Landeshauptfrau Mikl-Leitner startet LEADER-Projekt zur Qualitätssteigerung
Das Mostviertel entwickelt seine Pilgerwege weiter. Bis 2027 sollen Via Sacra und Pielachtaler Pilgerweg modernisiert werden.
Die Pilgerwege im niederösterreichischen Mostviertel stehen vor einer umfassenden Modernisierung. Ein groß angelegtes Projekt der LEADER-Regionen Mostviertel-Mitte, Triestingtal und Niederösterreich Süd soll das spirituelle Wanderangebot der Region bis Ende 2027 grundlegend verbessern und an zeitgemäße Bedürfnisse anpassen.
"Pilgern ist mehr als nur Wandern – es ist eine Auszeit für Körper und Geist", betont Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner bei der Projektvorstellung. Das ambitionierte Vorhaben zielt darauf ab, die Pilgerwege an die Bedürfnisse verschiedener Zielgruppen anzupassen und gleichzeitig die Qualität des Erlebnisses für Besucherinnen und Besucher deutlich zu steigern.
Die Initiative geht über reine touristische Interessen hinaus. "Mit der Weiterentwicklung der Pilgerwege schaffen wir ein Angebot, das den Erwartungen unserer Gäste entspricht und die regionale Wertschöpfung stärkt. So gestalten wir die beste Zukunft des ländlichen Raumes und unserer Kinder aktiv mit", erklärt die Landeshauptfrau die weitreichenden Ziele des Projekts.
Das Modernisierungskonzept umfasst mehrere zentrale Bereiche. Zunächst sollen die bestehenden Informationstafeln entlang der Pilgerwege grundlegend überarbeitet und optimiert werden. Ziel ist es, Pilgerinnen und Pilgern bessere Orientierung und tiefergehende Informationen über die spirituelle und kulturelle Bedeutung der Routen zu bieten.
Darüber hinaus plant das Projektteam die Entwicklung völlig neuer, buchbarer Angebote. Diese sollen verschiedene Zielgruppen ansprechen – von spirituell interessierten Einzelpersonen bis hin zu Gruppen, die das Pilgern als gemeinschaftliches Erlebnis suchen. Die zielgruppengerechte Kommunikation steht dabei im Mittelpunkt der Überlegungen.
Durch strategische Kooperationen und zeitgemäße Informationsaufbereitung soll das gesamte Pilgererlebnis attraktiver gestaltet werden. Dabei setzen die Verantwortlichen auf digitale Lösungen ebenso wie auf verbesserte analoge Infrastruktur entlang der Wege.
Andreas Purt, Geschäftsführer der Mostviertel Tourismus GmbH, sieht in dem Projekt erhebliches Potenzial für die regionale Entwicklung. "Wir wollen Pilgerinnen und Pilgern ein stimmiges und hochwertiges Erlebnis bieten. Die Weiterentwicklung ist ein wichtiger Schritt, um die Wettbewerbsfähigkeit des Mostviertels zu sichern", erläutert er die wirtschaftlichen Aspekte des Vorhabens.
Die Pilgerwege entwickeln sich zunehmend zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor für die Region. Neben direkten touristischen Einnahmen profitieren auch Gastronomie, Beherbergungsbetriebe und lokale Anbieter von den spirituell motivierten Besuchern.
Die konkrete Umsetzung konzentriert sich zunächst auf zwei bedeutende Pilgerwege der Region: die Via Sacra und den Pielachtaler Pilgerweg. Diese beiden Routen gehören zu den bekanntesten spirituellen Wanderwegen in Niederösterreich und ziehen bereits heute zahlreiche Pilger aus dem In- und Ausland an.
Die Via Sacra, die als einer der ältesten Pilgerwege Österreichs gilt, führt durch kulturhistorisch bedeutsame Landschaften und verbindet wichtige sakrale Stätten miteinander. Der Pielachtaler Pilgerweg bietet hingegen eine intimere, naturnahe Pilgererfahrung durch die charakteristische Mostviertler Landschaft.
Bis Ende 2027 sollen alle Modernisierungsmaßnahmen abgeschlossen sein. Der relativ großzügige Zeitrahmen ermöglicht es, die Arbeiten sorgfältig zu planen und umzusetzen, ohne den laufenden Pilgerbetrieb erheblich zu beeinträchtigen.
Bürgermeister Manfred Roitner, Obmann der LEADER-Region Mostviertel-Mitte, unterstreicht die Bedeutung des Projekts für die lokale Entwicklung: "Die Pilgerwege sind ein bedeutender Teil unseres touristischen Angebots. Mit diesem Projekt investieren wir in Qualität und Zukunft."
Die drei beteiligten LEADER-Regionen haben das Projekt gemäß ihrer lokalen Entwicklungsstrategie zur Förderung ausgewählt. LEADER steht für "Liaison Entre Actions de Développement de l'Économie Rurale" und ist ein EU-Förderprogramm zur Entwicklung des ländlichen Raums.
Die Finanzierung des ambitionierten Projekts erfolgt über mehrere Ebenen. Das Land Niederösterreich unterstützt die Initiative mit Mitteln des GAP-Strategieplans Österreich 2023-2027 und der ecoplus Regionalförderung. Diese Unterstützung wurde auf Initiative von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner beschlossen.
Zusätzlich fließen Fördergelder von Bund und Europäischer Union in das Projekt. Diese mehrschichtige Förderstruktur zeigt die hohe Priorität, die dem Vorhaben auf verschiedenen politischen Ebenen eingeräumt wird.
Die Wirtschaftsagentur ecoplus fungiert als wichtiger Partner bei der Projektumsetzung. Interessierte können sich für weitere Informationen an Mag. (FH) Markus Steinmaßl wenden, der als Ansprechpartner für das Pilgerwege-Projekt zur Verfügung steht.
Das Mostviertler Projekt reiht sich in einen europäischen Trend ein. Spiritueller Tourismus und Pilgern erleben seit Jahren einen deutlichen Aufschwung. Immer mehr Menschen suchen in einer zunehmend digitalisierten Welt nach Entschleunigung und spirituellen Erfahrungen.
Die Coronavirus-Pandemie hat diesen Trend noch verstärkt, da viele Menschen das Bedürfnis nach naturnahen, entschleunigten Urlaubserlebnissen entwickelt haben. Pilgerwege bieten hier eine ideale Kombination aus körperlicher Aktivität, Naturerlebnis und spiritueller Erfahrung.
Mit der geplanten Modernisierung positioniert sich das Mostviertel strategisch klug in diesem wachsenden Marktsegment und schafft die Voraussetzungen für eine nachhaltige touristische Entwicklung der Region.