Einzigartiges Kompetenzzentrum unterstützt wohnungslose junge Erwachsene erfolgreich
Das LAB65 des Wiener Hilfswerks feierte sein erstes Jahr mit beeindruckenden Zahlen: 115 betreute Personen und 314 Einzelcoachings zeigen großen Bedarf.
Am 13. März feierte das LAB65 nach erfolgreicher Pilotphase sein einjähriges Jubiläum. Das LAB65 als Kompetenzzentrum für junge Erwachsene zwischen 17 und 27 Jahren ist in Wien einmalig: Neben Arbeitsmarktcoaching und sozialarbeiterischer Unterstützung steht auch der soziale Aspekt des niederschwelligen „Open House“ im Vordergrund – und wird von den Besucher*innen gerne genutzt.
Von Beratungen zu Bewerbungsgesprächen, Workshops und Einzelcoachings ist das Angebot abwechslungsreich und individuell auf die betreuten jungen Erwachsenen abgestimmt. Das multiprofessionelle Team besteht aus einer Einrichtungsleitung, einem Peermitarbeiter, einer Sozialarbeiterin sowie drei Jugendbetreuer*innen und bietet niederschwellige, anonyme und kostenlose Unterstützung in den Bereichen Leben, Arbeit und Bildung. Im Jahr 2025 wurden bereits 115 wohnungslose junge Erwachsene beraten und 314 Einzelcoachings durchgeführt.
Der Einstieg in Ausbildung und Arbeit ist für viele junge wohnungslose Erwachsene mit zusätzlichen Hürden verbunden. Gesundheitliche Belastungen, instabile Lebenssituationen oder unterbrochene Bildungsbiografien erschweren den Zugang zum Arbeitsmarkt. Das LAB65 unterstützt daher mit individuellem Arbeitsmarktcoaching, Bewerbungstrainings und praxisnahen Workshops, um Perspektiven für Ausbildung und Beschäftigung zu eröffnen.
Rund zwei Drittel der im LAB65 betreuten jungen Erwachsenen nahmen bereits Leistungen der Wiener Wohnungslosenhilfe in Anspruch, ein Drittel lebte in verdeckter Wohnungslosigkeit oder war akut von Wohnungslosigkeit bedroht. Die Vermittlung an das LAB65 erfolgte vor allem über Einrichtungen der Obdach- und Wohnungslosenhilfe, über Empfehlungen im Peer-Netzwerk („Mundpropaganda“) sowie durch intensive Vernetzungsarbeit mit Multiplikator*innen wie Streetwork-Teams und durch Präsenz auf Social Media.
„Wohnen ist ein Grundrecht und darf gerade für junge Menschen nicht zur Existenzfrage werden. Das erste Jahr LAB65 zeigt, dass konkrete Perspektiven geschaffen werden und echte Zukunftschancen möglich sind. Mein herzlicher Dank und meine Gratulation gelten dem engagierten Team, das tagtäglich Stabilität und neue Wege ermöglicht, sowie unserem verlässlichen Fördergeber Fonds Soziales Wien“, sagt Simon Blatzer, Geschäftsführer des Wiener Hilfswerks.
„Die Arbeitsmarktintegration von jungen Erwachsenen die von Wohnungslosigkeit betroffen sind, ist ein zentraler Hebel um die Spirale der Wohnungslosigkeit frühzeitig und nachhaltig zu durchbrechen und so auch einer möglichen Vererbung von Wohnungslosigkeit entgegenzuwirken. Das LAB65 wird als innovative und spezialisierte Anlaufstelle zu allen Fragen rund um die Themen Arbeit und Bildung diesem Ansatz gerecht. Seit einem Jahr bereichert dieses Kompetenzzentrum die Angebotslandschaft in der Obdach- und Wohnungslosenhilfe in Wien. Der FSW-Partnerorganisation Wiener Hilfswerk und dem Team LAB65 möchte ich zu einem Jahr engagierter Zusammenarbeit für die jungen wohnungslosen Menschen in Wien danken“, sagt Markus Hollendohner, Leiter der Strategie Obdach- und Wohnungslosenhilfe im Fonds Soziales Wien (FSW).
Das Wiener Hilfswerk ist eine gemeinnützige, soziale und neutrale Organisation, die im Bereich der mobilen Pflege- und Sozialdienste, in der Kinderbetreuung sowie in der Wohnungslosenhilfe tätig ist. Es betreibt Tageszentren für Senior*innen, Seniorenwohngemeinschaften, Nachbarschaftszentren, Freizeiteinrichtungen für Menschen mit und ohne Behinderungen sowie Sozialmärkte (SOMA). Mit ihren Sozialökonomischen Betrieben Haus- und Heimservice und SOMA 7 leistet die Organisation auch einen Beitrag zur Arbeitsmarktintegration. Das Wiener Hilfswerk beschäftigt rund 2.000 haupt- und ehrenamtliche sowie freiwillige Mitarbeiter*innen.