Wissenschaftliche Kooperation mit FH Wiener Neustadt soll Radikalisierung früh erkennen
Niederösterreich startet neue Sicherheitsinitiative: Eine Beobachtungsstelle soll islamistische Tendenzen analysieren und Handlungsempfehlungen liefern.
Niederösterreich verstärkt seine Anstrengungen im Kampf gegen islamistische Radikalisierung: Die Landesregierung hat heute die Einrichtung einer "Beobachtungsstelle Radikaler Islam" in Kooperation mit der FH Wiener Neustadt beschlossen. Die neue Initiative soll Radikalisierungstendenzen frühzeitig erkennen und wissenschaftlich fundierte Handlungsempfehlungen für die Sicherheitsarbeit entwickeln.
Die Beobachtungsstelle wird vom Institut für Sicherheitsforschung der FH Wiener Neustadt wissenschaftlich begleitet. Damit soll eine fundierte Analysekompetenz gewährleistet werden, um Erscheinungsformen, Strukturen und Entwicklungen islamistischer Radikalisierung systematisch zu untersuchen. Mit dem heutigen Beschluss nehmen Beobachtungsstelle und Beirat unmittelbar ihre Arbeit auf.
"Als Hochschule nehmen wir neben Forschung und Lehre auch unsere ‚dritte Mission‘ wahr: gesellschaftliche Verantwortung", sagt FHWN-Geschäftsführer Axel Schneeberger. "Durch unabhängige, wissenschaftlich basierte Arbeit leisten wir einen säkularen Beitrag zur Stärkung gesellschaftlicher Resilienz – auch im Umgang mit sicherheitsrelevanten Entwicklungen."
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner sagte: "Die Beobachtungsstelle Radikaler Islam ist unsere Botschaft an alle Dschihadisten, denen es gerade zu Hause ungemütlich wird: In Niederösterreich ist kein Platz für Islamisten." Sie betonte, dass beim Thema Sicherheit keine Kompromisse gemacht werden.
Das erklärte Ziel sei es, "Radikalisierung früh erkennen, Entwicklungen analysieren und konsequent handeln – damit Niederösterreich ein Land der Freiheit und der Sicherheit bleibt", so Mikl-Leitner weiter. Die wissenschaftliche Kooperation solle sicherstellen, dass diese Arbeit auf einer starken fachlichen Basis erfolgt.
Die neue Einrichtung hat mehrere zentrale Aufgabenbereiche:
Ein wissenschaftlicher Beirat begleitet die Arbeit der Beobachtungsstelle und gibt Empfehlungen sowie Stellungnahmen zur Ausgestaltung und Durchführung von Schulungen und Beratungen auf außeruniversitärer Ebene. Der Beirat setzt sich aus der Leitung der für die Geschäftsstelle zuständigen Abteilung des Amtes der NÖ Landesregierung sowie vier externen Fachpersonen zusammen: Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Mazal, Bildungsdirektor Mag. Karl Fritthum, Eleonore Witt-Dörring (Direktorin des "Zentrums für das Studium des Politischen Islam") sowie OSR Christian Klar BEd., Direktor der Mittelschule Jedlesee.