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Kirchdorfer revolutioniert Verkehrsüberwachung mit TAM-Sensor

Glasfaserkabel macht Straße zum intelligenten Sensor

18. März 2026 um 10:20
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Österreichische Kirchdorfer Gruppe gewinnt Award für innovative Verkehrstechnologie, die Staus und Unfälle in Echtzeit erkennt.

Die niederösterreichische Kirchdorfer Gruppe sorgt mit einer bahnbrechenden Innovation für Aufsehen in der Verkehrstechnik-Branche. Auf der weltgrößten Verkehrssicherheitsmesse Intertraffic Amsterdam präsentierte das Unternehmen erstmals öffentlich seine TAM-Technologie (Traffic & Accident Monitoring) – und überzeugte sowohl die Fachjury als auch potenzielle Kunden aus aller Welt.

Revolutionäre Sensortechnik verwandelt Straßen in Messinstrumente

Das innovative System der Kirchdorfer Gruppe stellt einen Paradigmenwechsel in der Verkehrserfassung dar. Während herkömmliche Überwachungssysteme auf Kameras oder punktuelle Sensoren angewiesen sind, nutzt TAM eine völlig neue Herangehensweise: Die Straße selbst wird zum Sensor.

Das Herzstück der Technologie bildet ein Glasfaserkabel, das in oder unter der Fahrbahn verlegt wird. Dieses fungiert als hochsensibles Messinstrument und kann Vibrationen vorbeifahrender Fahrzeuge über beeindruckende Distanzen von bis zu 50 Kilometern in Echtzeit erfassen.

"Mit TAM schaffen wir erstmals eine durchgehende Verkehrsüberwachung, indem wir die Straße selbst zum Sensor machen. Das verbessert die Sicherheit auf unseren Straßen erheblich und liefert die Datengrundlage für ein modernes, vorausschauendes Verkehrsmanagement mit künstlicher Intelligenz", erklärt Dr. Thomas Edl, Geschäftsführer der Kirchdorfer Sparte Road & Traffic.

Präzise Datenerfassung ohne komplexe Infrastruktur

Die TAM-Technologie besticht durch ihre Einfachheit und gleichzeitig hohe Präzision. Ein spezielles Auswertegerät analysiert die vom Glasfaserkabel erfassten Signale und wandelt sie mithilfe einer eigens entwickelten Software in detaillierte Verkehrsdaten um. Diese können nahtlos an bestehende Verkehrsmanagement-Systeme übertragen werden.

Das System erfasst eine Vielzahl von Parametern mit bemerkenswert hoher Genauigkeit:

  • Geschwindigkeit einzelner Fahrzeuge
  • Fahrzeugtypen und -klassifizierung
  • Bremsmanöver und plötzliche Geschwindigkeitsänderungen
  • Unfälle und deren exakte Lokalisierung
  • Verkehrsaufkommen in Echtzeit
  • Beginnende Stau- oder Gefahrensituationen

Alle diese Daten können auf den Meter genau lokalisiert werden, wodurch ein lückenloses Abbild des Verkehrsflusses entlang kompletter Streckenabschnitte entsteht.

Technologische Vorteile gegenüber bisherigen Systemen

Ein entscheidender Vorteil der TAM-Technologie liegt in ihrer minimalen Infrastrukturanforderung. Im Gegensatz zu herkömmlichen Verkehrsüberwachungssystemen benötigt TAM weder aufwendige Portale noch Kameras. Es kommt ohne lokale Stromversorgung entlang der Strecke aus und erfordert keine komplexe Verkabelungsinfrastruktur.

Diese Eigenschaften machen das System besonders attraktiv für Autobahnbetreiber, da es kostengünstig installiert und gewartet werden kann. Gleichzeitig bietet es eine deutlich höhere Abdeckung als punktuelle Sensorsysteme, die nur an bestimmten Stellen Daten erfassen können.

Internationale Anerkennung und Markteinführung

Die Qualität und Innovation der TAM-Technologie wurde auf der Intertraffic Amsterdam durch den renommierten "Inspiration Award" gewürdigt. Die internationale Fachjury bezeichnete die Lösung als "völlig neu und bahnbrechend".

