgut ist, wird es natürlich nicht zur Reinigung der Toiletten eingesetzt. Der Gestank ist unmenschlich. Und noch viel schlimmer: Die sanitären Verhältnisse sind lebensgefährlich", erzählt Br. Tedros Hawku, Projektpartner von Jugend Eine Welt, bei seinem Besuch in Wien. "Krankheiten, die durch mangelnde Hygiene und verunreinigtes Wasser entstehen, nehmen zu. Infektionen breiten sich aus, dazu kommen Fälle von Cholera. Viele Menschen können sich keine medizinische Behandlung leisten."
Erst vor wenigen Tagen traf eine neue Hilfslieferung von Jugend Eine Welt in Adwa ein. Dank 4.700 Kilogramm Mehl können in den nächsten Wochen täglich 3.000 Brote gebacken werden, die an die hungernden Menschen, vor allem an Kinder, verteilt werden. "Bitte helfen auch Sie mit Ihrer Spende. Sie sichert Überleben!", appelliert Reinhard Heiserer, Geschäftsführer von Jugend Eine Welt.
Jugend Eine Welt-Spendenkonto: AT66 3600 0000 0002 4000 | Onlinespenden unter www.jugendeinewelt.at/spenden | Spenden sind steuerlich absetzbar!