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272 Tonnen Stromriese erreicht Umspannwerk Pichling

Erster von drei Transformatoren für Zentralraum OÖ angekommen

12. März 2026 um 13:01
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Ein 272 Tonnen schwerer Transformator wurde nach spektakulärem Transport ins Umspannwerk Pichling gebracht. Teil eines 800 Millionen Euro Projekts.

Ein technisches Spektakel der besonderen Art erlebte Oberösterreich diese Woche: Am Mittwoch erreichte der erste von drei gewaltigen Transformatoren sein Ziel im Umspannwerk Pichling. Der 272 Tonnen schwere Stromriese ist Teil des ehrgeizigen Partnerprojekts "Sichere Stromversorgung Zentralraum OÖ", das von Austrian Power Grid (APG), Netz Oberösterreich und LINZ NETZ gemeinsam umgesetzt wird.

Millimeterpräzise Logistikmeisterleistung

Der imposante 220/110-kV-Transformator mit den Maßen von 11 Metern Länge, 3,5 Metern Breite und beeindruckenden 4,6 Metern Höhe stellte das Transportteam vor außergewöhnliche Herausforderungen. Nach dem Bahntransport vom Siemens Energy-Werk in Weiz zum Bahnhof Asten/St. Florian musste das 272-Tonnen-Schwergewicht millimetergenau von einem 32-achsigen auf einen 20-achsigen Tragschnabelwagen umgeladen werden.

"Ein Trafotransport ist immer Präzisionsarbeit. Von der Planung über Genehmigungen bis hin zur Durchführung ist höchste Konzentration und viel Erfahrung aller Beteiligten gefragt", erklärt Jürgen Pilgerstorfer, APG-Projektleiter für Umspannwerke. Diese Erfahrung war auch bitter nötig, denn die 3,7 Kilometer lange Strecke nach Pichling hatte es in sich.

Technische Herausforderungen meisterhaft bewältigt

Die Route zum Umspannwerk Pichling glich einem Hindernisparcours für Schwertransporte. Für die Überquerung der Tagerbachbrücke musste ein sogenannter "Fly-Over" errichtet werden – eine temporäre, stabile Überbauung, die das Brückenbauwerk entlastete und die sichere Passage des Kolosses ermöglichte. Verkehrsschilder und Straßenlaternen mussten vorübergehend demontiert werden, um dem außergewöhnlichen Transport Platz zu schaffen.

Besonders nervenaufreibend gestaltete sich die Passage durch die Eisenbahnunterführung im Südpark. Hier betrug der verfügbare Spielraum lediglich fünf Zentimeter – ein Wert, der selbst erfahrene Transportexperten ins Schwitzen bringt. Im Schritttempo und unter permanenter Überwachung durch erfahrene Einweiser wurde diese kritische Engstelle erfolgreich gemeistert.

Der anschließende Kreisverkehr verlangte ebenfalls höchste Präzision: Der rund 76 Meter lange Transportzug musste behutsam, Meter für Meter, durch die enge Rundung manövriert werden. Nach etwa drei Stunden intensiver Fahrtzeit erreichte der Transformator schließlich sein Ziel im Umspannwerk Pichling.

Herzstück der österreichischen Strominfrastruktur

Die Bedeutung dieser Transformatoren für die österreichische Energieversorgung kann kaum überschätzt werden. "Transformatoren sind das Herz jedes Umspannwerks", betont Pilgerstorfer. "Im konkreten Fall des Umspannwerks Pichling verbindet der neue Transformator das österreichweite Höchstspannungsnetz der APG mit dem Verteilernetz der Linz Netz, das den Strom direkt zu den Haushalten und Betrieben bringt."

Diese Verbindung ist entscheidend für die Energiewende und die Versorgungssicherheit der Region. Regional erzeugte nachhaltige Energie kann über das Umspannwerk Pichling in das überregionale Netz eingespeist und österreichweit verteilt werden. Gleichzeitig kann nachhaltiger Strom aus anderen Regionen Österreichs in den Zentralraum Oberösterreich gebracht und für Wirtschaft, Industrie und Gesellschaft nutzbar gemacht werden.

Vollständig ausgerüstet wird der angelieferte Stromriese ein Gesamtgewicht von etwa 445 Tonnen erreichen. Bis Ende April werden noch zwei baugleiche Transformatoren auf demselben spektakulären Transportweg nach Pichling geliefert.

Teil eines 800-Millionen-Euro-Megaprojekts

Das Transformatorentrio in Pichling ist nur ein kleiner, aber wichtiger Baustein des Partnerprojekts "Sichere Stromversorgung Zentralraum Oberösterreich". Die drei Partner APG, Netz OÖ und Linz Netz investieren gemeinsam rund 800 Millionen Euro in den Bau eines 220-kV-Versorgungsrings, der die derzeitige 110-kV-Anspeisung des Zentralraums Oberösterreich zukunftsfit macht.

Im Rahmen des Projekts errichtet APG insgesamt zehn neue Transformatoren im Zentralraum Oberösterreich, verteilt auf die APG-Umspannwerke Pichling, Wegscheid und Kronstorf. Berücksichtigt man zusätzlich die Umspannwerke Ernsthofen und Hütte Süd, die ebenfalls am 220-kV-Versorgungsring liegen, erhöht sich die Gesamtzahl auf 15 APG-Transformatoren.

Investition in Österreichs Energiezukunft

Diese beeindruckende Infrastrukturinvestition unterstreicht die strategische Bedeutung Oberösterreichs als Industrie- und Wirtschaftsstandort. Die neuen Transformatoren werden künftig entscheidend zur Netzstabilität und Versorgungssicherheit der Region beitragen und gleichzeitig die Integration erneuerbarer Energien vorantreiben.

Austrian Power Grid, als unabhängiger Übertragungsnetzbetreiber, verantwortet die sichere Stromversorgung Österreichs. Mit einer leistungsstarken und digitalen Strominfrastruktur sowie der Anwendung modernster Technologien integriert das Unternehmen erneuerbare Energien und reduziert die Importabhängigkeit. Das APG-Netz erstreckt sich auf einer Trassenlänge von etwa 3.500 Kilometern und wird von einem Team von rund 1.000 Spezialistinnen und Spezialisten betrieben.

Rekord-Versorgungssicherheit als Ziel

Die Investitionen zahlen sich aus: 2025 lag die Versorgungssicherheit dank der engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei 99,99 Prozent und somit im weltweiten Spitzenfeld. Für 2026 sind Investitionen in Höhe von 680 Millionen Euro geplant, die als wichtiger Wirtschaftsmotor und wesentlicher Baustein für die Erreichung der Energieziele Österreichs fungieren.

Insgesamt wird APG bis 2034 rund 9 Milliarden Euro in den Netzaus- und Umbau investieren – eine gewaltige Summe, die die Bedeutung einer modernen und zuverlässigen Strominfrastruktur für Österreichs Zukunft unterstreicht.

Der erfolgreiche Transport des ersten Transformators nach Pichling markiert einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu einer sicheren und nachhaltigen Energieversorgung im Zentralraum Oberösterreich. In den kommenden Wochen werden die Augen wieder auf die Straßen gerichtet sein, wenn die beiden verbleibenden Stromriesen ihre spektakuläre Reise zu ihrem neuen Arbeitsplatz antreten.

Schlagworte

#Energiewende#Oberösterreich#Stromversorgung#Infrastruktur#APG#Transformator

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