Wiens erstes partizipatives Mädchen*café blickt auf erfolgreiche Entwicklung zurück
Das flash Mädchen*café in Wien-Neubau feiert sein 15-jähriges Bestehen. Die Einrichtung bietet Mädchen und jungen Frauen einen geschützten Raum.
Ein besonderer Meilenstein in der Wiener Jugendarbeit: Das flash Mädchen*café, eine Einrichtung des Vereins Wiener Jugendzentren, feierte im März sein 15-jähriges Bestehen. Seit der Gründung 2011 hat sich die Einrichtung in der Zieglergasse 34 im 7. Bezirk zu einem wichtigen Anlaufpunkt für queer-feministische Jugendarbeit in Wien entwickelt.
Am 13. März versammelten sich rund 200 Gäste vor und in der Einrichtung, um diesen besonderen Geburtstag zu feiern. Hochrangige Vertreter*innen der Stadt Wien, darunter Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling und Neubaus Bezirksvorsteher Markus Reiter, würdigten die wichtige Arbeit des Teams. Ein buntes Fest mit musikalischen Acts, Kinderangeboten und der obligatorischen Jubiläumstorte rundete die Feierlichkeiten ab.
"Dieser Ort ist etwas Besonderes, weil Mädchen* hier von Anfang an mitreden und mitgestalten konnten", betonte Vizebürgermeisterin und Jugendstadträtin Bettina Emmerling bei der Jubiläumsfeier. "Seit 15 Jahren ist das flash Mädchencafé ein verlässlicher Platz, an dem Mädchen* und junge Frauen* Unterstützung finden, sich ausprobieren können und Rückhalt bekommen, bei kleinen und großen Fragen des Alltags."
Die zeitliche Nähe zum Internationalen Frauen*tag am 8. März ist dabei kein Zufall - das flash wurde ursprünglich genau an diesem symbolträchtigen Tag im Jahr 2011 eröffnet. "Gerade deshalb sind solche geschützten Räume heute so wichtig. Sie geben Sicherheit, stärken Selbstvertrauen und machen Mut, den eigenen Weg zu gehen", so Emmerling weiter.
Bezirksvorsteher Markus Reiter nutzte die Gelegenheit, die Einrichtung von innen zu besichtigen - eine Möglichkeit, die ihm an normalen Betriebstagen verwehrt bleibt, da das flash ein geschützter Raum nur für Mädchen* und junge Frauen* ist. "Der 7. Bezirk hat vor 15 Jahren echte Pionierarbeit geleistet: Mit dem flash ist damals Wiens erstes partizipatives Mädchencafé entstanden", erklärte Reiter.
Sein Dank galt dabei dem damaligen Grünen Bezirksvorsteher Thomas Blimlinger, der diese wichtige Initiative angestoßen hatte. "Seitdem ist das flash ein unverzichtbarer Raum für junge Frauen, in dem sie Teilhabe, Gleichstellung und Empowerment konkret erleben. Hier können sie Ideen einbringen, Neues ausprobieren und lernen, für ihre Rechte einzutreten."
Marina Hanke, Obfrau der Wiener Jugendzentren, hob die besondere Bedeutung der queer-feministischen Jugendarbeit hervor: "Das flash leistet queer-feministische Jugendarbeit und bietet Mädchen* und jungen Frauen* einen geschützten Raum, sich selbst zu verwirklichen. Diese Safe Spaces sind wichtig, damit sie sich frei, ohne Vorurteile und Benachteiligungen entfalten können."
Die Wirksamkeit dieser Arbeit zeigt sich auch in den Worten der Stammbesucherin Leni, die das flash als "den besten Ort zum Abhängen für Mädchen*!" beschreibt. Die 14-Jährige war eine von vielen jungen Besucherinnen, die beim Jubiläumsfest mitfeierten.
Das Jubiläumsfest bot ein abwechslungsreiches Programm für die rund 200 Gäste. Neben den typischen Jugendzentren-Angeboten wie Wuzzler, Glitzer-Tattoos und einer Fotobox, sorgten outdoor musikalische Performances von jungen aufstrebenden weiblichen Künstler*innen wie Memo, Mylad und Lissa XX für Stimmung.