Besonders bemerkenswert ist die Tatsache, dass die faseroptische Messtechnik ursprünglich für völlig andere Anwendungsbereiche entwickelt wurde. In der Pipeline- und Erdbebenüberwachung bereits etabliert, eröffnet sie nun neue Horizonte im Verkehrsmanagement.

Der Erfolg der Technologie zeigt sich bereits in ersten praktischen Einsätzen. In Deutschland, Belgien, Slowenien, Lettland und dem Vereinigten Königreich werden Pilotprojekte durchgeführt, die vielversprechende Ergebnisse liefern. Die Betreiber berichten, dass Staus und Verkehrszwischenfälle deutlich früher erkannt werden können, wodurch entsprechende Gegenmaßnahmen wesentlich schneller eingeleitet werden können.

Konkrete Geschäftserfolge auf der Messe

Der Messeauftritt in Amsterdam war nicht nur in Bezug auf die Auszeichnung erfolgreich. Bereits am Messestand konnten konkrete Kooperationen mit internationalen Straßenbetreibern vereinbart werden. Interessenten aus Europa und Südamerika zeigten sich von der Technologie überzeugt und erteilten direkte Aufträge.

Das Ziel der Kirchdorfer Gruppe ist es nun, die TAM-Plattform systematisch in bestehende Verkehrssteuerungssysteme zu integrieren und durch weitere Pilotprojekte zu erproben. Dadurch soll die Technologie schrittweise in den Markt eingeführt und etabliert werden.

Künstliche Intelligenz und Zukunftsperspektiven

Die von TAM gesammelten Daten bilden eine ideale Grundlage für den Einsatz von künstlicher Intelligenz im Verkehrsmanagement. Durch die kontinuierliche Erfassung von Verkehrsmustern können Algorithmen entwickelt werden, die nicht nur aktuelle Situationen analysieren, sondern auch zukünftige Verkehrsentwicklungen vorhersagen.

Diese prädiktive Komponente könnte die Verkehrssicherheit revolutionieren. Statt nur auf Zwischenfälle zu reagieren, könnten Verkehrsleitzentralen proaktiv Maßnahmen ergreifen, um gefährliche Situationen zu vermeiden.

Beitrag zur österreichischen Innovationskraft

Mit der TAM-Technologie unterstreicht die Kirchdorfer Gruppe ihre Position als Innovationstreiber im Bereich intelligenter und sicherer Straßeninfrastruktur. Das Unternehmen aus Kirchdorf an der Krems zeigt damit eindrucksvoll, wie österreichische Technologieunternehmen international führende Lösungen entwickeln können.

Die Kirchdorfer Gruppe beschäftigt rund 1.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in 14 Ländern und ist in den Bereichen Zement, Rohstoffe, Betonfertigteile sowie Straßensicherheitssysteme tätig. Innovation, Forschung und nachhaltige Infrastrukturprojekte bilden strategische Schwerpunkte des privat geführten Baustoffkonzerns.

Über die Tochtergesellschaft DELTABLOC® hat sich das Unternehmen bereits einen Namen als Technologieführer aus Niederösterreich gemacht. Die Systeme des Unternehmens tragen weltweit zur Unfallvermeidung und zum Schutz von Verkehrsteilnehmern bei.

Ausblick auf die Verkehrszukunft

Die TAM-Technologie könnte einen wichtigen Baustein für die Verkehrsinfrastruktur der Zukunft darstellen. In Zeiten zunehmender Verkehrsdichte und dem Übergang zu autonomen Fahrzeugen werden präzise, flächendeckende Verkehrsdaten immer wichtiger.

Die Möglichkeit, Straßenabschnitte kontinuierlich und lückenlos zu überwachen, ohne dabei auf aufwendige Infrastruktur angewiesen zu sein, macht TAM zu einer zukunftsweisenden Lösung. Besonders für Länder mit großen Straßennetzen und begrenzten Budgets für Verkehrsinfrastruktur könnte die Technologie einen Durchbruch bedeuten.

Die internationale Anerkennung und die bereits erzielten Geschäftserfolge zeigen, dass die österreichische Innovation das Potenzial hat, sich global zu etablieren und einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit weltweit zu leisten.

Schlagworte

#Verkehrstechnik#Innovation#Kirchdorfer#Sensortechnologie#Verkehrssicherheit

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