Indoor konnten sich die Gäste beim flash-Zeitstrahl über die Geschichte der Einrichtung informieren und sich im Gästebuch verewigen. Ein besonderes Detail: Am Jubiläumstag durften ausnahmsweise auch Burschen* und Männer* die Räumlichkeiten besichtigen - allerdings nur bis 18:00 Uhr. Danach hieß es wieder "Girls* Only" im flash, und die Mädchen* feierten mit Pizza und Karaoke ihr Geburtstagsfest weiter.
Die Geschichte des flash beginnt im Jahr 2010, als gemeinsam mit engagierten Mädchen* und einer Architektin das erste partizipative Mädchen*café Wiens konzipiert wurde. Nach der Suche nach einem geeigneten Lokal fiel die Wahl auf die Räumlichkeiten in der Zieglergasse im 7. Bezirk.
Die feierliche Eröffnung erfolgte schließlich am 8. März 2011 - passend zum Internationalen Frauen*tag. Damit wurde ein wichtiger Grundstein für die Wiener Jugendarbeit gelegt, der bis heute nachwirkt.
Das flash Mädchen*café richtet sich an Mädchen* und junge Frauen* im Alter von 8 bis 21 Jahren. Auf einer Fläche von rund 120 Quadratmetern bietet die Einrichtung verschiedene Bereiche: einen Barbereich, einen kleinen Discoraum, einen Chillraum sowie einen Innenhof mit kleinem Garten. In den Sommermonaten wird auch der Gehsteig vor der Einrichtung regelmäßig als Aufenthalts- und Aktionsfläche mitgenutzt.
Das Konzept basiert auf Partizipation und Selbstbestimmung. Die jungen Besucher*innen haben die Möglichkeit, ihre Freizeit selbstbestimmt zu gestalten, an Projekten mitzuwirken und ihren individuellen Interessen nachzugehen. Dieser Ansatz unterscheidet das flash von vielen anderen Jugendeinrichtungen und macht es zu einem einzigartigen Ort in Wien.
Die Zahlen sprechen für sich: Das Team des flash unter der Leitung von Beatrix Harrer erreicht im regulären Betrieb sowie im Rahmen der herausreichenden Jugendarbeit von Mittwoch bis Samstag jährlich circa 5.500 Kontakte zur Zielgruppe. Diese beeindruckende Reichweite zeigt, wie wichtig und geschätzt die Arbeit der Einrichtung ist.
Ergänzend zum Präsenzangebot werden auch gezielte Angebote und Aktionen im digitalen Raum gesetzt. Ein Beispiel dafür ist die 8×3-Social-Media-Kampagne im Rahmen des Internationalen Frauen*tags, die zusätzliche Aufmerksamkeit für wichtige Themen schafft.
Zu den regulären Angeboten des flash zählen verschiedene Formate, die das Jahr über für Abwechslung und Kontinuität sorgen:
Diese Vielfalt an Angeboten stellt sicher, dass für jeden Geschmack und jedes Interesse etwas dabei ist.
Das 15-jährige Jubiläum des flash Mädchen*cafés ist nicht nur ein Grund zum Feiern, sondern auch ein Moment der Reflexion über die Bedeutung solcher Einrichtungen für die Gesellschaft. Bezirksvorsteher Reiter brachte es auf den Punkt: "Gerade deshalb zeigt dieses Jubiläum auch: Solche Einrichtungen sind für unseren Bezirk unverzichtbar, und wir brauchen künftig noch mehr davon."
In einer Zeit, in der Gleichberechtigung und Empowerment wichtiger denn je sind, bietet das flash einen wertvollen Beitrag zur Entwicklung selbstbewusster und starker junger Frauen*. Die Einrichtung zeigt, wie wichtig geschützte Räume für die persönliche Entfaltung sind und welchen positiven Einfluss partizipative Ansätze in der Jugendarbeit haben können.
Das flash Mädchen*café in der Zieglergasse 34 im 7. Bezirk bleibt auch nach 15 Jahren ein lebendiger Beweis dafür, dass innovative Konzepte in der Jugendarbeit nachhaltige positive Veränderungen bewirken können. Mit seinem Fokus auf Mitbestimmung, Empowerment und queer-feministische Werte wird es auch in Zukunft eine wichtige Rolle in der Wiener Jugendlandschaft spielen.